Kita-Neubau in Mardorf: Bürger stimmen für Grundstück im Ort – jetzt muss Stadtparlament entscheiden

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Geht es nach der Mehrheit der Mardorfer Bürger, die an der Bürgerversammlung teilgenommen haben, soll der neue Kindergarten auf dem Grundstück von Cord Kroeschell (Mosenbergstraße/Im Baumgarten) gebaut werden.

Im Homberger Ortsteil stehen einige Veränderungen an – unter anderem soll ein neuer Kindergarten gebaut werden. In einer außerordentlichen Bürgerversammlung war diesbezüglich die Meinung der Mardorfer gefragt, die sich für einen Standort ausgesprochen haben.

Homberg-Mardorf. Wenn die Mardorfer nach ihrer Meinung gefragt werden, nehmen sie diese Chance auch wahr. Das wurde am vergangenen Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus des Homberger Ortsteils deutlich. Die Stadt hatte zu einer außerordentlichen Bürgerversammlung eingeladen. Auf der Agenda standen unter anderem die Grundstücksfrage für die neue Kita im Dorf und die Veränderungen an der Ortszufahrt im Zuge der Sanierung der K 26 (siehe EXTRA-INFO). Themen, die die Mardorfer offensichtlich bewegen: Im Dorfgemeinschaftshaus war kein Sitzplatz mehr frei.

Dass der Kindergarten den Mardorfern eine absolute Herzensangelegenheit ist, wurde nicht erst an diesem Abend klar. Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass der alte Standort im Dorfgemeinschaftshaus aufgrund zu hoher Geruchsemissionswerte nicht erhalten werden könne. Das wollten die Mardorfer nicht so einfach hinnehmen und wandten sich mit einer Petition an den Hessischen Landtag. Die Bemühungen sollten ohne Erfolg bleiben. Mardorf als Kita-Standort war damit jedoch nicht vom Tisch.

Im Gegenteil: Ein neuer Kindergarten soll im Ort gebaut werden. Gleich mehrere Grundstücke – insgesamt fünf – im Ort standen dabei zur Auswahl. Bei der Entscheidung, wo der Nachwuchs künftig in die Kita gehen soll, wurde den Mardorfern am Donnerstag ein gehöriges Mitspracherecht eingeräumt. Aus allen Vorschlägen konnten sie ihren Favoriten bestimmen, der jetzt am Donnerstag der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Interessierte Dorfgemeinschaft: Der Saal im Mardorfer DGH war am vergangenen Donnerstag bis auf den letzten Platz besetzt.

Denn eines machte Bürgermeister Dr. Nico Ritz deutlich: „Wir sollten die Diskussion um den alten Standort im DGH nicht fortsetzen.“ Eigentlich habe man Ende 2016 die Kita-Erweiterung abschließen wollen. Die Krippenplätze würden dringend benötigt. „Deshalb müssen wir jetzt einfach mal anfangen“, betonte der Bürgermeis­ter. Fest steht nach Angaben des Stadtoberhauptes, dass die neue Kita dreigruppig werden solle, mit zwei Regelgruppen und einer Krippengruppe. Bis zu 55 Kinder sollen künftig dort untergebracht werden.

„Vor allem bei der Betreuung der Einjährigen müssen wir nachlegen. Momentan können wir nur knapp 15 Prozent einen Platz anbieten“, sagte Ritz. Bei der anschließenden Begutachtung der Standorte seitens der Bürger wurde schnell deutlich: Die Grundstücke am Ortsrand haben bei den Mardorfern keine Chance. Vor allem die Nähe zur Kreisstraße war ein K.O.-Kriterium für die anwesenden Bürger.

So standen zur finalen Abstimmung zwei Grundstücke im Ort in naturnaher Lage. Das Rennen machte am Ende der Grund von Cord Kroeschell, im Bereich Mosenbergstraße/Im Baumgarten. „Wir sollten der Stadt dankbar sein, dass wir uns für ein Grundstück entscheiden dürfen“, wandte sich Ortsvorsteher Fritz Vaupel an die Mardorfer Bürger.

EXTRA-INFO

Ortszufahrt nach Mardorf: Planungsfirma stellte Baumaßnahme mit Kreisel vor

Spätestens Ende Mai soll es losgehen – insgesamt neun Monate Bauzeit sind veranschlagt. Die Kreisstraße 26 zwischen Homberg und der B254 wird grundhaft erneuert. In diesem Rahmen soll auch die Ortszufahrt nach Mardorf umgestaltet werden. Ein Kreisel ist angedacht, um den Verkehr zu bremsen, damit die Bushaltestelle künftig gefahrloser erreicht werden kann, als es bisher der Fall war.

Bald fahren die Autos hier im Kreisverkehr: Im Rahmen des Umbaus der K 26 wird auch die Ortszufahrt nach Mardorf umgestaltet.

Die Pläne stellte Joachim Oster von der Firma agc aus Kassel am Donnerstag auch den Mardorfern im Dorfgemeinschaftshaus vor. „Ich habe selbst versucht, die Kreisstraße zu überqueren, um die Bushaltestelle zu erreichen. Das war abenteuerlich“, sagte Oster. Das soll durch den Kreisverkehr und eine dicht an den Kreisel gebaute Querungshilfe (Verkehrsinsel) geändert werden. Dazu wird ein Fuß- und Radweg mit 2,50 Meter Breite aus Mardorf (Dorfmitte) bis an die Haltestelle angelegt.

„Zudem werden die Haltestellen behindertengerecht ausgebaut und Beleuchtet – Fahrradständer und Wartehäuschen, die vor schlechter Witterung schützen, werden ebenfalls installiert“, erklärte der Planer.

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