Frielendorfer Gutshof Akademie bildet zum Waldbademeister aus

+
Thomas Bröker und Ilona Dörr-Wälde sind die Kursleiter beim Waldbaden.

Wieder öfter in den Wald gehen, den Alltag entschleunigen und zur Ruhe kommen: Beim Waldbaden ist all das möglich. Profis werden in Frielendorf sogar Waldbademeister.

Frielendorf-Großropperhausen. Einmal Waldbademeister werden steht wohl bei den wenigsten auf der Liste der zu erledigenden Dinge. Dabei gibt es seit Kurzem bei der Großropperhäuser Gutshof Akademie genau diese Möglichkeit.

Teilnehmer können an einem zweitägigen Kurs im Frielendorfer Ortsteil das Waldbaden praktisch erleben. Dabei geht es natürlich nicht darum, mit einer Badehose in ein Meer aus Blättern einzutauchen, sondern sich in den Wald zurückzuziehen und die Alltagsprobleme für einige Stunden zu vergessen und damit in der Natur, im Wald zu baden. „Schon ab 30 Minuten zeigt sich eine Wirkung, besser ist aber eine Stunde pro Woche“, erklärt Ilona Dörr-Wälde, die zusammen mit Thomas Bröker den Kurs leitet.

Diesen Aufnäher gibt es neben einer Urkunde nach der Ausbildung zum Waldbademeister.

Je nach Wetterlage bleiben die Teilnehmer bis zu drei Stunden im Wald, um sich bewusst auf die Atmung zu konzentrieren, den Wald wahrzunehmen oder auch zu schmecken. „Es kann eine ganz interessante Erfahrung sein, etwa ein Blatt zu kauen – die können sogar schmecken“, berichtet Dörr-Wälde begeistert. Weitere Ziele des Kurses sind zur Ruhe zu kommen, den Alltag zu entschleunigen, abzuschalten, Achtsamkeit zu üben und Probleme loszulassen, so Dörr-Wälde: „Die Teilnehmer sollen sich insgesamt wieder wohl fühlen, ihre Umgebung bewusst wahrnehmen. Das Grün stärkt auch das Immunsystem und die Abwehrkräfte.“

Auch die Teilnehmer zeigen sich begeistert: „Ich bin über die GrimmHeimat NordHessen auf das Thema aufmerksam gemacht worden, die in einem Projekt Nordhessen als Entschleunigungsregion etablieren will. Man kann ja nicht immer nur Gas geben, man muss auch mal auftanken“, sagt Rainer Wälde, der als Teilnehmer des Projekts um den Wert von Regeneration für die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit eines jeden Menschen weiß.

Einige Teilnehmer haben sich einige Stücke aus der Natur auch mitgenommen, um sich im Büro oder daheim stets an die beruhigende Zeit im Wald zu erinnern.

Während den Stunden im Wald werden auch Übungen gemacht, um sich mit dem Mentalen und dem Emotionalen auseinanderzusetzen. „Erwachsene jedes Alters sind willkommen mitzumachen. Kinder oder Familien würden wir aber ein separates Angebot machen“, so Dörr-Wälde.

Wer nach den zwei Tagen Selbsterfahrung noch nicht genug vom Waldbaden hat, kann eine viertägige Weiterbildung zum Waldbademeis­ter absolvieren, um dann auch andere zum Waldbaden anzulernen. Darin werden Hintergründe und Theorie vermittelt. Denn Waldbaden gibt es schon mehrfach in Deutschland, ist es doch aus Japan (s. EXTRA-INFO) herübergeschwappt – nur der Waldbademeister ist einzigartig in Großropperhausen.

Ilona Dörr-Wälde präsentiert hier eine der Urkunden, die Teilnehmer für das Waldbaden erhalten können.

„Ich denke das Waldbaden könnte wirklich dazu beitragen, wieder öfter nach draußen zu gehen und die Fleckchen Grün schätzen zu lernen“, hofft Dörr-Wälde. Zum ersten Kurs kamen neben Teilnehmern aus dem Schwalm-Eder-Kreis sogar Interessenten aus Stuttgart, München oder gar der Schweiz extra in den Frielendorfer Ortsteil. Die Ausbildung wie der Praxis­teil werden jeweils mit Teilnehmerurkunden beziehungsweise Zertifikaten belohnt. Mehr Infos und Online-Buchungen im Internet unter: https://www.gutshof-akademie.de/ausbildung/ausbildung-waldbademeister/.

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier

Extra-Info: Ursprung in Japan

Entstanden ist das Waldbaden als „Shinrin Yoku“ in Japan, wo man an Universitäten im Forschungszweig „Waldmedizin“ den positiven Auswirkungen vom Aufenthalt zwischen den Bäumen für die Gesundheit von Körper und Psyche auf den Grund geht.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Homberger Lange Straße: 61-Jähriger wurde bei Raubüberfall mehrmals ins Gesicht geschlagen

Zwei vermummte Männer überfielen am Sonntagabend einen 61-Jährigen und dessen 58-jährige Freundin in deren Homberger Wohnung in der Lange Straße.
Homberger Lange Straße: 61-Jähriger wurde bei Raubüberfall mehrmals ins Gesicht geschlagen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.