Fünf gegen Eine: Podiumsdiskussion zu "SuedLink" in Homberg

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Landesverband der Bürgerinitiativen gegen "SüdLink" hatte Landespolitiker zu Podiumsdiskussion zum Thema "SuedLink" nach Homberg eingeladen.

Schwalm-Eder. Das Thema "SuedLink" beschäftigt die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis bereits seit etwa zwei Jahren. In dieser Zeit hatten sich vielerorts Bürgerinitiativen (BI) gegen das Großprojekt gegründet. Hessenweit gibt es 23 solcher Gruppen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass eine riesige Strom-Autobahn von der Nordsee bis nach Süddeutschland gebaut wird. Die starken Bürgerproteste haben das bisherige Planungsverfahren gestoppt. Die größtenteils als Freileitung geplante Trasse soll nun auf weiten Strecken unterirdisch verlaufen.

In einer Podiumsdiskussion, zu der der Landesverband am Mittwoch ins Homberger Hotel Stadt Cassel eingeladen hatte, stellten sich Vertreter aller im Hessischen Landtag vertretenen Parteien und der im Kreistag vertretenen Freien Wähler (FWG). "Wir sehen grundsätzlich keinen Bedarf für eine solche Leitung", machte Landesverbandssprecher Bernd Herbold zu Beginn der Veranstaltung deutlich, "für uns stellt sich daher nicht die Frage nach dem ‘wie’ sondern nach dem ‘warum’".

Versorgungssicherheit oder doch nur Stromhandel?

Seine Verbandskollegin Erika Carstensen-Bretheuer übernahm die Moderation des Abends. Unter dem Motto "Farbe bekennen" fragte sie mit Blick auf die Kommunalwahlen: "Wie wollen die Parteien konkret mit dem Thema umgehen?" Die konsequente Energiewende sei "urgrünes" Thema, sagte Landtagsabgeordnete Angela Dorn von den Grünen, doch müsse diese zu einem ökonomischen Erfolg werden.

"Ja zu ‘SuedLink’, für Versorgungssicherheit und eine finanzierbare Energiewende", lautete daher ihr Standpunkt, der ihr im vollen Saal jedoch keine Sympathiepunkte einbrachte. Eine klare Absage an "SuedLink" erteilte Marjana Schott von den hessischen Linken: "Es geht hier nicht um Energie für Bayern, sondern um Stromhandel von Schweden nach Österreich", machte sie deutlich.

Energiegewinnung vor der Haustür

"Es kann nicht sein, dass eine Firma die Planung und den Bau dieses Großprojekts übernimmt, die es später auch betreiben will", kritisierte Sozialdemokrat Timon Gremmels den bisherigen Verlauf des Verfahrens und sprach sich, anders als die Bundes-SPD, gegen die Planung aus. "Hessen ist nur Transitland und hat daher keinen Nutzen, darüber hinaus ist das Erdkabel auch nicht der Weisheit letzter Schluss", sagte Jürgen Lenders von der FDP. CDU-Kreisgeschäftsführer Michael Schär sah die Einflussmöglichkeiten der Kommunalpolitik beispielsweise in der Ausweisung von Vorrangflächen für Windräder. Willi Werner (FWG) setzte sich ebenfalls für die dezentrale Energieversorgung ein.

Der Diskussionsabend, an dem sich auch das Publikum bisweilen sehr emotional beteiligt hatte, lieferte letztendlich keine konkreten Pläne. Die Frage eines Zuschauers aus Frielendorf regte jedoch zum Nachdenken an: "Hier sitzen sechs Parteien, von denen fünf mehr oder weniger gegen ‘SuedLink’ sind – warum haben wir uns dann überhaupt getroffen?"

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