Hingucker der Homberger Sommerwiesn: Familie Burghard betreibt Riesenrad „La grande Roue Parisienne“

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Hier geht’s lang: Michael Burghard betreibt mit seiner Familie das Riesenrad „La grande Roue Parisienne“ und ist damit nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland unterwegs.

Wenn alles optimal verläuft, dauert es nur zwölf Stunden bis eines der größten transportablen Riesenräder Europas, das „La grande Roue Parisienne“ betriebsbereit aufgestellt ist. Betrieben wird es von Michael Burghard und seiner Familie, die jüngst auf der Homberger Sommerwiesn gastierten.

Von Helena Muhm

Homberg. Es stach in den vergangenen Tagen schon aus weiter Entfernung ins Auge: das „La grande Roue Parisienne“. Attraktiv beleuchtet in bunten Regenbogenfarben war es als eines der größten Riesenräder Europas schon oft auf bundesweiten Rummelplätzen, aber auch im nahegelegenen Ausland zu sehen. Am Wochende drehte es seine Runden auf der ersten Homberger Sommerwiesn.

Michael Burghard, der Betreiber des Riesenrades, entdeckte seine Liebe zur runden Attraktion vor 21 Jahren. Die Eltern seiner Frau Susanne betrieben damals das Riesenrad „Columbia III“, das er schließlich übernahm. Heute betreibt er gemeinsam mit seiner Frau, seinem Sohn und sechs weiteren Angestellten das „Roue Parisienne“.

Unter den 36 Gondeln des Riesenrades gibt es offene wie geschlossene Kabinen, eine speziell für Rollstuhlfahrer und eine für festliche Anlässe wie Hochzeiten.

Bereits drei Tage vor Beginn der Sommerwiesn, am Dienstag-nachmittag, reisten sie mit fünf Lastwagen und 180 Tonnen Ladung an, um die beliebte Kirmesattraktion aufzubauen. Wenn es mal richtig schnell gehen muss, brauchen Burghard und sein Team für den Aufbau des Fahrgeschäftes lediglich zwölf Stunden. Dieses Mal mussten sie allerdings wegen eines aufziehenden Gewitters eine Pause einlegen und so stand das Riesenrad in seiner 48 Meter hohen Pracht erst am Donnerstagnachmittag.

Wer nun denkt, ein Fahrgeschäft mache nur Arbeit, wenn es läuft, hat weit gefehlt: „Vor seinem eigentlichen Betrieb wird das Riesenrad jeden Tag durch alle verfügbaren Mitarbeiter gewartet, das heißt, alle Schrauben, das Licht und die Verriegelung der Sitze werden sorgfältig überprüft.“ Gehen die Lichter des Fahrgeschäfts spätabends aus, ist für die Männer und Frauen des Riesenradbetriebs aber noch kein Feierabend. Nach einem erfolgreichen Tag muss noch gefegt und Dekorationsgegenstände wie Bänke oder Bäumchen weggeräumt werden. Auch der Kühlschrank, der den Sekt kühlt, muss verschwinden. Denn das Roue Parisienne hat unter den 36 drehbaren sogar eine VIP-Gondel, die insbesondere für Hochzeiten gerne gebucht wird. Auch durch seine Rollstuhlgondel sticht das Riesenrad hervor.

Ein Riesenrad mit Tradition: Die Familie Burghard-Kleuser steht seit mehr als 100 Jahren für die großen Fahrgeschäfte.

„Ich wollte, dass auch Rollstuhlfahrer die einzigartige Chance bekommen, die Fahrt mit einem Riesenrad zu erleben“, sagt Burghard. Habe es sich einmal herumgesprochen, dass das Roue Parisienne in einer bestimmten Stadt Station macht, kämen interessierte Rollstuhlfahrer sogar aus bis zu 50 Kilometern Entfernung angereist.

So sehr das Leuchten in den Augen seiner Fahrgäste dem Riesenradbetreiber auch Freude bereitet, das Schaustellerleben hat auch seine Schattenseiten: „Wenn andere sich vergnügen, müssen meine Familie und ich arbeiten.“, klagt Burghard. Außerdem sei er immer in Bereitschaft und müsse sich stetig um die immer strenger werdenden Sicherheitsauflagen kümmern. „Überdies kommen immer höhere Kosten auf uns zu, um das Riesenrad zu betreiben.“ Trotz so mancher Schwierigkeiten kann Burghard sich jedoch nach all den Jahren noch immer über regen Besuch seines Fahrgeschäftes freuen.

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