Als dritte Stadt in Nordhessen: Homberg wird KOMPASS-Kommune

+
Setzten sich alle an einen Tisch: Vertreter von Polizei, Gemeinde, Ordnungsamt, Vereinen und Schulen kamen zusammen, um künftig für die Sicherheit in der Kreisstadt zu sorgen.

KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist seit Mai 2018 ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen. Sie zielt auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune ab.

Homberg. Dass sich Bewohner in Homberg sicherer fühlen können, ist nicht nur ein Gefühl, sondern spiegelt sich auch in den Fallzahlen wieder. „Doch wenn die objektive und die subjektive Sicherheit auseinandergehen, muss die Stadt dem Bedürfnis nach mehr Sicherheit Rechnung tragen“, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Nach der Häufung von Straftaten, vor allem im Homberger Stadtpark, wurde eine AG bei der örtlichen Polizei eingerichtet, die über 130 Straftaten aufdecken konnte.

„Damit haben wir die Szene schon in Aufregung versetzt“, freut sich das Stadt­oberhaupt über die positiven Erfolge. So kam auch bald der Anstoß vom Hessischen Innenminis-terium, dass sich Homberg beim KOMPASS-Programm (siehe EXTRA-INFO-Kasten) einbringt – und nun ist die Kreisstadt die bereits dritte Stadt in Nordhessen, neben Willingen und Gudensberg, die sich nun in Kooperation mit der Polizei aktiv mit den Ängsten und Sorgen der Bürger auseinandersetzt.

Der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach (li.) kam extra nach Homberg, um Bürgermeister Dr. Nico Ritz das KOMPASS-Begrüßungsschild zu überreichen.   

„Der Schwerpunkt wird auf zielgerichtete Prävention gelegt. So soll das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden und spezifische Lösungen für die jeweiligen Probleme vor Ort geschaffen werden“, so der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach bei der Auftaktveranstaltung, zu der relevante Sicherheitspartner an einen Tisch geholt wurden. Der nächste Schritt wird nun die Bildung eines Arbeitsgremiums sein. Nach einer anschließenden regionalen Analyse der Sicherheit in der Kreisstadt wird geschaut, wie die Bürgerbeteiligung aussehen kann. Ob durch eine Bevölkerungsbefragung, Bürgersprechstunden oder bei Versammlungen, „die Bürger sollen mehr zu Wort und zusammen kommen, um Probleme gemeinsam mit Schulen, Vereinen, der Stadt und der Polizei zu lösen“, erklärt Polizeihauptkommissar Selchow.

Die Sorgen und Gefühle der Bürger werden in die Bewertung vor Ort mit einbezogen, um so eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommune, Polizei und Bürgern zu erzielen. „Dazu müssen aber alle kommunalen Akteure an einen Tisch kommen. Nicht nur die Polizei und die Ordnungsbehörden, sondern ebenso Dienstleister oder Unternehmen, aber auch Schulen und Vereine“, verdeutlichte Polizeipräsident Stelzenbach.

Ein Beispiel für die Beteiligung kann Bürgermeister Ritz direkt nennen: „Wir planen die Umgestaltung von Stadtpark und Busbahnhof. Da bekommen die Bürger die Chance, sich in den Prozess einzubringen und die Sicherheit zu verbessern.“ Die KOMPASS-Ansprechpartner in Homberg sind neben dem Bürgermeister auch Polizeihauptkommissar Jan Selchow und Cornelia Berresheim von der Ordnungsverwaltung. Die Schnittstelle zu den Senioren übernehmen die Berater Hans-Dieter Wagner und Karl-Ernst Paul. Stelzenbach hatte neben Glückwünschen auch das KOMPASS-Starter-Set dabei. Darin war das KOMPASS-Begrüßungsschild, aber auch der Leitfaden, Anstecknadeln, Block und Kugelschreiber. Optimale Utensilien, um sich zusammen an einen Tisch zu setzen.

+++ Extra Info +++

Was ist KOMPASS?

KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist seit Mai 2018 ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen. Sie zielt auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune ab.

Die Polizei Hessen bietet an, gemeinsam mit den Kommunen und Bürgern, die spezifischen kommunalen Sicherheitsbedürfnisse, also auch die Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu erheben, zu analysieren und gemeinsam ein passgenaues Lösungsangebot zu entwickeln.

Weitere Kommunen, die Interesse an der Initiative haben, können sich jederzeit per E-Mail unter kompass.ppnh@polizei.hessen.de an das Polizeipräsidium Nordhessen wenden. Alle Infos gibt’s unter www.kompass.hessen.de.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"Die Fabelwege": Neue Wander- und Spazierrouten im Rotkäppchenland geplant

Fabelhafte Premiumwege entstehen im Knüll. Geplant sind 17 neue Spazier- und Wanderwege, die den Namen "Die Fabelwege" tragen sollen.
"Die Fabelwege": Neue Wander- und Spazierrouten im Rotkäppchenland geplant

Bauarbeiten verzögern sich: Ortsdurchfahrt Wallenstein voraussichtlich bis Mitte Dezember gesperrt

Die Ortsdurchfahrt Wallenstein bleibt voraussichtlich bis Mitte Dezember gesperrt. Hessen Mobil gibt Verzögerungen bei den Bauarbeiten als Grund dafür an.
Bauarbeiten verzögern sich: Ortsdurchfahrt Wallenstein voraussichtlich bis Mitte Dezember gesperrt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.