50 Jahre Wildpark Knüll: Luchs ist aktuelles Thementier bei „5 Jahrzehnte – 5 Tiere“

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Man erkennt ihn an seiner Fellzeichnung, den Pinselohren und der schwarzen Schwanzspitze: Paul lebt mit seiner Familie im Wildpark Knüll. Die drei Luchse und seine Artgenossen in Deutschland werden nun als drittes Thementier, nach dem Bären und dem Wildschwein, vorgestellt.

Der Luchs gehört zu den Thementieren der Reihe „5 Jahrzehnte – 5 Tiere“ im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Wildparks Knüll. Bis Anfang August steht der Luchs im Mittelpunkt – unter anderem ist ihm eine Ausstellung gewidmet.

Von Vanessa von Lengerken

Homberg-Allmuthshausen. Paul, Lucy und Foxy streifen aufgeregt durch das Gehege. Ihre schwarzen Schwanzspitzen zucken. Die Pinselohren sind wachsam gespitzt. Sie haben den hellblauen Eimer erkannt, den Umweltpädagogin Sara Engelbrecht in den Händen hält. Darin liegt ihre liebste Nascherei – Futterratten. Die dreiköpfige Luchs-Familie ist im Wildpark Knüll im Homberger Ortsteil Allmuthshausen zuhause.

Seit fast 20 Jahren sind Luchse auch in Deutschland wieder heimisch, allerdings in der Bevölkerung noch recht unbekannt. Das Naturentdeckerteam des Parks stellt nun zum 50-jährigen Jubiläum des Tierparks den Luchs bis Anfang August in den Mittelpunkt ihrer Reihe „5 Jahrzehnte – 5 Tiere“ (siehe EXTRA-INFO). Normalerweise sind Rehe die bevorzugten Beutetiere der Luchse. Aber auch Feldhase, Marder, Vogel oder auch mal ein Wildschwein stehen auf dem Speiseplan der Katze mit den Pinselohren. Diese Informationen und noch viele mehr sind ab sofort auf den Infotafeln der Sonderausstellung Luchs im Naturentdeckerhaus zu bestaunen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Luchs in Deutschland ausgerottet, „wegen seines Fells und weil ihn die Jäger als Konkurrenz gesehen haben“, sagt Wildpark-Leiter Dr. Wolfgang Fröhlich. Allerdings ohne Grund, wie er weiter erklärt. So sei der Luchs ein Einzelgänger mit einem Revier von bis zu 10.000 Hektar. Pro Woche braucht er ein Reh als Nahrung. „Da sterben weitaus mehr Rehe bei Autounfällen“, macht Fröhlich deutlich.

Dem neuen Thementier Luchs (re.) wurde im Naturentdeckerhaus eine Ausstellung gewidmet: (v. li.) Leiter Dr. Wolfgang Fröhlich, Betriebsleiterin Kerstin Schwab und Umweltpädagogin Sara Engelbrecht mit einem Reh, dem liebsten Beutetier des Luchses.

Nachdem sie im Jahr 2000 wieder im Harz angesiedelt wurden, sind sie nun auch im Knüll angekommen: „Vergangenen Herbst konnte ein Jäger in Niederbeisheim einen Luchs filmen“, erzählt Fröhlich. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es bis dato aber noch keine gesicherten Zahlen. „Auch wenn wir hier schon Luchsrufe gehört haben“, so Engel-brecht. Zwei Männchen sind dagegen im Kasseler Raum gemeldet. Da der Luchs ein Einzelgänger ist und Menschen normalerweise aus dem Weg geht, bleiben viele seiner Verhaltensweisen und Besonderheiten verborgen.

Verschiedene Informationstafeln, Mitmach-Stationen und der nachempfundene Lebensraum inklusive präparierter Beutetiere sollen den Besuchern einen Eindruck über den Luchs verschaffen. „Wir wollen den Rückkehrer auf leisen Sohlen willkommen heißen“, so Engelbrecht.

EXTRA-INFO

Zwei Veranstaltungen zum Thementier Luchs

Dienstag, 5. Juni, 19 Uhr: „Rückkehrer auf leisen Pfoten“ – Experte Ole Anders berichtet von seiner langjährigen Arbeit mit dem Tier im Bärensaal des Naturentdeckerhauses im Wildpark Knüll. Eintritt: 5 Euro

Mittwoch, 4. Juli, 14 bis 17 Uhr: „Pinselohr auf leisen Pfoten“ – Kinder zwischen acht und 13 Jahren können zusammen mit Teamern des Wildparks als junger Luchs den Wald erkunden, Neues entdecken, sich vor Feinden Schützen, Beute jagen und Überleben lernen.

Anmeldung bis 29. Juni beim Wildpark Knüll unter Tel.: 05681-2815. Kosten: 10,50 Euro.

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