KOMPASS gestartet - Frielendorf sorgt mit Landesprojekt für mehr Sicherheit

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Polizeivizepräsident Eberhard Möller (li.) überreicht Bürgermeister Thorsten Vaupel das KOMPASS-Begrüßungsschild und eine Starterbox mit Utensilien im passenden Design.

Nach Schwalmstadt, Homberg und Gudensberg wurde nun auch Frielendorf im KOMPASS-Programm aufgenommen.

Frielendorf. Trotz aller Berichterstattung fallen immer wieder Personen auf sogenannte Enkeltricks oder auf Internetkriminalität herein. Um diesen und vielen weiteren Problemen vor Ort präventiv entgegenzuwirken, hat die Gemeindevertretung am 8. April entschieden, dem KOMPASS-Programm beitreten zu wollen.

Vier Monate später war es nun auch soweit und im Sitzungssaal des Frielendorfer Rathauses trafen sich Politiker und Vertreter der Polizei, um über den Start des Programms zu sprechen. Frielendorf ist damit die vierte Kommune im Schwalm-Eder-Kreis, die sich für den Schritt zur KOMPASS-Kommune entschieden hat. „Bei vielen Projekten stört mich, wie kurz sie spürbar sind, doch das ist bei KOMPASS anders. Die Menschen sollen auf Dauer ein anderes Sicherheitsgefühl bekommen“, lobt Bürgermeister Thorsten Vaupel das Programm. „In Kooperation mit der Polizei wollen wir gemeinsam an der Stärkung der Sicherheit und des Sicherheitsgefühls arbeiten. Selbstredend werden wir dadurch nicht jedes Problem lösen und verhindern, dass künftig keine Straftat mehr stattfindet. Aber wir werden uns in besonderem Maße für die Sicherheit unserer Bürger einsetzen, deren Sorgen und Ängste aufgreifen und gemeinsam mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen umsetzen.“ Eberhard Möller, Nordhessens Polizeivizepräsident, freut sich auf die Vertiefung und Weiterführung der Kooperation in der Gemeinde.

„Es geht darum, die Sicherheit nicht nur objektiv weiterzuentwickeln, sondern auch subjektiv zu steigern“, erklärt Jan Selchow, Mitarbeiter der Präventionsdienststelle. Dabei sollen nicht einfach irgendwelche Ziele präsentiert und Frielendorf aufgedrückt werden, sondern passgenaue Lösungen entworfen werden. Stets soll die Prävention der Schwerpunkt sein und Strukturen entstehen, die auch nach einem möglichen Ende von KOMPASS weiter bestehen, was die Nachhaltigkeit weiter unterstützt.

Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung vor dem Frielendorfer Rathaus.

„Generell gilt, die Polizei begleitet das Programm, aber Frielendorf wendet es an. Damit kommen auch nur die Aspekte zum Tragen, die vor Ort gewollt sind“, erzählt Selchow weiter. Um zu erkennen, wo Nachbesserungsbedarf besteht, soll eine repräsentative Bürgerumfrage durchgeführt werden, bei der jeder seine potentiellen Ängste und Sorgen mitteilen kann. In einem noch zu bildenden Präventionsrat sollen dann gemeinsam mit der Polizei Lösungen entwickelt werden.

Im KOMPASS-Nachbarort Homberg bestehe so ein Rat aus zehn bis zwölf Leuten. Dieser ziehe aber auch Experten aus einzelnen Bereichen wie Schulleiter oder Hausmeister hinzu, heißt es in der Sitzung. Damit werden die verfügbaren Kompetenzen effektiv genutzt. In Homberg wurde außerdem erkannt, dass während des Weinfestes die meisten Probleme zwischen 2 und 4 Uhr nachts aufgetreten sind. Also wurde in Kooperation des Rates und der Polizei kurzerhand die Sperrstunde für dieses Jahr auf 2 Uhr gesetzt – mit Erfolg.

Bis das Sicherheitskonzept steht und angewendet wird, können zwei Jahre oder mehr Zeit vergehen. Zum erfolgreichen Abschluss wird es ein Sicherheitssiegel als Belohnung geben, das öffentlichkeitswirksam z.B. am Rathaus präsentiert werden könnte.

EXTRA-INFO: Was ist KOMPASS?

KOMPASS (KommunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen und zielt auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune ab. Es ist dabei von grundlegender Bedeutung, dass alle kommunalen Akteure an einem Tisch zusammenkommen.

Aufgrund der guten Ergebnisse in den vier Modellregionen (Hanau, Maintal, Bad Homburg, Schwalbach am Taunus) hat der Hessische Innenminister Peter Beuth beschlossen, das Programm KOMPASS künftig allen hessischen Städten und Gemeinden zugänglich zu machen.

Quelle: Leitfaden des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport über KOMPASS

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