Sie hat den Dreh raus: Franka Scheuer ist Hessenmeisterin im Hammerwurf

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Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.
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Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.
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Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.
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Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.
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Franka Scheuer präsentiert stolz ihren eigenen Hammer.
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Franka Scheuer präsentiert stolz ihren eigenen Hammer.
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Einen guten Handschuh braucht jeder Hammerwerfer.
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Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.

Seit ihrem ersten Wettkampf konnte die Borkenerin Franka Scheuer ihre Leistung mehr als verdoppeln, was nun zum Hessenmeistertitel im Hammerwurf reichte.

Knüllwald-Remsfeld. Der Hammer in Franka Scheuers Händen wirbelt immer schneller um sie herum, auch sie beginnt sich zu drehen, bis sie genug Fliehkraft aufgebaut hat und den Hammer zielgerichtet loslässt. Die 16-jährige Hammerwerferin aus Borken-Dillich trainiert an diesem Abend auf dem Gelände des TSV 05 Remsfeld in Knüllwald-Remsfeld. Zugleich ist sie die einzige Hammerwerferin des Vereins. Ihr Hammer flog bei diesem ersten Trainingswurf etwa 40 Meter, schätzt die frische Hessenmeisterin der weiblichen U18.

Franka Scheuer präsentiert stolz ihren eigenen Hammer.

Doch sie kann noch mehr, wie sie bei der Hessischen Meisterschaft im Kasseler Auestadion vor Kurzem bewies: Mit 49,59 Metern führte sie das Teilnehmerfeld aus rund zehn Hammerwerferinnen an und hat sich damit für die anstehende Deutsche Meisterschaft in Ulm Ende Juli qualifiziert. Mit diesem Ergebnis hat sie das Ergebnis ihres ersten Wettkampfs Anfang 2017 sogar mehr als verdoppelt (22,97 Meter).

Leichtathletik macht sie schon seit ihrem sechsten Lebensjahr. Den ersten Kontakt mit Hammerwurf machte Scheuer bereits 2015 in Borken. „Meine Trainerin sagte zu mir und den anderen Athleten, wir probieren alle mal Hammerwurf aus – und mir gefiel es sehr“, freut sich Scheuer noch heute. Als Ausgleich betreibt sie noch Sprint und Kugelstoßen, aber nicht auf Wettkampfniveau. „Mich begeistert, wie ich die Technik beim Hammerwurf verinnerliche, an Feinheiten feile und der Hammer dann weiter fliegt. So sind die Auswirkungen von Verbesserungen direkt spürbar. Technik bringt Reichweite“, so die Borkenerin weiter. „Aber Spaß ist die Hauptsache!“ Pressewart Bernd Feldmann ergänzt: „Es ist auch wichtig, die Reaktionsfähigkeit zu trainieren, etwa durch spontane Sprints aus unkomfortablen Sitzpositionen heraus.“

Einen guten Handschuh braucht jeder Hammerwerfer.

Drei- bis viermal Training pro Woche

Drei- bis viermal pro Woche geht Scheuer trainieren. Technik, Drehung, Fußarbeit und Kraft stehen da etwa auf dem Plan, wenn sie in Remsfeld und Treysa übt. „Man fängt mit den Drehungen an, bis alles automatisch passiert. Ich denke da auch nicht mehr darüber nach. Es passiert selten, dass ich den Abwurf verpasse“, fasst Scheuer ihren bisherigen Fortschritt zusammen. Sie gehört zudem zum Hessenkader. Feldmann berichtet stolz: „Wir hatten noch nie so viele Kaderathleten beim TSV wie jetzt.“

Beim TSV trainiert sie bei Heimtrainer Markus Sommerlade und beim HLV Stützpunkttrainer Nord bei Helmut Schneider in Treysa. Um der Sportart auf Wettkampfniveau nachzugehen, müssen aber auch weite Fahrtstrecken in Kauf genommen werden. „Diskus darf man zum Beispiel auf einen Fußballplatz werfen, den Hammer aber nur auf separate Plätze und viele Sportplätze sind nicht so vielseitig ausgestattet“, erklärt Feldmann.

Franka Scheuer schleudert den drei Kilogramm schweren Hammer auf dem Sportgelände des TSV 05 Remsfeld geschätzte 40 Meter weit – bei Wettkämpfen auch weiter.

Hinzu kommen die überschaubaren Kosten von rund 50 bis 150 Euro für den Hammer und einen guten Handschuh. Zwar ist das Gewicht der Kugeln je nach Geschlecht und Alter vorgegeben, doch kann das Material und der Umfang der Kugel unterschiedlich sein. Auch beim Griff und dem Handschuh gibt es verschiedene Varianten. Neben Scheuers eigenem Hammer kann sie aber auch die Hämmer des TSV nutzen. „Zum Training nehme ich auch mal leichtere oder schwerere Hämmer“, so die Hessenmeisterin.

Ihr Ziel für dieses Jahr hat sie mit der Qualifizierung für die Deutsche Meisterschaft auf jeden Fall erreicht und auf einem Wettkampf in Frankfurt darüber hinaus noch ein einprägsames Erlebnis gehabt: „Ich habe in Frankfurt ein Autogramm von Kathrin Klaas bekommen, die auch schon bei den Olympischen Spielen angetreten ist. Das war schon cool“, freut sich Scheuer. Ein Vorbild habe sie aber nicht.

Wie sich Scheuer bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm an diesem Wochenende schlägt, erfahren Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

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