Jagdschule Knüllwald: Mit neuem Konzept gegen Nachwuchssorgen

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Das Jagd-Handwerk hat Nachwuchssorgen: Revierjagdmeister Nils Jurkoweit will mit Jagdschule Knüllwald und neuem Konzept entgegenwirken.

Schwalm-Eder. Grün, grün, grün sind alle seine Kleider! Nils Jurkoweit ist mit Flinte und Fernglas groß geworden. Der gebürtige Schwarzwälder ist in einer Jägerfamilie aufgewachsen. Geprägt davon hat Jurkoweit sein Hobby zum Beruf gemacht. Nach einer Lehre zum Revierjäger in Kärnten und im Münsterland, ist er seit drei Jahren Revierjagdmeister.

Der Job hat Jurkoweit schließlich nach Nordhessen geführt. Hier ist er für ein 3.000 Hektar großes Hochwildrevier verantwortlich. Neben dem Job, hat sich der Revierjagdmeister auch immer die Jagd als Hobby erhalten und ist deshalb stets um "Nachwuchs" bemüht.

Aus diesem Grund hat er Anfang des Jahres die Jagdschule Knüllwald gegründet. "Anders, als bei der klassischen Jägerausbildung, die von den Jagdvereinen immer im Winter angeboten wird, bieten wir verschiedene Lehrgangsformen, die auf die Teilnehmer zugeschnitten sind und alle Elemente umfassen, um das Handwerk zu erlernen", erklärt Jurkoweit. Mit seinem Angebot wolle der Jäger keineswegs eine Konkurrenz zu den Kursen der hiesigen Kreisjagdvereine darstellen.

"Im Gegenteil: Wir arbeiten jetzt schon mit dem Kreisjagdverein Fritzlar-Homberg zusammen", sagt Jurkoweit. Und das aus gutem Grund: "Dem Kreisjagdverein haben die Ausbilder gefehlt. Da ich vorher bereits ausgebildet habe und Vereinsmitglied bin, ist man auf mich zugekommen", so der Revierjagdmeister. Weitere Kooperationen mit Vereinen seien im Gespräch.

Generell habe das Handwerk Nachwuchsprobleme. "Viele scheiden altersbedingt aus und nur wenig Junge kommen nach", erklärt Jurkoweit. Das liege auch daran, dass die Jagd noch immer mit Imageproblemen und Vorurteilen zu kämpfen habe.

"Man wird nicht Jäger, weil man gerne in der Gegend rumschießt, sondern weil man die Natur schätzt. Wir sorgen hier für das Gleichgewicht, kümmern uns um Wildschäden und betreiben Landschaftspflege", betont der Revierjagdmeister und gibt aber auch zu, dass es durchaus "schwarze Schafe" gäbe, die am Ruf der Jägerzunft kratzen würden. Ebenso betont Jurkoweit: "Die Jagd ist kein elitäres Hobby, sondern für nahezu jeden Geldbeutel erschwinglich."

Dennoch sei das Handwerk noch immer stark durch Familientradition geprägt. "Hier müssen wir noch aktiver werben und neue Leute für die Jagd gewinnen", sagt der Schulbetreiber. Erfreulich sei die Tatsache, dass immer mehr Frauen die Hochsitze erobern. "Der Frauenanteil hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht", so der Revierjagdmeister.

Mehr Informationen zur Jagdschule Knüllwald gibt es unter Tel. 05681-9381601,info@jagdschule-knuellwald.de sowie im Internet auf www.jagdschule-knuellwald.de.

Die Jagd ist ein tradtionsreiches Handwerk, das jedoch auch immer wieder diskutiert wird. Auch die beiden MB-Redakteure Laura-Madlein Scharpen und Julian Klagholz haben ihre Meinung zur Jagd. Hier geht es zum Pro & Contra der Redakteure.

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