In Homberg kommt ein Lächeln per Post

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Zeichnungen, Grußkarten und sogar Bügelperlenbilder haben bereits ihren Weg in die Post gefunden. Jana Edelmann-Rauthe und Jan Schmitt hoffen, dass noch viele Homberger - egal ob Kinder oder Erwachsene - mit ihren Briefen für ein Lächeln bei den Homberger Senioren sorgen.

Rund 100 Grußkarten mit einigen herzlichen Worten oder mit viel Herzblut gemalte Kinderbilder haben seit Anfang der Woche ihren Weg vom Jugendzentrum in die Briefkästen von rund 100 Hombergern gefunden haben, um den älteren Menschen in der Corona-Krise ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Homberg. Viele ältere Menschen, können aufgrund der aktuellen Lage ihr Zuhause nicht verlassen, und auch Besuch von Kinder und Enkeln stellt derzeit für Senioren keine Möglichkeit da, der Einsamkeit zu entfliehen. Andererseits herrscht in vielen Kinderzimmern durch die Schließung von Kitas und Schulen Langeweile. Da könnte man gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen, hat sich Anfang April Jana Edelmann-Rauthe, Vorsitzende des Ausschusses Kinder, Jugend, Soziales und Integration gedacht und zusammen mit der Stadtjugendpflege die Aktion „Verschick ein Lächeln“ ins Leben gerufen.

Die Idee, die dahintersteckt, ist ganz einfach: Kinder malen ein Bild, basteln etwas oder schreiben ein paar Zeilen, stecken ihr „Werk“ in einem Briefumschlag, den sie in einen am Jugendzentrum aufgestellten „Briefkasten“ werfen und lassen ihren lieben Gruß von den Mitarbeitern der Stadtjugendpflege an einen älteren Menschen in Homberg verschicken, um diesen in der Corona-Zeit eine kleine Freude zu bereiten.

Eine buntbemalte Wahlurne, die am Jugendzentrum steht, dient als großer Briefkasten für die „Verschick ein Lächeln“-Aktion.

„Bis Mittwochnachmittag haben wir rund 100 Einsendungen erhalten“, berichtet Stadtjugendpfleger Jan Schmitt, der zusammen mit seinen Kolleginnen Ronja Lessing und Larissa Euler dafür sorgt, dass die Post, nachdem sie 72 Stunden in Quarantäne liegt, ihren Weg weiter in die Briefkästen der Senioren findet. Neben bunten Kinderzeichnungen und liebevoll gebastelten Bügelperlenbildern seien auch einige Grußkarten dabei gewesen, ergänzt Jana Edelmann-Rauthe.

Was als eine Aktion für Kinder geplant war, habe inzwischen auch einige Erwachsene angesprochen, freut sich die Ideengeberin. „Wir möchten uns schon jetzt bei allen, die mitgemacht haben, herzlich bedanken und hoffen, dass uns in den kommenden Tagen noch viele Briefe erreichen, die wir weiterleiten können.“

Insgesamt gebe es in der Kreisstadt samt ihrer Ortsteile rund 1.100 Senioren über 70 Jahre. „Wir wollen möglichst vielen ein Lächeln zuschicken“, so das Ziel der Initiatoren. Wer sich über einen Brief freuen kann, werde per Losverfahren entschieden, berichtet Schmitt. Die Stadtjugendpflege habe von der Stadtverwaltung unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen eine Liste aller in Homberg lebenden Menschen über 70 Jahren bekommen. „Wir losen zu jedem Brief eine Zahl aus und schauen, schauen in der Liste nach und adressieren dann den Brief“, so der Stadtjugendpfleger. Und vielleicht entwickelt sich aus der Aktion, die die Solidarität zwischen Jung und Alt stärken soll, auch die eine oder andere Brieffreundschaft zwischen den Generationen in der Kreisstadt, denn die Kinder konnten auf dem Briefumschlag ihre eigene Adresse angeben, was viele auch freiwillig getan hatten, so Schmitt abschließend.

So funktioniert die Aktion:

Die Kinder malen Bilder, schreiben oder basteln Grüße an einen älteren Menschen, welche diesen Mut macht und zeigt, dass jemand an sie denkt. Diese Grüße werden von den Kindern in einen Briefumschlag gesteckt (bitte nicht zukleben) und in einen besonders gekennzeichneter Briefkasten am Jugendzentrum (Davidsweg 19 in Homberg) eingeworfen. Die Stadtjugendpflege hat eine Adressliste aller älteren Menschen in Homberg und den Stadtteilen im Alter ab 70 Jahren. Per Zufallsprinzip wird eine Adresse aus dieser Liste ausgewählt, der Brief von der Stadtjugendpflege adressiert, frankiert und anschließend an seinen Empfänger verschickt. Wenn die Kinder ihre eigene Adresse als Absender auf den Briefumschlag schreiben, ist es sogar möglich, dass sie von dem Empfänger ihrer Grüße eine Rückantwort bekommen.

Informationen zum Ablauf der Aktion sowie ein Anleitungsvideo gibt es auf der Seite der Stadt.

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