Bonte-Busfahrer übersieht schlafendes Kind im Schulbus in Homberg

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Ein Vorschüler, der am Donnerstag auf der Heimfahrt von Homberg nach Mörshausen im Bus eingeschlafen ist, wurde im Schulbus vergessen.

Homberg. Das hätte übel ausgehen können: Ein Fahrer des Busunternehmens Bonte stellt seinen Schulbus am  vergangen Donnerstag wie gewohnt auf einem Stellplatz an der Werner-von-Siemens-Straße ab und verabschiedet sich ins Wochenende. Obwohl die Busfahrer vor ihrem Feierabend dazu angehalten sind, den Bus noch zu kontrollieren, macht der Fahrer es nicht. Was dem Busfahrer zu dem Zeitpunkt nicht auffällt: Der kleine Fynn-Luca aus Mörshausen sitzt noch im Bus. Denn der Sechsjährige ist auf der Heimfahrt eingeschlafen.

Als der kleine Junge etwas später aufwacht, ist er ganz allein. Nach anfänglicher Panik fängt sich Fynn-Luca aber schnell – und befreit sich  selbst. Wie er seinen Eltern später berichtet, öffnet er die Fächer im Bus und findet den Busschlüssel, mit dem es dem Kleinen gelingt, das Fahrzeug anzulassen. Als ein großer  roter Knopf mit darauf abgebildeten Türen aufleuchtet, habe der Sechsjährige einfach  draufgedrückt.Aus dem Bus befreit, schlägt er sich durch das Industriegebiet und kommt auf das Gelände der Spedition E3. Dort wird der kleine Abenteurer von einem Lkw-Fahrer entdeckt, der die Telefonnummern der Eltern in Fynn-Lucas Schulranzen findet. Die Angestellten vor Ort kontaktieren umgehend die besorgten Eltern, die bereits nach ihrem Sohn gesucht haben.

Die Firma Bonte bedauere den Zwischenfall sehr und teilte in einer Pressemitteilung mit, man werden der Familie jede mögliche Unterstützung zukommen lassen. Der Busfahrer selbst hat sich bisher noch nicht bei der Familie gemeldet.

Fynn-Lucas Mutter betont, dass es ihr nicht um Mitleid oder Aufmerksamkeit gehe. "Uns ist es wichtig, dass sowas nicht wieder passiert. Der Kreis muss wirklich überlegen, ob weiter mit diesem Unternehmen zusammengearbeitet werden soll. Ich muss doch mein Kind in einen Schulbus setzen können, ohne Angst zu haben." Der Familie gehe es vor allem um die Sicherheit anderer Kinder. "Anscheinend kann sowas jedem passieren. Wir wollen einfach, dass unsere Kinder ordnungsgemäß befördert werden."

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