Homberger Altstadt-Kita: FWG bezeichnet Projekt als "Wahnsinn"

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Homberger FWG lehnt Altstadt-Kita ab und will Änderung des Beschlusses. Bürgermeister Dr. Nico Ritz bezeichnet Vorgehensweise der FWG als unseriös.

Homberg. Die Kreisstadt bekommt eine neue Kita – soviel steht fest. Standort des Kindergartens wird die Scheune Landesfeind in der Altstadt sein – so hat es das Stadtparlament beschlossen. Die Entscheidung pro Altstadt und gegen einen Nebau auf der grünen Wiese am Stellberg war eine knappe. 20 Stadtverordnete hoben die Hand für das Projekt "Scheune Landesfeind" – 15 sprachen sich für den Stellberg aus (wir berichteten). Eine Entscheidung, die die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) so nicht stehen lassen will. Bereits einen Tag nach der Abstimmung im Stadtparlament hieß es in einer Pressemitteilung: "Altparteien beschließen Kindergarten in der Scheune Landesfeind". Am Mittwochmorgen legten die Freien Wähler nach. Sie fordern auf ihrer Homepage öffentlich dazu auf: "Kindergarten: Stoppt den Wahnsinn!"

Baukosten für Scheune nicht kalkulierbar

In ihrer Erklärung versprechen die FWG-Kandidaten für die Kommunalwahl (6. März), die Entscheidung zum Kindergarten ändern zu wollen. Das Projekt Scheune Landesfeind sei eine "krasse Fehlentscheidung", erklären die Freien Wähler. Die Baukosten seien nicht kalkulierbar und mit hohen Zusatzkosten für den Brandschutz verbunden. Durch den Neubau einer Kita am Stellberg könnten in Modulbauweise hingegen mehr als eine Million Euro eingespart werden, erklärt die FWG.

Seriöse Kostenschätzung vorgelegt

Behauptungen, die Bürgermeister Dr. Nico Ritz (parteilos) entschieden zurückweist. "Ich dachte eigentlich, wir wären davon weg Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Thesen der FWG sind vor allem falsch", erzählt Ritz im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe eine seriöse Kostenschätzung vorgelegt, die auf statistischen Werten für eine Kita mit mittlerer Ausstattung (Baukostenindex 2015) beruhten. "Einfach zu sagen: ‘Das kriegen wir billiger hin’, ist nicht sehr seriös", betont der Bürgermeister.

Die wichtigste Kostengruppe einer Kostenschätzung, wie sie für die Scheune Landesfeind und den Neubau am Stellberg aufgestellt wurde, sei die Summe für Bauwerk-Konstruktion und technische Anlagen. Diese sei auch für eine Errichtung in Modulbauweise relevant. Nach der vorliegenden Schätzung wären für den Neubau am Stellberg knapp 1,4 Millionen Euro angefallen. "Jetzt behauptet die FWG, wir könnten durch Modulbauweise über eine Million Euro sparen. Das ist nicht realistisch", sagt Ritz.

Dass eine neue Kita in der Altstadt mit Mehraufwand verbunden sei, habe man außerdem transparent dargestellt. "Es stimmt aber auch nicht, zu behaupten, die Kita auf der grünen Wiese würde uns nichts kosten", erklärt das Statdtoberhaupt. Der Grundstückswert am Stellberg läge bei circa 300.000 Euro, würde das Gebiet als Baugrund ausgewiesen werden. Geld, auf das die Stadt bei einem Kita-Neubau verzichten müsste. Generell werde der Kostenunterschied zwischen beiden Varianten durch Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau West" (bis zu 249.000 Euro förderfähige Kosten) und vom Landesamt für Denkmalpflege (Zuschuss 75.000 Euro) für das Projekt Scheune Landesfeind deutlich gesenkt. "Wir reden von einer Kostendifferenz beim städtischen Eigenanteil von 108.000 Euro, die uns der Umbau der Scheune mehr kosten würde", betont Ritz.

Frist für Fördermittel nicht verstreichen lassen

Der Bürgermeister macht außerdem deutlich, dass die Stadt unter Zeitdruck stehe. "Die FWG kann sich jetzt nicht hinstellen und so tun, als ob die Kita-Frage zeitlichen Aufschub vertrage", sagt Ritz. Am 15. April ende die Frist für die Förderung der U3-Betreuung. Diese Frist wolle der Bürgermeister auf keinen Fall verstreichen lassen. "Hier geht es um Fördermittel in Höhe von 460.000 Euro. Der Bau einer Kita in Homberg kann nur mit Fördermitteln funktionieren. Und wir müssen im Sommer 2017 eine neue Kita haben", betont das Stadtoberhaupt.

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