Homberg zeigt Flagge bei den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“

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Hoch über den Köpfen der Autofahrer und für jeden sichtbar: Zwei der vier großen Banner hängen seit Montag an der Osterbachbrücke.

An verschiedenen Orten in der Kreisstadt aber auch in den Nachbargemeinden wehen seit dieser Woche Flaggen gegen Rassismus.

Homberg. „Antisemitismus, Rassismus und Vorurteile nehmen heute leider einen immer breiteren Raum in unserer Gesellschaft ein. Damit einher geht ein radikales, geistiges politisches Klima, das letztendlich rechtsextremistische Mordanschläge ermöglicht hat (Wolfhagen-Istha, Halle, Hanau etc.)“, berichtet Thomas Schattner. Gegen diese Entwicklungen wenden sich auch in diesem Jahr die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (IWGR) in Homberg. In den Veranstaltungen geht es stattdessen um das Miteinander, um Mitmenschlichkeit und Toleranz, kurzum um eine offene, plurale Gesellschaft.

„Flagge zeigen gegen Rassismus“

Vom 16. bis zum 29. März wehen an verschiedenen Orten über der Stadt Fahnen unter dem Motto „Flagge zeigen gegen Rassismus“. Initiiert wurde dieses Projekt von Schülern der Bundespräsident- Theodor-Heuss-Schule (BTHS) und der Erich Kästner-Schule (EKS). Dieses Projekt reagiert zudem auf die massenhaften Sticker an Homberger Ampelanlagen, Straßenlaternen, Abfallbehältern etc. mit ihren ausländer-, fremden- und europafeindlichen Aussagen. Ziel des Projekts ist es, dass sich möglichst viele öffentlichen Gebäude der Stadt, Ämter, Schulen, aber auch Firmen, Betriebe, Dienstleister und Besitzer von privaten Fahnenmasten in den eigenen Gärten an diesem Projekt beteiligen können. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist geplant, dass jeder Interessierte sich bei den Organisatoren des Projekts melden kann, der eine solche drei Mal einen Meter große Flagge bekommen möchte. Diese wird ihm von den Initiatoren der Aktion zukünftig kostenlos überlassen, mit der Bitte, die Fahne in diesem und in den folgenden Jahren immer im März für zwei Wochen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Insgesamt 46 Fahnen und vier großflächige Banner hat die Aktionsgruppe unter der Leitung von Thomas Schattner, Lehrer an der BTHS, und Gunnar Krosky, Lehrer an der EKS, seit vergangenem Montag verteilt. Angesichts der aktuellen Corona-Lage habe man die Ausgabe der Fahnen an der BTHS kurzerhand nach draußen verlegt, berichtet Krosky. 17 Interessierte seien vorbeigekommen, um ihre Fahne abzuholen. Die restlichen Fahnen seien im Laufe des Tages ausgeliefert beziehungsweise per Post an Interessenten verschickt worden. Besonders freuten sich die Initiatoren darüber, dass auch in anderen Kommunen und Städten Interesse am Projekt geweckt werden konnte, schließlich hatten sie darauf gehofft, dass ihre Idee auch andernorts aufgegriffen wird. Nächste Woche sind die Homberger Fahnen auch in Bad Zwesten, Knüllwald-Remsfeld, Melsungen und Willingshausen im Dorf- beziehungsweise Stadtbild zu sehen.

Ausstellung

Abstriche müsse man leider bei der ebenfalls für den Aktionszeitraum geplanten Ausstellung machen, so Krosky weiter. Durch die Schließung der Stadtbücherei/Mediothek der EKS und des Möbel EinLaden könne nur ein Teil der Ausstellung „Menschenrechte. Meine Rechte. Deine Rechte. Ausgelöst!“ des Nürnberger Menschenrechtszentrums (NMRZ) Stadtkirche St. Marien, Marktplatz 2 präsentiert werden. (eso)

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