Kommentar zur Frage beim Homberger Neujahrsempfang: Passt der öffentlich-rechtliche Rundfunk in die heutige Medienlandschaft?

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Die Frage von hr-Journalist Andreas Gehrke war im Vortrag beim Homberger Neujahrsempfang schnell geklärt. Die restliche Rede schnitt einige Themen an und zeugte von Eigenwerbung.

Kommentar zu Andreas Gehrkes Vortrag zum Thema „Passt der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch in die heutige Medienlandschaft?“ vom Neujahrs­­empfang der Stadt Homberg:

Spricht man heute den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an, fallen vielen erstmal die damit verbundenen GEZ-Gebühren ein. Denn in Verbindung mit diesem Zwangsbeitrag scheiden sich sicher die Geister, ob all die damit verbundenen Radio- und TV-Kanäle nötig sind. Andreas Gehrke vom hr-Studio Kassel ging in seinem Vortrag aber gar nicht auf die Gebühren ein, sondern lediglich auf die Frage, ob man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk heute noch braucht.

Zu Recht bemerkte er die vielen, oft amerikanischen, Mitbewerber auf dem Markt, die ebenfalls für Nachrichten und Unterhaltung sorgen, doch hob er dabei schnell den feinen Unterschied heraus: Diese anderen Anbieter haben vom Staat nicht die Aufgabe, die Wahrheit zu berichten.

Gäbe es also keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der als Referenz für die Wahrheit gelte, so würde man Fake-News, Unwahrheiten und alternativen Fakten Tor und Tür öffnen. Jeder könnte, noch mehr als bisher, berichten, was er wollte, ohne, dass sich für den geneigten Leser kontrollieren ließe, wer nun die Wahrheit sagt. Ausgenommen sind dabei natürlich verschiedene Blickwinkel oder Gewichtungen bei ein und derselben Meldung.

Dabei müssen sich die Öffentlich-Rechtlichen anstrengen, um dem zunehmenden individuellen Medienkonsum, Stichwort Filterblase, über mobile Endgeräte entgegen zu wirken. Gehrke sieht dabei eine Gefahr, wenn keine gemeine gesellschaftliche Informationsbasis mehr bestehe, sondern jeder ausschließlich die für ihn relevanten Nachrichten konsumiere.

Homberger Neujahrsempfang 2019: Ehrenplakette der Stadt für Klaus Fabian

Bürgermeister Dr. Nico Ritz (vorne li.) überreicht zusammen mit Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau (vorne re.) die Ehrenplakette an den Musiker und Homberger Klaus Fabian (vorne mi.). © Blöthner
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Ulrich Manthei (v.li.), Sportkreis Schwalm-Eder, nahm neben Bernd Pfeiffer und Heinz Marx, beide Ehrenvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Platz. © Blöthner
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Eugen Knoth (li.), Regionalbetreuer des Landkreises bei der IHK und Thomas Gille, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse. © Blöthner
Sabrina Müller (li.) und ihre Mutter Angelika kamen auch zum Neujahrsempfang. Künstlerin Angelika Müller zeichnete „Blick auf Berge am Heiligen Abend“, das Titelbild der Einladung zum Neujahrsempfang. © Blöthner
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Isabelle Vaupel (v.li.) kam mit ihrem Mann Thorsten, Bürgermeister von Frielendorf, ebenso zum Neujahrsempfang wie Elke Ritz und Karin Liebermann. © Blöthner
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Journalist Andreas Gehrke vom hr-Studio in Kassel sprach über die heutige Notwendigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. © Blöthner
Journalist Andreas Gehrke vom HR-Studio in Kassel sprach über den heutigen Bedarf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. © Blöthner
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Diese fünf Sportler freuten sich über eine Ehrung in diesem Jahr (v.li.): Dr. Martin Holfeld, Matthias Schmitt, Marcel Al-Batat, Tim Löbach und ­Jus­tin Enis. © Blöthner

Mit Bezug auf das angebrachte Straßenschild mit der Aufschrift „Homburg (Efze)“ und das hr-Format „Die wilden Camper“ in Homberg schloss Gehrke immer mal wieder den Bogen zur Kreisstadt, doch die ursprüngliche Frage wurde flott – vielleicht zu flott – beantwortet.

Nicht ins Bild passen dagegen die alle Jahre wiederkehrenden Diskussionen, ob die Öffentlich-Rechtlichen ihren Zwangsbeitrag GEZ erhöhen dürfen (Länder und Bund stimmen darüber ab) mit so gravierenden Fehlern, die Gehrke eingesteht: Zeitweise wurde für den Hörfunk, das TV und die Internetberichterstattung parallel an den selben Geschichten gearbeitet, anstatt diese einmal aufzuarbeiten und einmal für alle Kanäle vorzubereiten. So waren etwa, wie Gehrke vorträgt, Ansprechpartner für zwei Kanäle nicht verfügbar, weil diese zur selben Zeit dem dritten Kanal Auskunft gegeben haben. Ein bürokratischer Mehraufwand sondersgleichen. Danach wurde mit den gewonnen Informationen aber nicht zusammen gearbeitet.

In der Homberger Stadthalle sorgte diese Geschichte für Lacher, im Endeffekt werden solche Fehler aber von den Zwangsgebühren finanziert, die jeder Haushalt zu bezahlen hat (aktuell 17,50 Euro pro Monat). Anstatt alle paar Jahre über Gebührenerhöhungen nachzudenken, sollten vielleicht einige der zahlreichen Radiosender und TV-Programme abgestellt werden. Was dennoch erhalten bleiben soll und gerne geschaut wird, finanziert sich bestimmt auch über Werbeeinnahmen.

ARD und ZDF bekommen ohnehin schon den größten Teil der 17,50 Euro zugeschrieben (knapp 17 Euro). Wenn alles nichts hilft, muss eben an Unterhaltungs- und Filmproduktionen gespart werden, die über den eigentlichen Auftrag der Berichterstattung hinausgehen. P.S.: Dem Vortrag hätte etwas weniger Eigenwerbung für die vielen Formate des hr nicht geschadet.

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