Homberg: Stein vor Kreisverwaltung erinnert jetzt an Flucht und Vertreibung

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Von links: Landrat Winfried Becker, Mitinitiator Marwart Lindenthal, Margarete Ziegler-Raschdorf (Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler), Künstler Lutz Lesch und Initiator Horst W. Gömpel.

Vor der Kreisverwaltung in Homberg wurde jetzt ein Gedenkstein mit Tafel eingeweiht, der an die Flucht und Vertreibung tausender Deutscher aus ihrer Heimat in 1946 erinnern soll.

Homberg. Ein Gedenkstein mit einer Tafel auf dem Gelände der Kreisverwaltung in Homberg erinnert seit vergangener Woche an die Flucht und Vertreibung tausender Deutscher aus ihrer Heimat in 1946.

Landrat Winfried Becker ging bei der Einweihung in seiner Rede auf die Notwendigkeit der Erinnerung ein. „Nur, wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“, so zitierte er August Bebel. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die Erinnerung wach zu halten und insbesondere auch an nachwachsende Generationen weiterzugeben.

Seinen Dank richtete Landrat Becker an die Initiatoren und zahlreiche Spender, die erst ermöglichten, dass Stein und Bronzetafel aufgestellt werden konnten.

Die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, ging in ihrem Redebeitrag auf das Leid der Vertriebenen ein und zeigte sich erfreut, dass der Landkreis sich dem Thema der Erinnerung widmet.

Weitere Vertreter des Bundes der Vertriebenen, der Sudetendeutschen Landsmannschaft Kassel, sowie der Initiator des Gedenksteins kamen in einer sich anschließenden Feierstunde in der Kreisverwaltung zu Wort.

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EXTRA INFO

Text der Erinnerungstafel:

Flucht und Vertreibung aus den Deutschen Ostgebieten Nach dem II. Weltkrieg verloren mehr als 15 Millionen Deutsche durch Flucht, wilde und planmäßige Vertreibung ihre Heimat. Auch der jetzige Schwalm-Eder-Kreis hatte viele erschöpfte und mittellos ankommende Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen. Allein 28.500 Personen kamen aus dem Sudetenland. 25 Transporte mit jeweils bis zu 1.200 Personen in 40 Viehwaggons erreichten 1946 die Zielbahnhöfe Melsungen, Treysa und Wabern. Viele fanden hier ein neues Zuhause und trugen entscheidend zu Wiederaufbau und Entwicklung unseres Landes bei.

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