Homberg im perfekten „Augenklick“: Hobbyfotografin Christine Schneider setzt ihre Heimatstadt in Szene

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Meinungsaustausch: Christine Schneider (2. v. re.) erläutert ihre Gedanken zum Bildaufbau.

Sie hat ein Herz für ihre Heimatstadt und setzt sie gekonnt in Szene: Hobbyfotografin Christine Schneider aus Homberg zeigt in sozialen Netzwerken ihre "Homberger Ansichten". Jüngst hat sie einige ihrer Werke auch in einer Ausstellung präsentiert. 

Homberg. Was ist eigentlich Kunst? Schon so mancher hat sich den Kopf darüber zerbrochen und um eine Definition für sich gerungen. Kann man Kunst lernen oder wird uns Menschen die künstlerische Ader bei Geburt mit in die Wiege gelegt? Ist für den einen ein Gemälde von Rembrandt Kunst, sieht der andere in einem bunten Farbklecks auf der Leinwand schon ein künstlerisches Werk. Eines steht jedenfalls fest: Kunst liegt immer im Auge des Betrachters, und jeder hat ein anderes Kunstverständnis. Kann man die Fotografie auch als Kunst sehen? Leider wird die Fotografie in Deutschland immer noch sehr stiefmütterlich betrachtet, dabei hätte gerade die digitale, künstlerische Fotografie es verdient, sich einen festen Platz neben Christo, Hundertwasser und Co. zu erobern.

Eine, die das Handwerk mit Licht zu malen besonders gut versteht, ist Christine Schneider. Die 34-Jährige, in Homberg geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat ihre Liebe zur künstlerischen Fotografie erst vor wenigen Jahren entdeckt. Inspiriert wurde sie von einer guten Freundin, die selbst als Hobbyfotografin unterwegs ist. Anfangs „knipste“ sie noch mit einer kleinen Digitalkamera, bis sie sich traute und sich eine digitale Spiegelreflexkamera zulegte.

„Das Besondere an der Fotografie sind für mich schöne Landschaften, Natur und Lichtstimmungen. Das fasziniert mich. Da ich in Kunst schon immer schlecht war und nicht gut zeichnen kann, male ich jetzt eben mit Licht und japanischer Kameratechnik. Man kann wunderbar abschalten, sich im Moment verlieren und vor allem schult man den Blick für Details“, so Schneider und führt weiter aus, dass Homberg ihre Heimat sei. „Wenn ich unterwegs war, im Urlaub beispielsweise und fahre von Remsfeld her kommend die B323 entlang, sehe ich hinter der ersten Kurve die Stadtsilhouette mit dem Schlossberg. Dann fühle ich mich gleich wieder zu Hause.“

Blick über die Kreisstadt: Nur eine Aufnahme von Hobbyfotografin Christine Schneider, die sie in ihrer ersten Ausstellung präsentierte. Mehr Bilder gibt’s aber auch auf Facebook und Instagram unter „Homberger Ansichten“.

Letzte Woche stellte sie im Rahmen des Homberger Nachtmarktes 16 ihrer schöns­ten Homberger Ansichten aus. Es war die erste Ausstellung dieser Art in der Seminarwerkstatt und Praxis von Psychologin Martina Falk. Ihr Ehemann, Tobias Schneider, begleitete die Ausstellung musikalisch und verlieh der Veranstaltung mit Songs von unter anderem Tom Petty, R.E.M. und den Eagles den musikalischen Rahmen.

Regen Zuspruch erhielt die Ausstellung und eine große Zahl Kunstinteressierter fand den Weg in die Untergasse, um sich an den Fotografien zu erfreuen und um Homberg mal aus der Sicht der Fotografin zu entdecken. Einige waren von ihren Werken und ihrem „Klick“ auf Homberg so fasziniert, dass sie spontan ein Werk von ihr kauften. Bei Facebook und Instagram betreibt Schneider seit nunmehr drei Jahren die Seite „Homberger Ansichten“. Dort veröffentlicht sie in der Regel ein Bild pro Woche, mal mit geschichtlichem Hintergrund und interessanten Fakten, mal ohne. Rund 700 Nutzer haben ihre Seite abonniert und erfreuen sich an bekannten und weniger bekannten Homberger Ansichten. Weitere Ausstellungen dieser Art sind bereits in Planung.

Im November letzten Jahres gründete Schneider die „Fotofreunde Homberg“. Gemeinsam mit 24 Fotobegeisterten wird sie voraussichtlich im Herbst dieses Jahres und im Mai 2019 weitere Ausstellungen veranstalten, dann aber nicht nur mit Homberger Ansichten. Themen und Informationen hierzu gibt es zu gegebener Zeit über die Webseite https://fotofreundehomberg.wordpress.com.

Im November soll erstmalig ein Kalender mit spektakulären Luftaufnahmen der Stadt und allen 21 Stadtteilen, an dem sie zusammen mit einem Bekannten arbeitet, erscheinen. Mit ihrer Ausstellung hat Christine Schneider ihre „Homberger Ansichten“ nun von der virtuellen in die reale Welt geholt.

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