Brennpunkt Homberger Stadtpark: Stadt will Areal in Abend- und Nachtstunden sperren

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Der Stadtpark steht im Fokus der Polizei, die hier verstärkt kontrolliert. Partys, Schlägereien und Drogendelikte wurden hier in jüngerer Vergangenheit gehäuft festgestellt. Jetzt soll unter anderem ein Platzverbot in den Abend- und Nachtstunden dafür sorgen, dass dies der Vergangenheit angehört.

Der Homberger Stadtpark hat sich zu einem Brennpunkt für Kriminalität entwickelt. Suff, Drogen und Schlägereien sind hier keine Seltenheit. Die Stadt möchte mit drei gezielten Maßnahmen gegen diese Missstände vorgehen.

Homberg. Im Sommer ist der Homberger Stadtpark Ort für zahlreiche Veranstaltungen – sei es das Weinfest, der Familientag oder Kinoabende im Freien. Trotzdem hat sich der malerische Park im Herzen der Kreisstadt zu einem echten Brennpunkt für Kriminalität entwickelt. Vor allem in den Abendstunden wird der Stadtpark mittlerweile von vielen Hombergern gemieden. Aus gutem Grund: Suff, Drogen und Schlägereien sind hier keine Seltenheit.

Deshalb steht der Stadtpark bereits seit Anfang des Jahres verstärkt im Fokus der Polizei. Die hatte temporär die sogenannte AG Stadtpark eingerichtet und verstärkt kontrolliert. Im August zog die Polizei Bilanz (siehe EXTRA-INFO). Thomas Gläsel von der Homberger Polizei bescheinigt der AG erfolgreiche Arbeit: „Die verstärkten Kontrollen haben Wirkungen gezeigt. Die Zahlen der Straftaten sind deutlich zurückgegangen. Auch, weil wir Personen festnehmen konnten.“ Um nachhaltig gegen die Kriminalität, die vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgehe, im Stadtpark vorzugehen, werde man hier weiter verstärkt kontrollieren, so Gläsel.

Der Stadtpark bleibt jedoch trotzdem ein Sorgenkind. Aus diesem Grund hat der Kriminalpräventionsrat, in dem unter anderem Stadt und Polizei zusammenarbeiten, drei Maßnahmen auf die Agenda gesetzt, die aus dem Park in Zukunft wieder einen sicheren Ort für alle Bürger machen sollen.

Eine dieser Maßnahmen ist ein Platzverbot in den Abend- und Nachtstunden zwischen 20 und 6 Uhr. „Diese Maßnahme soll in den nächsten Wochen umgesetzt werden. Dafür werden Schilder an den Eingängen des Parks angebracht, auf der unter anderem auf die temporäre Zugangsbeschränkung hingewiesen wird“, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf Nachfrage. Im Anschluss müsse man die Lage genau beobachten.

„Es wird Verdrängungseffekte geben“, sagt der Bürgermeister. Deshalb solle in einer weiteren Maßnahme ein Streetworker angestellt werden. Hierfür werde die Stadt den Stellenplan erweitern. „Der Streetworker wird nicht Teil der Stadtjugendpflege sein, sondern organisatorisch unabhängig arbeiten, da sich die Arbeitsbereiche doch deutlich unterscheiden“, so Ritz.

Maßnahme Nummer drei sei die Umgestaltung des Parks – unter anderem soll hier ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen und Beleuchtung installiert werden. „Der Park soll wieder attraktiv für die Bürger sein“, betont Ritz.

In diesem Zusammenhang befürwortet der Bürgermeister auch eine geplante Resolution an das Innenministerium für die Schaffung zweier zusätzlicher Polizeistreifen in Homberg, mit der der Magistrat beauftragt wurde.

EXTRA-INFO

Die AG Stadtpark

Bereits Anfang des Jahres wurde die AG Stadtpark bei der Polizei in Homberg eingerichtet. Grund dafür sei die Häufung von Straftaten gewesen, vor allem im Bereich des Homberger Stadtparks, wie es in einer Pressemitteilung der Polizei aus dem August heißt, in der Polizeihauptkommissar Markus Brettschneider Abschlussbilanz der AG-Arbeit gezogen hat. Weiter heißt es hier, dass durch die Arbeit der AG Stadtpark gegen 76 Personen ermittelt wurde und insgesamt 135 Straftaten aufgeklärt werden konnten. Thomas Gläsel von der Polizei in Homberg bestätigt auf Nachfrage: „Durch die AG Stadtpark konnten sieben Personen inhaftiert werden.“ Bei den erfassten Straftaten handelt es sich laut Polizei um 16 Sachbeschädigungen, 20 Diebstahlsdelikte, sieben Bedrohungen, acht Körperverletzungen, elf Hausfriedensbrüche, vier Widerstände gegen Polizeibeamte, fünf Raubdelikte, 28 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und acht Verstöße gegen das Waffengesetz.

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