Ein Baustein für das Ziel „Cittàslow“-Stadt: Homberger Wochenmarkt mit neuem Konzept

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Am kommenden Donnerstag sind die Stände und das Lastenrad real auf dem Homberger Marktplatz – dann steht die Premiere des neuen Wochenmarktes in der Kreisstadt an. Darauf freuen sich: (v. li.) Simone Bressan, Stephen Ziegler, Florian Ried (alle Stadtmarketing), Helene Pankratz (Klimaschutzmanagerin der Stadt Homberg), Anna Knieriem, Laura Wenderoth und Timo Rhode (alle Azubis bei der Stadtverwaltung Homberg).

Mit einem völlig neuen Konzept soll der Homberger Wochenmarkt wiederbelebt werden. Gleichzeitig ist der neue Wochenmarkt ein Baustein für die Bewerbung Hombergs als „Cittàslow“-Stadt.

Homberg. Zum Schluss war es ein Imker, der den Homberger Wochenmarkt jeden zweiten Samstag auf dem Marktplatz am Leben hielt. Das Konzept ging nicht auf. Nach und nach sprangen die Beschicker ab. Auf den Wunsch eines belebten Marktplatzes folgte die Realität und damit die große Ernüchterung. Doch den Patient „Wochenmarkt“ aufgeben, das kam für die Stadt und das Stadtmarketing nicht in Frage.

Ein neues Konzept musste her. Hierbei haben sich die Verantwortlichen von der „Cittàslow“-Bewegung (siehe EXTRA-INFO) inspirieren lassen. „Homberg wird sich im Sommer bewerben, um ,Cittàslow ‘-Stadt zu werden“, erklärt Klimaschutzmanagerin Helene Pankratz. Ein Baustein für eine erfolgreiche Bewerbung sei der neu konzeptionierte Wochenmarkt. „Homberg wäre die erste ,Città­slow’-Stadt in Nordhessen“, fügt Bürgermeister Dr. Nico Ritz hinzu.

Neues Planungs-Team für neues Markt-Konzept

Unter dem Arbeitstitel „Frisch aufgetischt!“ wurde das Konzept erstellt. Der Startschuss für den neuen Markt fällt am kommenden Donnerstag, 24. Mai, um 15.30 Uhr. „Eine Reihe von Akteuren hat an der Neukonzeption des Marktes mitgewirkt, die in dieser Form noch nie zusammengearbeitet haben“, betont Ritz.

Mit Dietmar Groß (Biohof Groß Mühlhausen), Hubertus Nägel (Tierfairbrik Hombergs­hausen) und Alwin Köhler (Köhler’s direkt vom Bauernhof Lützelwig) holten sich die Verantwortlichen heimische Erzeuger mit ins Boot, die gleichzeitig auch zu den Beschickern des neuen Wochenmarktes gehören. Elf Händler haben fest zugesagt, bei fünf weiteren steht die Zusage noch aus, aber auch darüber hinaus sollen noch mehr hinzukommen. „Wir haben 33 eingeladen und auch Absagen erhalten. Das lag vor allem an den Erfahrungen, die die Händler zuvor auf dem Wochenmarkt in Homberg gemacht haben“, erzählt Helene Pankratz.

Die Marktkunden können die Kisten entweder individuell befüllen oder sich für eine fertig gepackte – mit saisonalen Produkten – entscheiden.

Frisch und regional seien die Hauptkriterien gewesen, nach dem die Beschicker ausgewählt wurden. „Hier ist hervorzuheben, dass wir kaum Händler, sondern fast ausschließlich Erzeuger vor Ort haben“, stellt Bürgermeister Ritz ein besonderes Merkmal des Homberger Marktes heraus.

Mehr Frequenz solle unter anderem der neue Markttag bringen, der von Samstagmorgen auf Donnerstagnachmittag verlegt wurde. „Da am Donnerstagvormittag bereits in Melsungen Wochenmarkt ist, haben wir uns für den Nachmittag entschieden, um so Beschickern in Melsungen die Möglichkeit zu geben, am Nachmittag in Homberg zu sein“, erklärt Florian Ried vom Stadtmarketing. Zudem wolle man so den Berufstätigen entgegenkommen, die bis 18 Uhr auf dem Markt ihre Lebensmitteleinkäufe erledigen könnten.

Der Einkauf wird bis an die Haustür geliefert

Tag und Uhrzeit sind jedoch nur zwei Änderungen in einem umfangreichen Konzept. Völlig neu ist auch der Service für die Kunden. So stellen die Händler zu jedem Markt eine Kiste mit Produkten zusammen. Eine Art Starter-Box, um das Angebot kennenzulernen, wie die Verantwortlichen erklären. „Natürlich können die Kunden auch weiterhin ganz normal auf dem Markt ihre Waren einkaufen“, betont der Bürgermeister. Wer wenig Zeit hat, kann sich die Marktkiste aber auch vom Service-Personal zusammenstellen und sogar nach Hause bringen lassen.

„Auszubildende der Stadtverwaltung stehen am Service-Point dafür bereit. Die Kunden müssen nur einen Einkaufszettel ausfüllen und bezahlen“, erklärt Helene Pankratz. In der Kernstadt stehe für die Auslieferung ein E-Lastenrad zur Verfügung, für die Lieferung in die Stadtteile stehe ein E-Auto bereit. „Die Lieferung nach Hause ist kostenlos“, so Pankratz.

Ob das neue Konzept die Innenstadt belebt und den Wochenmarkt rettet, werde sich zeigen. „Wir werden während der Markt-Saison analysieren, wie es läuft und wo wir eventuell nacharbeiten müssen“, erklärt Bürgermeister Ritz.

EXTRA-INFO

Was zeichnet eine „Cittàslow“-Stadt aus?

Cittàslow bedeutet „langsame Stadt“ und ist eine Bewegung, die 1999 in Italien gegründet wurde. Sie wurde inspiriert von der Slow-Food-Bewegung. Hauptziele sind die Verbesserung der Lebensqualität in Städten und das Verhindern der Vereinheitlichung und Amerikanisierung von Städten, in denen Franchise-Unternehmen dominieren.

Homberg bewirbt sich, um ein Mitglied der „Cittàslow“-Bewegung zu werden. Dafür wurden vier Arbeitskreise ins Leben gerufen, die in den Bereichen „Umweltpolitik und Kulturlandschaft”, „Stadtstruktur und Stadtentwicklung”, „Regionaltypische Produkte und Märkte” sowie „Gastfreundschaft und Gastgewerbe” Potentiale Hombergs und Maßnahmen erarbeitet haben, die in die Bewerbung im Sommer einfließen sollen.

Ihre Ergebnisse stellen die Arbeitskreise auch am Donnerstag, 24. Mai, ab 15.30 Uhr zum ersten Wochenmarkt im Gebäude Marktplatz 7 und auf dem Marktplatz selbst vor.

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