Immer mehr Hacker-Angriffe auf öffentliche Einrichtungen: Schwalm-Eder-Kreis trifft Vorkehrungen und schult regelmäßig Personal

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Greifen auch immer öfter öffentliche Einrichtungen an: Hacker haben jüngst die IT-Systeme der Stadt Alsfeld für einige Tage lahmgelegt.

Neben Unternehmen und Privatpersonen geraten auch immer öfter öffentliche Einrichtungen in das Visier von Hackern. Der Schwalm-Eder-Kreis sieht sich gerüstet und schult sein Personal regelmäßig.

Schwalm-Eder. Der Tag beginnt wie jeder andere Bürotag auch: den Rechner hochfahren und das E-Mail-Postfach öffnen. Und dann ist da plötzlich diese Nachricht, der kein Absender zugeordnet werden kann. Doch die Nachricht hat es in sich. Es ist eine Erpresser E-Mail. Der Absender fordert Lösegeld – nicht etwa für eine Person, sondern für Daten. Bei Nicht-Zahlung würden diese verschlüsselt bzw. seien für immer verloren. Hacker haben die elektronischen Sicherheitsschranken überwunden und das Kommando übernommen.

Dieses Vorgehen ist nicht neu und gerade Unternehmen betreiben großen Aufwand, um mögliche Hackerangriffe im Keim zu ersticken. Neu ist jedoch, dass immer häufiger öffentliche Einrichtungen ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Das bestätigt der Lagebericht über IT-Sicherheit in Deutschland, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im Oktober vorgestellt hat. Denn vor allem Behörden verwalten ein mittlerweile teures Gut: persönliche Daten.

In Hessen hat es bereits die Städte Bad Homburg und Frankfurt erwischt. Zudem wurden die Systeme der Uni Gießen gehackt. Jüngstes Opfer ist die Stadt Alsfeld, die zum Jahresanfang eine Erpresser-Mail im Postfach hatte. Sie alle waren gezwungen sofort den Stecker zu ziehen, die IT-Systeme vom Netz zu nehmen, bevor der Schaden noch größer wird. Zwar konnte man in Alsfeld nur wenige Tage später wieder ans Netz gehen, in Gießen war man über Wochen offline und spürt noch heute die Folgen.

Die Betroffenen sind erst mal lahmgelegt. Der Rückfall ins analoge Zeitalter kommt einer Katastrophe gleich, die zudem immense Kosten verursacht.

Auch beim Schwalm-Eder-Kreis weiß man um die Auswirkungen, die ein solcher Angriff nach sich ziehen kann. Der Schutz der personenbezogenen Daten habe in der Homberger Kreisverwaltung hohe Priorität. „Der Schwalm-Eder-Kreis ist sich seiner Verantwortung für den Schutz der von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch von den Beschäftigten erhobenen Daten bewusst. Datenschutz und IT-Sicherheit werden in der täglichen Arbeit sehr ernst genommen“, betont Lisa-Maren Brass von der Pressestelle des Schwalm-Eder-Kreises auf Nachfrage unserer Zeitung.

Brass erklärt aber auch, dass die Cyber-Attacken in den vergangenen Wochen jedoch deutlich gemacht hätten, dass es in der digitalen Welt keinen hundertprozentigen Schutz geben werde. „Nutzer und Anwender sind gleichermaßen gefordert, achtsam zu sein“, sagt Brass.

Und weiter erklärt Brass: „Zum Schutz der Daten und der bestehenden Infrastruktur werden technische und organisatorische Vorkehrungen getroffen und die Beschäftigten des Schwalm-Eder-Kreises regelmäßig geschult.“

EXTRA-INFO

Tipps vom IT-Experten: So schützen Sie den PC zu Hause

Auch Privatpersonen werden immer wieder Opfer von Hacker-Angriffen. Wie man den PC zu Hause am besten schützt, erklärt Christian Schneider, IT-Leiter der Extra Tip Mediengruppe:

„Ein Allheilmittel gibt es leider nicht, man kann jedoch einige Vorkehrungen treffen, die es Hackern erschweren auf den PC zuzugreifen, wobei der größte Risikofaktor noch immer der Anwender selbst ist. So sollten E-Mails, auch wenn sie vermeintlich von Freunden oder Bekannten kommen, gründlich gelesen werden, bevor man irgendwelche Anhänge öffnet oder auf Links klickt. Vor allem schlechte Rechtschreibung oder schlechtes Deutsch können Indikatoren für eine Phishing-Mail sein. Sonst sollten Private Nutzer immer einen guten Virenscanner haben. Bei Windows 10 ist zum Beispiel ein guter Virenschutz installiert. Dann sollten die Betriebssysteme immer aktuell gehalten werden – also immer die Updates installieren. Zudem sollten man regelmäßig Backups erstellen, um Daten für den Fall der Fälle zu sichern. Das Risiko, sich einen Virus einzufangen, ist natürlich bei Unachtsamkeit beim surfen im Internet deutlich höher.“

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