Einkaufszentrum, Kita, Straßensanierung: Stadt lädt Homberger zur Bürgerversammlung ein

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Am Freitag beginnen die Abrissarbeiten auf dem Ulrich Areal für das Einkaufszentrum an der Homberger Drehscheibe. Nach mehrfachen Verzögerungen ist die Eröffnung jetzt für Herbst 2020 geplant.

Nachdem es lange ruhig war um das geplante Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Ulrich-Areal in Homberg, scheint es jetzt doch vorwärts zu gehen. Zumindest sollen die Abbrucharbeiten am kommenden Freitag beginnen. Mehr Infos zum EKZ und zu weiteren Themen gibt es bei einer Bürgerversammlung.

Von STEVEN VORPHAL

Homberg. In Homberg stehen in naher Zukunft mehrere große Projekte an beziehungsweise vor dem Abschluss. Aus diesem Grund lädt die Stadt – vertreten durch Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau und Bürgermeister Dr. Nico Ritz – am Dienstag, 20. November, um 19 Uhr zu einer Bürgerversammlung in die Homberger Stadthalle ein.

So sieht die Stadt Gesprächsbedarf bei der Thematik der Straßenbeiträge. Zwar sei die Beteiligung der Anwohner an den Straßenbeiträgen abgeschafft worden, allerdings sei es „wichtig den Hombergern eine Definition darüber zu liefern, was eigentlich alles in den Straßenbeiträgen enthalten ist und was nicht“, erklärt Thurau.

„Bisher wurden die Anwohner mit bis zu 50 Prozent an den Kosten für etwaige Straßen- und Kanalsanierungen beteiligt, die durch die angefallenen Straßenbeiträge finanziert wurden“, fügt Bürgermeister Ritz hinzu. So seien Kosten in bis zu sechsstelliger Höhe oftmals auf die Anwohner der jeweiligen Straße umgelegt worden. Umso schöner sei es, dass die politischen Vertreter der Stadt dafür gesorgt haben, dass Straßenbeiträge nicht zu Lasten der Homberger Bürger finanziert werden.

„Viele Straßen sind in sehr schlechtem Zustand“

So kam es dazu, dass viel liegen geblieben sei, was wiederum dazu führte, dass viele Straßen in einem schlechten Zustand seien. Als absolutes Negativbeispiel diene hier die Berliner Straße in Holzhausen, deren Belag oftmals eher einer Kraterlandschaft, als einer normalen Straße gleiche, so Ritz.

Selbst bei gutem Wetter ist die Berliner Straße im Homberger Stadtteil Holzhausen kein schöner Anblick.

Im gleichen Atemzug werde es ebenso um den Verkehrsentwicklungsplan gehen, wie auch um das Kulturzentrum Krone. Hier liefe die Vorplanung der baulichen Lösung bereits, erklärt der Bürgermeister und führt aus: „Wir müssen uns mit zwei Dingen auseinandersetzen: Einerseits mit der Thematik, wie man solch einen Saal bespielt, und andererseits mit den baulichen Gegebenheiten.“

So müsse im ersten Obergeschoss die Barrierefreiheit in einer praktikablen Art und Weise hergestellt werden, was allerdings nur ein Bestandteil der herausfordernden baulichen Lösung sei, so Ritz. „Zur Realisierung stehen uns circa 500.000 Euro zur Verfügung, die größtenteils durch das Land gedeckt werden, dennoch bedarf es eines strukturierten Konzepts. Es ist wichtig den Bürgern erklären zu können, was dort mit dem Geld geschieht.“ Aus diesem Grund sei die Versammlung notwendig und wichtig, um den Bürgern „möglichst klare Antworten geben zu können“, betont das Stadtoberhaupt.

„Veränderte Anforderungen an die Kinderbetreuung“

Ein weiteres Thema auf der Agenda der Bürgerversammlung sind die Kindertagesstätten in der Stadt und deren Sanierung, die oftmals mehr als nötig sei, wie Ritz schildert. Die Sanierung von Kindertagesstätten sei zwar teuer, aber eine Investition in die Zukunft.

Ritz erklärt: „Es ist notwendig im Blick zu behalten, wie sich das Betreuungsmodell im Laufe der Zeit verändert hat. Früher blieben die Kinder beispielsweise von 8 bis 12 Uhr vor Ort, heute von 7 bis 17 Uhr. Somit müssen die Einrichtungen nun andere Aufgaben erfüllen als damals.“

Um den aktuellen Veränderungen Rechnung zu tragen, möchte Ritz den direkten Austausch mit den Bürgern suchen, um mögliche Fragen und Bedenken im Hinblick auf hohe Investitionssummen und große Investitionsvorhaben ausräumen zu können.

„27 Millionen Euro für 7.000 Quadratmeter“

Weitere Themen die im Rahmen der Bürgerversammlung behandelt werden sind das Multifunktionshaus Marktplatz 15, das Ärztehaus, das Schwimmbad Erleborn und das geplante Einkaufszentrum. Hierzu teilt Heike Fauser, die zuständige PR-Managerin des verantwortlichen Unternehmens Schoofs Immobilien, mit: „Am Freitag, 16. November, gibt es – in Kooperation mit der Stadt Homberg – eine Abrissfeier. Ab 12.30 Uhr haben die Bürger vor Ort ein letztes Mal die Möglichkeit, sich das alte Areal anzusehen.“

Das Unternehmen investiert ,nach eigenen Angaben, in den 7.000 Quadratmeter Neubau an der Drehscheibe circa 27 Millionen Euro. Zur Realisierung des Projekts hätten zwar einige Meilensteine überwunden werden müssen, dennoch sei man über die überschaubare Entwicklungszeit zufrieden, erklärt Mohamed Younis, Mitglied der Geschäftsführung von Schoofs Immobilien, und ergänzt: „Die Vermittlungsquote liegt bereits bei 85 Prozent, wobei die Lebensmittelhändler Rewe und Aldi, die Handelskette Müller und das Aktionskaufhaus Woolworth als Hauptmieter fungieren.“

Nach dem baldigen Abriss, soll im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten begonnen werden, so dass die Eröffnung im Herbst 2020 – wie geplant – stattfinden könne, so Fauser.

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