Kita-Streik: Notgruppenangebot in Homberg soll ausgebaut werden

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Kein Ende in Sicht: Auch in der Kreisstadt Homberg bleiben die städtischen Kitas weiter geschlossen. Auch eine Gebührenrückerstattung ist Thema.

Homberg. Es entwickelt sich langsam zur Tortur für Eltern und Kinder: Seit gut drei Wochen sind Kindertagesstätten in ganz Deutschland geschlossen. Der Grund: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder im Sozial- und Erziehungsdienst zum unbefristeten Streik für eine höhrere Lohneingruppierung und damit für eine höhere Wertschätzung ihres Berufszweigs aufgerufen. Vom Streik betroffen sind auch die städtischen Einrichtungen Hombergs.

In der Kreisstadt hat man sich jedoch frühzeitig auf den Streik vorbereitet und bietet seit Beginn Notgruppen an. "Wir haben die Eltern im Vorfeld informiert. Geschlossen bleiben die Kindergärten in Holzhausen, Hülsa und Wernswig. Die Notgruppen wurden in den Kitas Osterbach und Holzhäuser Feld eingerichtet", sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz Anfang Mai im Gespräch mit unserer Zeitung. Daran hat sich seitdem nichts geändert. Bei einer Kapazität von 175 Notplätzen seien derzeit noch 30 im Kindergarten Holzhäuser Feld verfügbar – die Kita Osterbach sei voll belegt, so der Bürgermeister.

18 Erzieherinnen im Streik

In der vergangenen Woche hätten sich 18 Erzieherinnen im Streik befunden – 23 hingegen gingen ihrer Arbeit nach. "Ich befürchte der Streik wird sich noch länger hinziehen – ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Deshalb versuchen wir das Notgruppenangebot noch weiter auszubauen", erklärte Bürgermeister Dr. Nico Ritz am Donnerstag auf Anfrage. Auch das Stadtoberhaupt sehnt ein zeitnahes Streikende herbei: "Für die Eltern und Kinder geht das nicht mehr. Gerade den Kindern fehlt doch was, wenn sie nicht in den Kindergarten gehen können."

Doppelt ärgerlich für die Eltern: Sie zahlen trotz Streik Betreuungsgebühren. Wie Ritz bestätigt, würden sich deshalb auch in Homberg derzeit die Anfragen nach Erstattung häufen. "Ich bin der Meinung, den Eltern sollte das Geld erstattet werden", so Ritz. Laut Kita-Satzung sei die Stadt jedoch hierzu nicht verpflichtet. "Wir werden das im Magistrat besprechen und eine Lösung finden."

Immerhin habe die Stadt bereits mehrere tausend Euro Personalkosten streikbedingt eingespart. Ritz dazu: "Wir werden sicherlich keine Haushaltskonsolidierung auf Kosten der Eltern betreiben." Ob die Stadt als Schutzschirmkommune durch eine freiwillige Rückzahlung der Gebühren die Zustimmung des Regierungspräsidiums als Finanzaufsicht benötige, darüber macht sich der Bürgermeister keine Sorgen: "Aus meiner Sicht ist das originäre (eigenständig; Anm. d. Red.) kommunale Selbstverwaltung. Das wird sich mit dem Regierungspräsidium klären lassen."

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