Bürgermeisterwahl in Knüllwald wird überprüft: Helmut Wettlaufer hat Widerspruch eingelegt – Wahlsieger Jürgen Roth weist Vorwürfe zurück

+
Gratulation an den Wahlsieger: Am 24. September wurde Jürgen Roth (re., UKW) zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Knüllwald gewählt. Jetzt wurde bekannt, dass sein Mitbewerber um das Amt, Helmut Wettlaufer (li., SPD), die Wahl angefochten hat.

Gab es Unregelmäßigkeiten bei der Bürgermeisterwahl in Knüllwald? SPD-Kandidat Helmut Wettlaufer hat Widerspruch eingelegt. Ein amtliches Prüfungsverfahren durch die Gemeindewahlleiterin läuft derzeit.

Knüllwald. 50,8 Prozent zu 49,2 Prozent hieß es am Abend des 24. September um kurz vor 22 Uhr zu Gunsten von Jürgen Roth. Der Kandidat der Unabhängigen Knüllwälder (UKW) hatte die Bürgermeisterwahl gegen SPD-Kandidat Helmut Wettlaufer gewonnen. Ein Nachfolger für Jörg Müller, der zuvor 28 Jahre Gemeindeoberhaupt von Knüllwald gewesen ist, stand somit fest.

Jetzt könnte jedoch alles anders kommen. Denn Helmut Wettlaufer hat Widerspruch gegen die Wahl eingelegt. „Es gibt gravierende Gründe, das Wahlergebnis anzufechten“, erklärt Wettlaufer im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese wollte der Finanzbeamte nicht genauer benennen. „In einem laufenden Verfahren möchte ich mich nicht äußern. Jedoch kann ich verneinen, dass es um zu nah an den Wahllokalen platzierte Wahlplakate geht“, betont Wettlaufer.

Ob es bei der Wahl Unregelmäßigkeiten gegeben hat, prüft derzeit die Gemeindewahlleiterin Waltraud Musmann (siehe EXTRA-INFO). Über den aktuellen Stand des Verfahrens habe Wettlaufer keine Kenntnis.

Noch ist kein neuer Bürgermeister in das Rathaus der Gemeinde Knüllwald in Remsfeld eingezogen.

„Ich habe über meinen Rechtsbeistand Widerspruch erheben lassen. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Jetzt gilt es, geduldig zu bleiben und das Prüfungsverfahren abzuwarten“, so der 53-Jährige. Eines weist Wettlaufer jedoch entschieden von sich: „Ich bin kein schlechter Verlierer. Wie gesagt, gibt es sehr gute Gründe dafür, die Wahl anzufechten.“

Ein Schaden entstehe der Gemeinde dadurch nach Auffassung von Wettlaufer nicht. „Im Gegenteil – unser Erster Beigeordneter Hans Brehm (kommissarischer Bürgermeister; Anm. d. Red.) leistet einen hervorragenden Job. Und die Gemeinde muss derzeit auch keinen Bürgermeister bezahlen“, sagt Wettlaufer. Von Stillstand in der Verwaltung könne ebenfalls keine Rede sein. „Der Betrieb läuft auch unter Hans Brehm normal weiter“, weiß der Finanzbeamte.

Eine erwartungsgemäß andere Sicht auf die derzeitige Situation in Knüllwald hat Wahlsieger Jürgen Roth. Der designierte Müller-Nachfolger weist alle Vorwürfe von sich – zumal er nicht wisse, was ihm konkret vorgeworfen wird. „Der Widerspruch liegt mir nicht vor, deshalb kenne ich die Vorwürfe nur vom Hörensagen. Ich habe nichts falsch gemacht und auch nichts Unrechtes getan“, betont Roth auf Nachfrage von lokalo24.

Der Wahlsieger empfindet die Vorgehensweise seines ehemaligen Mitbewerbers jedoch als „Frechheit“. „Hier ist Demokratisch gewählt worden. Ich harre jetzt der Dinge, die da kommen werden“, gibt sich Roth gelassen.

EXTRA-INFO

Gemeindewahlleiterin Musmann zum Thema

Der Widerspruch wird derzeit von Gemeindewahlleiterin Waltraud Musmann in einem amtlichen Verfahren geprüft. Musmann dazu: „Der Widerspruch wurde fristgerecht eingebracht. Ich bin verpflichtet, das Vorgebrachte jetzt zu prüfen. Derzeit werden mit dem Widerspruch in Verbindung stehende Beteiligte angehört. Wir versuchen, das Verfahren in einem angemessenen Zeitraum abzuschließen, um die Ergebnisse dem Gemeindeparlament vorlegen zu können. Das dann darüber entscheidet, ob tatsächlich eine Neuwahl stattfinden muss. Um Verfahrensfehler zu vermeiden, lasse ich mich vom Hessischen Städte- und Gemeindebund beraten.“

Das sagen CDU und die Grünen

Werner Knierim (CDU)

Werner Knierim (CDU): „Helmut Wettlaufer ist ein integerer Mann. Wenn er keine Gründe dafür hätte, würde er keinen Widerspruch einlegen. Ich halte ihn nicht für einen schlechten Verlierer. Diese Vorgehensweise ist sein gutes Recht.“

Erika Geiseler (Grüne)

Erika Geiseler (Grüne): „Zuerst bedauern wir, die Grünen in Knüllwald, dass Helmut Wettlaufer die Wahl so knapp verloren hat. Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass der Übergang von Jörg Müller zum neuen Bürgermeister reibungslos verlaufen wäre. Wenn Helmut Wettlaufer jedoch triftige Gründe hat, gegen die Wahl Widerspruch einzulegen, ist dies sein gutes Recht, von dem er dann auch Gebrauch machen sollte.

Anm. d. Red.: Sowohl die CDU als auch die Grünen in Knüllwald hatten die Kandidatur des Sozialdemokraten Helmut Wettlaufer öffentlich unterstützt.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Von Jugendlichen gestaltet: Betonringe mit Graffiti kennzeichnen künftig Homberger Bahnhofsgebiet

Neun Jugendliche haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und in einem Projekt der Starthilfe sechs Betonringe mit Graffiti gestaltet. Die Ringe sollen das Homberger …
Von Jugendlichen gestaltet: Betonringe mit Graffiti kennzeichnen künftig Homberger Bahnhofsgebiet

Zum Saisonabschluss: Gedenkgottesdienst und Motorradkorso am Samstag in Leimsfeld

Die Motorradfreunde Leimsfeld laden wieder alle Biker für Samstag, 20. Oktober, zu ihrem traditionellen Abschluss der Bikersaison mit Gedenkgottesdienst und …
Zum Saisonabschluss: Gedenkgottesdienst und Motorradkorso am Samstag in Leimsfeld

Hessenkasse: Insgesamt zehn Millionen Euro für Borken, Guxhagen, Homberg, Körle und Malsfeld

Die Hessenkasse macht es möglich: Das Land stellt fünf Kommunen aus dem Schwalm-Eder-Kreis insgesamt über zehn Millionen Euro zur Verfügung.
Hessenkasse: Insgesamt zehn Millionen Euro für Borken, Guxhagen, Homberg, Körle und Malsfeld

Mann entblößt sich vor zwölfjährigem Jungen in Homberg

Exhibitionist auf Motorroller zeigt zwölfjährigem Jungen auf Fahrrad beim Homberger Erlebrunnenweg seinen Penis und floh anschließend. Hinweise an die Polizei erbeten.
Mann entblößt sich vor zwölfjährigem Jungen in Homberg

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.