Kompakt zusammengefasst: Integrationsprozess im Brieftaschenformat

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Präsentieren den Integrationspass des Schwalm-Eder-Kreises: (v.li.) Andre Teumer-Weißenborn (WIR-Koordinator), Ricarda Reith (Mitarbeiterin der Betreuungsstelle für Zuwanderer Schwalm-Eder), Jürgen Kaufmann (Erster Kreisbeigeordneter), Adriana Reitz (WIR-Koordinatorin) und Lars Werner (Leiter der Sozialverwaltung Schwalm-Eder). 

Eingliederungsprozess vereinfacht: Der Schwalm-Eder-Kreis stellt seinen neuen Integrationspass vor.

Homberg. „Wir wollen den Integrationsprozess nachhaltig verbessern.“ Aus diesem Grund hat sich das Förderprogramm „wegweisende Integrationsansätze realisieren“, oder kurz WIR, zusammen mit Vize-Landrat Jürgen Kaufmann und dem Leiter der Sozialverwaltung Schwalm-Eder, Lars Werner, etwas wegweisendes und nachhaltiges einfallen lassen: Den Integrationspass für Flüchtlinge.

Mit den Worten „Quadratisch, praktisch, gut“ stellte Werner am vergangenen Dienstag den Pass im Brieftaschenformat vor, der nun den Integrationsprozess überschaubarer und einfacher gestalten soll. Das kleine Dokument ist ein personenbezogener Nachweis, der sich in die Bereiche Sprache, Arbeitsmarkt und Sport, Verein, Soziales gliedert. „Er ist eine praktische Idee, da Integrationsbemühte ihre Dokumente nicht mal eben in einer Datenbank erfassen lassen und für alle Behörden zugängig machen können“, sagte Kaufmann.

Um aber den Integrationsprozess zusammenfassend darzustellen, bestehe nun mit diesem Pass die Möglichkeit, beispielsweise absolvierte Sprachkurse von dem entsprechenden Amt in den Integrationspass einzutragen. „So bekommen spätere Ansprechpersonen einen genauen Überblick über die bisherigen Kenntnisse des Asylbewerbers“, so der Vize-Landrat weiter. Dies vereinfache auch den Integrationsprozess in das Arbeitsleben.

Passt in die Hosentasche: Der neue Integrationspass.

Ein Flüchtling komme während seiner Integration mit vielen Menschen in Berührung, beispielsweise Ehrenamtliche, Fallmanager oder Arbeitsvermittler. „Die Eintragungen zur Qualifizierung im beruflichen Bereich oder die ehrenamtlichen Tätigkeiten in Sport und Kultur des Integrationsbedürftigen helfen bei der Frage, was er kann und woran er interessiert ist und wo man ihn in Zukunft einsetzen könnte. Auch bei der Erstellung eines Lebenslaufes ist der Integrationspass hilfreich“, erklärte Lars Werner.
Ein weiterer Aspekt sei die mögliche Motivationshilfe für den Flüchtling, weil er an diesem Pass seinen eigenen Fortschritt und eine Entwicklung im Integrationsprozess sehen könne. Der Startschuss fiel am Mittwoch mit erst einmal 1.000 Exemplaren.

„Sie werden an alle neuankommenden Flüchtlinge ausgestellt, die selbst entscheiden können, ob sie den Integrationspass nutzen. Poster und Flyer informieren ebenfalls über das Projekt“, erläuterte WIR-Koordinatorin Reitz. Die Verteilung läuft vor allem über die kommunalen Koordinations- und Betreuungsstellen für Zuwanderer, die Agentur für Arbeit und Ehrenamtliche Helfer.

WIR-Koordinatorin Adriana Reitz hat zusammen mit ihren Kollegen Andre Teumer-Weißenborn und Ricarda Reith das Projekt ins Leben gerufen, um die Integration zu unterstützen und den Prozess darzustellen. Reitz arbeitete selbst früher in einer Betreuungsstelle für Zuwanderer und kenne deshalb die Problematik der Dokumentenbeschaffung, die bei jeder Behörde von vorn anfing.

Man müsse die Integrationsbedingungen im Schwalm-Eder-Kreis verbessern und die Koordinationspartner unterstützen, meinte Reitz. Man wolle nun den Asylbewerbern etwas Praktisches an die Hand geben. „Dieser Integrationspass untestützt die nachhaltige Entwicklung des Integrationsprozesses und die Willkommens- und Anerkennungskultur“, so Werner.

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