Homberger Drehscheibe sieben Wochen gesperrt: Gewerbetreibende fürchtet um Existenz

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Sie stellen das Projekt im Detail vor: Frank Kruse vom Ingenieurbüro Unger (re.) und Patrick Rokicki vom Planungsbüro PLF in Kassel.

Am Montagabend fand eine Bürgerversammlung in Homberg statt. Das Thema war der Kreiselbau an der Homberger Drehscheibe. Dafür muss der Verkehrsknotenpunkt sieben Wochen gesperrt werden. Eine Gewerbetreibende fürchtet deshalb um ihre Existenz.

Homberg. Der Umbau der Homberger Drehscheibe war das große Thema der Bürgerversammlung am Montagabend. Dazu hatten sich etwa 70 Interessierte in der Stadthalle eingefunden. Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau begrüßte dazu Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Peter Capitain und Frank Kruse vom Ingenieurbüro Unger sowie Patrick Rokicki und Robert Bischer vom Planungsbüro PLF in Kassel. „Im Sommer 2016 wurde im Kreuzungsbereich ein provisorischer Kreisverkehr eingerichtet, dieser sollte etwa sechs bis neun Monate zu Testzwecken dienen“, blickte Thurau zurück.

Mittlerweile laufe der Test seit anderthalb Jahren, in dieser Zeit habe der ADAC bereits ein gutes Testurteil abgegeben. Auch die meisten Homberger hätten die Vorteile einer ampellosen Kreuzung erkannt, meinte er, „das ist eine gute Lösung“, so der allgemeine Tenor. Nun soll aus dem aufgemalten Kreisel ein echter Kreisverkehrsplatz werden, genauer gesagt ein sogenannter Minikreisverkehr, denn die baulichen Gegebenheiten an diesem Verkehrsknotenpunkt bieten nur einen eingeschränkten Raum.

„Der Mittelkreis wird leicht erhöht, bleibt aber für Busse und Lkw problemlos überfahrbar“, erläuterte Ingenieur Frank Kruse. Die Verkehrsinseln mit den Fußgängerüberwegen würden barrierefrei gestaltet, zusätzlich seien sie mit Rillen und Noppen ausgestattet, damit sich auch Sehbehinderte orientieren könnten, machte er anhand von Schaubildern deutlich. „Die vier Überwege werden etwas weiter in die jeweiligen Straßen verlagert, damit zwischen ihnen und dem Kreisel mindestens eine Autolänge Platz bleibt“, beschrieb er das Konzept zur Stauvermeidung. Die Bauarbeiten sollen am 26. März beginnen, dann wird die Kreuzung voraussichtlich für sieben Wochen komplett gesperrt sein.

Sie stellten sich den Fragen zur bevorstehenden Baumaßnahme an der Homberger Drehscheibe: (v.li.) Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau, Peter Capitain, Frank Kruse (beide Unger Ingenieure), Patrick Rokicki und Robert Bischer (beide Planungsbüro PLF).

„Das bedroht meine Existenz, muss denn unbedingt alles zugemacht werden?“ wollte Ursula Griesel-Bickel wissen. „Auch eine Teilsperrung hätte ihre Zufahrt lahm gelegt und darüber hinaus die Dauer der Maßnahme verlängert“, versuchte Dr. Ritz die Geschäftsfrau aus der Westheimer Straße zu beruhigen. Für die Zeit der Bauarbeiten gebe es zahlreiche Umleitungen, die bis zum Baubeginn ausgeschildert würden, darüber hinaus sei auch der Busverkehr besonders geregelt, sagte er weiter.

„Die Drehscheibe ist quasi die Wohnküche Hombergs, deshalb wollen wir sie mindestens für die nächsten 30 Jahre städtebaulich vernünftig gestalten“, verteidigte der Bürgermeister das Projekt und bat um Verständnis für die bevorstehenden Unannehmlichkeiten.

Im Anschluss an den offiziellen Teil standen die Projektentwickler noch an den Stellwänden mit den Bauplänen und beantworteten Fragen zu baulichen Details des künftigen Kreisverkehrsplatzes Drehscheibe.

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