Mit dem Jeep durchs Offroad-Camp

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Über Stock und über Stein: Jeep-Fans aus ganz Deutschland fanden den Weg nach Nordhessen und trafen sich beim Jeep-Camp in Remsfeld.

Von ULRICH KÖSTER

Remsfeld. Sport Utility Vehicle, sogenannte SUVs, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, doch nur wenige nutzen die geländegängigen Fahrzeuge auch abseits der asphaltierten Straßen. Nicht so die eingefleischten Jeep-Fans, die sich am Pfingstwochenende im Offroad-Park "Böser Wolf" in Remsfeld trafen. Sie sind echte Querfeldeinfahrer, scheuen weder Staub noch Schlamm und fürchten auch keine Kratzer auf dem Lack. Ihre Jeeps sind wahre Geländeakrobaten, die bisweilen Wege befahren, die selbst für geübte Bergwanderer eine Herausforderung darstellen. Eingeladen hatte der Jeep Club Deutschland mit Sitz in Velten bei Berlin, dem bundesweit rund 600 Mitglieder angehören. Über 120 Jeeps aus ganz Deutschland, aus der Schweiz und den Niederlanden fanden den Weg nach Nordhessen, darunter "Wrangler", "Cherokee" und "Wagoneer", aber vor allem mehrere Generationen des "CJ", dem "zivilen Nachfahren" des Weltkriegs-Jeeps. Das weiträumige Gelände des Steinbruchs bot den Fahrern vielfältige Herausforderungen, denen sie sich in mehreren Wettbewerben stellten.

Geschick statt GeschwindigkeitIm Team Cup beispielsweise gingen sechs Dreier-Teams an den Start, die einige schwierigen Aufgaben zu lösen hatten. "Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit sondern um Geschick und Teamgeist", betonte Organisator Mario Krukenberg. Peter Böttrich bugsierte seinen "Cavallo Nero" genannten Wrangler behutsam zwischen zwei Holzpfosten hindurch, bevor er ihn für den Windeneinsatz in Position brachte. Er war mit 68 Jahren der Älteste in seinem Team, das aus Süddeutschland kam und bereits mehrfach beim Jeep Camp dabei war. Einige Passagen des Parcours waren nur in Teamarbeit zu bewältigen, da die Anstiege sogar für die allradgetriebenen Klettermaxe zu steil waren – doch gemeinsam klappte es. Zahlreiche Jeep-Fans verfolgten das Geschehen von den umliegenden Schutthügeln und waren begeistert von spektakulären Szenen in dem anspruchsvollen Gelände. In diesem Jahr wollten die Organisatoren auch weg vom Image, Jeepfahren sei reine Männersache. 14 Fahrerinnen beim Einsteiger-Training und dem anschließenden Ladys-Cup zeugten vom großen Interesse der Frauen. Theresa Schäffler aus Starnberg-Wangen wagte sich zum ersten Mal ins Gelände, "ich bin locker an die Sache herangegangen und es hat richtig Spaß gemacht", sagte die 18-Jährige, die seither auch vom Jeep-Virus infiziert ist. Dabei habe sie mehr Angst um das Fahrzeug ihres Freundes als um sich selbst gehabt, erzählte sie hinterher. Neben den reinen Geländefahrten unternahmen die Teilnehmer noch eine sogenannte Roadbook-Tour durch das Rotkäppchenland und abends traf man sich zum gemütlichen Plausch am Lagerfeuer.

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