Da lachen die Hühner: Holzhäuser Geflügelzüchter stellen ihr tierisches Hobby vor

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Ein Bad im eigenen Swimming-Pool: Die Warzenenten von Werner Schlieper aus Lendorf können sich auf einer Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern frei bewegen.

Der Geflügelzuchtverein Holzhausen (GZV) steht seit 1948 für Freude am lebenden Tier und artgerechte Haltung. Um einen Einblick in das Vereinsleben zu gewähren, lädt der GZV für den 23. April zum Tag des Geflügels ein. 

Homberg-Holzhausen. Wenn es um sie herum gackert und schnattert sind sie selig. Markus Kossowatz und Werner Schlieper sind passionierte Rassegeflügelzüchter. Diese Leidenschaft teilen sie mit 53 weiteren Freunden der gefiederten Tiere. Kossowatz ist erster Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins (GZV) Holzhausen, Werner Schlieper ist sein Stellvertreter. Letztgenannter hat sich 1965 den Warzenenten verschrieben. „Ich habe die Enten damals von meinem Grundschullehrer bekommen – seitdem begleiten die Tiere mich“, sagt der 62-Jährige aus Lendorf. Markus Kossowatz hingegen ist in eine geflügelbegeisterte Familie hineingeboren.

„Mein Vater war bereits Rassegeflügelzüchter, so bin ich auch dazu gekommen und hatte schon mit acht Jahren meine ersten Hühner“, erklärt der 48-jährige Kossowatz, der auch seinen Sohn für das Hobby begeistern konnte. „Das ist keine Seltenheit. Viele Familien sind Mitglied in unserem Verein“, sagt der Vorsitzende. So zählt die Jugendgruppe aktuell acht Jungzüchter. „So lernen Kinder und Jugendliche früh Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen“, betont Kossowatz.

Aber auch Familienunabhängig habe der Verein in jüngerer Vergangenheit viele frische Gesichter begrüßen können. „Selbstversorgung ist derzeit wieder in aller Munde und die Wertschätzung für Tiere, vor allem als Nahrungsmittel oder Nahrungsmittellieferant ist gestiegen. Diese Entwicklung freut uns natürlich sehr“, erklärt der 48-Jährige. Die Vorsitzenden raten jedoch dazu sich einem Verein anzuschließen.

Futterversteck: Die Näpfe für seine Enten muss Werner Schlieper abdecken, damit fremde Vögel sich nicht daran bedienen.

„Wer sich dazu entschließt in die Rassegeflügelzucht einzusteigen oder einfach nur Tiere für die Selbstversorgung halten möchte, ist bei uns an der richtigen Adresse. Wir schicken niemanden nach Hause, ohne geholfen zu haben“, sagt Werner Schlieper. Der 62-Jährige brütet gar Eier für Vereinskameraden in seiner Brutmaschine aus. „Das ist bei uns selbstverständlich. Auch bei Urlaub oder im Krankheitsfall springt der eine für den anderen ein“, betont Schlieper. Die Vereinstreffen finden einmal pro Monat statt. Der Jahresbeitrag ist mit 15 Euro überschaubar. Wer mehr über den Verein erfahren möchte, sollte am 23. April nach Holzhausen kommen.

Tag des Geflügels am 23. April

An diesem Tag lädt der GZV Holzhausen von 10 bis 16 Uhr zum Tag des Geflügels ein. Zum zweiten Mal findet die Veranstaltung auf dem Vereinsgelände „Am Zollstock“ statt. Die Züchter möchten an diesem Tag die Gelegenheit nutzen, ihr Hobby vorzustellen. Außerdem kann man mit etwas Glück den Küken beim Schlüpfen im Schaubrüter zusehen. Für die kleinen Besucher gibt es ein Schätzspiel. Weiter auf dem Programm stehen die Vorstellung des Geflügels der Vereinsmitglieder oder auch ein Hennenschönheitswettbewerb. Mehr Infos: Markus Kossowatz, Tel. 05681-939102.

Extra-Info

Hühnerhaltung für Einsteiger

Für Einsteiger empfehlen Markus Kossowatz und Werner Schlieper Hühner, da der Aufwand und auch der benötigte Platz am geringsten sei. Die Experten raten für den Anfang zu einem sogenannten Stamm, bestehend aus drei bis vier Hühnern und einem Hahn. „Wenn man nur Eier haben möchte und nicht züchten, reichen drei bis vier Hühner (Kosten pro Huhn zwischen fünf und 20 Euro) aus.

Um diese artgerecht zu halten reicht ein vier bis fünf Quadratmeter großer Stall mit Voliere – den man auch im Baumarkt bekommt – vollkommen aus“, erklärt Kossowatz. Den Zeitaufwand gibt der erste Vorsitzende mit etwa einer halben Stunde pro Tag an – plus einmal wöchentlich Stallreinigung (circa eine Stunde). „Morgens rauslassen, abends reinholen und Eier aus dem Stall mitnehmen, das war es dann schon“, sagt Kossowatz und ergänzt, dass bei vier Hühnern etwa zwei Eier pro Tag zu erwarten seien.

Zu fressen gibt es Futtermischung aus Getreide oder auch Essensreste. „Hühner sind Allesfresser, bleibt also vom Sonntagsbraten etwas übrig, kann man das völlig unbedenklich den Tieren geben. Ein 25-Kilo-Sack Futter kostet etwa 15 Euro und reicht vier Hühnern etwa zwei Monate“, so Werner Schlieper.

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