Im Interview: Knüllwalds neuer Bürgermeister Jürgen Roth über seinen Start als Gemeindeoberhaupt und seine Ziele

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Seit 1. Januar 2018 Chef im Rathaus: Der neue Bürgermeister von Knüllwald Jürgen Roth (UKW).

Seit 1. Januar ist Jürgen Roth neuer Bürgermeister der Gemeinde Knüllwald. Nur mit Verspätung konnte der Verwaltungschef sein Amt antreten. Gegen die Wahl wurde Widerspruch eingelegt, der mittlerweile vom Tisch ist. Nach gut zwei Monaten im Job haben wir Roth zum Gespräch getroffen.

Knüllwald. Es war kein leichter Start für Jürgen Roth (UKW) als neuer Bürgermeister der Gemeinde Knüllwald. Nach seinem Wahlsieg Ende September hatte Gegenkandidat Helmut Wettlaufer (SPD) im November Widerspruch gegen die Wahl eingelegt. Der Vorwurf: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl aufseiten des Roth-Lagers. Letztendlich wurde das Wahlergebnis doch als gültig anerkannt und Roth konnte Ende Dezember offiziell in sein neues Amt eingeführt werden. Amtsantritt war der 1. Januar dieses Jahres. Wir haben den neuen Knüllwalder Bürgermeister nach knapp zwei Monaten im Job zum Interview gesprochen.

Auf Ihren Wahlsieg folgte eine etwas turbulentere Episode. Können Sie das Thema Wahlwiderspruch und den Vorwurf der Unregelmäßigkeiten mittlerweile ausblenden beziehungsweise werden Sie noch immer damit konfrontiert?

Roth: Wenn ich darauf angesprochen werden, dann in positivem Sinne. Einige sind auf mich zugekommen und haben gesagt: „Gut, dass das Thema endlich vom Tisch ist!“. Durch den Widerspruch ist jedoch leider auch jede Menge Zeit verloren gegangen, die schwer aufzuholen ist und die wir dringend für die Aufstellung des Haushaltes für 2018 benötigt hätten.

Fühlen Sie sich mittlerweile bereits im Rathaus und auch im Amt angekommen?

Roth: Definitiv! Ich genieße den großen Vorteil, dass ich die Mitarbeiter bereits kenne. Ich habe Bürgermeister Müller ja schon einmal für ein Jahr vertreten, weshalb auch der Job nicht völlig neu für mich ist. Zudem kann ich auf über 30 Jahre berufliche Erfahrung in der Kreisverwaltung zurückgreifen. Der Tagesablauf ist jedoch ein völlig anderer. Der war vorher geregelter. Zwar führe ich einen Terminkalender, der auch voll ist, aber es kann auch immer wieder eine „Überraschung“ dazwischen kommen.

Was war Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeister?

Roth: Zuallererst habe ich das Gespräch mit meinen Mitarbeitern hier in der Verwaltung, aber auch im Bauhof und im Kindergarten gesucht. Das war mir wichtig, um von Anfang an klar zu stellen, wie ich mir unser gemeinsames Arbeitsverhältnis vorstelle und an welchen Schrauben noch gedreht werden muss, um Arbeitsabläufe zukünftig zu optimieren. Gleichzeitig habe ich auch um Geduld gebeten, um mir selbst einen genauen Überblick über den Stand der Gemeinde und auch der Verbände, denen die Gemeinde angehört, verschaffen zu können.

Welcher ist der wichtigste Punkt auf Ihrer persönlichen To-Do-Liste?

Roth: Unter anderem die eben genannten Arbeitsabläufe in der Verwaltung neu zu strukturieren. Zukünftig soll jeder genau wissen, welche Aufgaben in seinen Bereich fallen. Des Weiteren gilt es an der Außendarstellung der Gemeinde zu arbeiten. Aus diesem Grund müssen wir im Gemeindeparlament wieder eine sachliche und konstruktive Diskussionskultur schaffen. Es haben schon Gespräche mit einigen Gemeindevertretern und Ortsvorstehern stattgefunden, aber es ist noch viel Redebedarf vorhanden. Meine Tür steht diesbezüglich auch für alle Bürger offen. Ich bin ein Freund davon, Dinge auf kurzem Wege in einem persönlichen Gespräch zu klären. Mein Ziel ist es, in diesem Jahr mindestens einmal in jedem Ortsteil gewesen zu sein und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Bei 16 Ortsteilen auf einer Fläche von knapp 100 Quadratkilometern ist das eine Herkulesaufgabe. Aber wir müssen wieder enger zusammenrücken. Kommunikation ist dabei das A und O.

Was steht 2018 verwaltungsseitig Wichtiges auf der Agenda?

Roth: Der wichtigste Punkt ist, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, damit wir überhaupt handlungsfähig sind.

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