Erster Homberger Literaturpreis verliehen

+

Verleihung des ersten Homberger Literaturpreises im Keller unter dem Rathaus. Doris Klein aus Bad Wildungen gewinnt mit "Ratti".

Homberg. Premiere in der Kreisstadt: Zum ersten Mal wurde am späten Samstagabend der Homberger Literaturpreis verliehen. Zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt Hans Staden, wurde der Preis unter dem Motto "Hans Staden reloaded" ausgerufen. Den Erfolg des Autors mit seinem Werk "Wahrhaftige Historia" hat der Homberger Kulturring als Veranstalter zum Anlass für den Preis genommen. "Wir haben Bewerbungen aus ganz Deutschland bekommen" erklärte die erste Vorsitzende Christine Beutelhoff bei der Verleihung im Keller unter dem Rathaus. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury um Heinz Becker, Inge Hein und Ute Pipper-Rölke. Insgesamt 20 Einsendungen hatte es bei den Erwachsenen gegeben – bei den Jugendlichen acht. Gekürt wurden die ersten zehn von Schirmherr und Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Der erklärte: "Ich habe spontan für diese Schirmherrschaft zugesagt.

Dachte aber gleichzeitig: Das ist ja mutig. Es ist sicherlich nicht einfach genügend Einsendungen zu bekommen." Mit der Homberger Beteiligung sollte das Stadtoberhaupt Recht behalten. Einziger Teilnehmer aus der Kreisstadt war Klaus Bölling.Zur strahlenden Siegerin des ersten Literaturpreises wurde Doris Klein aus Bad Wildungen mit der Geschichte "Ratti" gekürt. Platz zwei ging an Klaus Kayser aus Heidelberg. Prominent besetzt wurde der dritte Platz, der an Liedermacher Clemens Bittlinger ging. Bei den Jugendlichen lagen die drei Besten gleichauf. Das Losverfahren entschied schließlich. Zur Freude von Jule Achternbosch aus Homberg, die auf Platz eins gelost wurde. Jacqueline Koshorst und Isabel Wiedemeyer folgten ihr auf den Plätzen zwei und drei. Anschließend ließen Gäste und Teilnehmer den Abend bei Musik von "De Lusejungen" gemütlich ausklingen. Und Christine Beutelhoff verriet: "In zwei Jahren soll der Homberger Literaturpreis wieder verliehen werden."

+++Zwischenruf von Julian Klagholz+++

Wo war der neue Hans?

"Hans Staden reloaded" – Dieses Motto hatte der Homberger Kulturring für den ersten Literaturpreis der Kreisstadt ausgegeben. Der große Homberger Sohn, dessen Werk "Warhaftige Historia" auch heute noch in aller Munde ist, sollte das Zugpferd sein. Falls der Plan lautete, so Schriftsteller-Talente in Homberg zu entdecken, ist dieser leider nicht aufgegangen. Mit Klaus Bölling war lediglich ein Einheimischer unter den Bewerbern um den ersten Homberger Literaturpreis. Doch woran lag’s? Alles Kulturbanausen in Homberg? Ist die Fantasie der seichten TV- und Internet-Unterhaltung durch RTL, Youtube und Co. zum Opfer gefallen? Auch die erste Vorsitzende des Kulturrings Christine Beutelhoff fand keine Erklärung für das Desinteresse seitens der Bevölkerung, zeigte sich aber ebenfalls enttäuscht. Auch über die Beteiligung der Homberger Schulen. Lediglich ein Lehrer habe seine Klasse für den Jugendpreis begeistert. Hier stellen sich mir wieder Fragen: Zu straffer Lehrplan? Oder hatten die Pädagogen schlichtweg keine Lust mit ihren Schülern am Projekt "Literaturpreis" zu arbeiten? Jule Achternbosch hat als Siegerin des Jugendpreises jedenfalls eindrucksvoll bewiesen, dass es in der Kreisstadt Bürger mit literarischem Potenzial gibt. Auch der Kulturring glaubt weiterhin an dieses Potenzial in Homberg und gibt den Bürgern in zwei Jahren eine weitere Chance. Damit es dann nicht mehr heißt: Wo war der neue Hans?

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.