Kreis veröffentlicht jetzt Zahlen der Corona-Infizierten in den Kommunen

Ab sofort gibt der Schwalm-Eder-Kreis jeden Freitag die Zahlen der Corona-Infizierten in den einzelnen Kommunen bekannt.
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Ab sofort gibt der Schwalm-Eder-Kreis jeden Freitag die Zahlen der Corona-Infizierten in den einzelnen Kommunen bekannt.

Bislang wurden täglich nur die aktuellen Zahlen für den gesamten Schwalm-Eder-Kreis veröffentlicht. Ab heute will der Kreis erstmals auch die Zahlen für die einzelnen Kommunen bekannt geben. Gleichzeitig appelliert man eindringlich an alle Menschen im SEK die Zahlen der aktuell Infizierten Menschen in den Kommunen richtig zu interpretieren.

Homberg. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie werden im Schwalm-Eder-Kreis umfangreiche Daten rund um das Infektionsgeschehen ausgewertet. Kreispressesprecher Stephan Bürger: „Dabei handelt es sich vielfach um vertrauliche und besonders geschützte Gesundheitsdaten Betroffener. Diese Daten dienen dem Gesundheitsamt sowie dem regelmäßig tagenden Krisenstab des Landkreises zur Bewertung der Lage, damit jederzeit angemessene, notwendige sowie geeignete Schritte zur Eindämmung der Ausbreitung des COVID-19-Virus im Landkreis veranlasst werden können.“

Die auf die Städte und Gemeinden heruntergebrochenen Infektionszahlen wurden bisher aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht öffentlich bekannt gegeben.Ab heutewerden die Zahlen der aktuell an COVID-19 infizierten Personen in den einzelnen Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis auf der Homepage des Schwalm-Eder-Kreises www.schwalm-eder-kreis.de) veröffentlicht.

Hie einige Fragen und Antworten:

Warum wurden die Infektionszahlen der einzelnen Kommunen bisher nicht öffentlich bekannt gemacht?

Wir haben die Infektionszahlen in den einzelnen Städten und Gemeinden bisher nicht öffentlich gemacht, weil wir unsere Verantwortung in Bezug auf den Schutz von vertraulichen Gesundheitsdaten der infizierten Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises sehr ernst nehmen. Wir sehen durchaus die Gefahr der Missdeutung und Verharmlosung der gegenwärtigen Situation. Außerdem liegen uns aus dem Schwalm-Eder-Kreis wie auch aus anderen Landkreisen Berichte vor, wo Menschen infolge einer bekannten Infektion stigmatisiert wurde

Welche Gefahren der Missdeutung sehen Sie?

Menschen berichten uns, dass infolge einer bestehenden Infektion gemieden und ausgegrenzt wurden und wir haben Sorge, dass sich dies fortsetzt. Denken Sie an das herausragende Infektionsgeschehen im Landkreis Gütersloh. Da wurde die gesamte Einwohnerschaft des Landkreises unter Generalverdacht gestellt, dass durch sie das Infektionsgeschehen weiterverbreitet werden kann. Auch bei uns im SEK hat die HNA am 5. August 2020 davon berichtet, dass während eines Infektionsgeschehens in einem Seniorenwohnheim, Mitarbeitende in Geschäften angepöbelt wurden „Er schimpfte, wir Mitarbeiter des … Seniorenheimes hätten alle das Coronavirus und man sollte uns und die Bewohner einsperren“), weil fälschlicherweise davon ausgegangen wurde, dass diese das Infektionsgeschehen weitertragen könnten.

Wir appellieren eindringlich an alle Menschen im SEK die Zahlen der aktuell Infizierten Menschen in den Kommunen richtig zu interpretieren.

Was sagen die zuständigen hessischen Ministerien dazu?

Aus den Ministerien in Wiesbaden haben wir bisher noch keine Hinweise erhalten, wie wir uns bei Anfragen zu diesem Bereich verhalten sollen. Es wäre sehr wünschenswert auch Meinung der Landesregierung zu kennen oder eine Vorgabe zu bekommen.

Warum haben Sie sich dennoch entschlossen die Zahlen, nun immer freitags auf Ihrer Homepage zu veröffentlichen?

Wir haben selbstverständlich wahrgenommen, dass die Menschen in unserem Landkreis ein sehr hohes Informationsbedürfnis zu allen Vorgängen rund um die Corona-Pandemie haben. Das begrüßen wir auch. Wir wollen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, als hielten wir diese Informationen bewusst zurück. Das Gegenteil ist der Fall. Nachdem nun in allen Städten und Gemeinden Personen leben, die infiziert waren oder sind, kann es durch die Veröffentlichung nicht mehr zu Missverständnissen bezüglich des Infektionsrisikos in einzelnen Städten und Gemeinden kommen. Klar ist: Vorsicht ist immer und überall geboten und die Regeln sind einzuhalten!

Warum benennen Sie die einzelnen von Infektionsgeschehen betroffenen Einrichtungen nicht namentlich, wie z.B. Schulen, Kindertagesstätten sowie weitere Einrichtungen?

Wir haben natürlich den Überblick, in welcher Einrichtung aktuell ein Infektionsgeschehen vorliegt. Wir sind aber nicht befugt darüber Auskunft zu geben, wenn sich diese Einrichtungen nicht in der Trägerschaft des Schwalm-Eder-Kreises befinden. Infektionsgeschehen bestätigen kann nur der jeweilige Träger der Einrichtung.

Wir werden selbstverständlich weiterhin auf Anfrage der Presse die Anzahl der betroffenen Einrichtungen aus den verschiedensten Bereichen nennen.

Sofern ein Infektionsgeschehen bereits öffentlich durch den Träger bestätigt und bekannt gemacht wurde, beantworten wir selbstverständlich auch Fragen zu den vom Gesundheitsamt veranlassten Maßnahmen, wie z.B. Quarantänen oder auch Schließungen.

Bei Bekanntwerden von Infektionsgeschehen in Einrichtungen werden durch das Gesundheitsamt entsprechende Meldeketten ausgelöst, mit deren Hilfe die Einrichtungen informiert werden. In der Folge werden die betroffenen Menschen durch die jeweiligen Träger umgehend informiert. Alle weiteren Maßnahmen, die Isolationen oder Quarantänen einzelner Infizierter oder von Kontaktpersonen betreffen, werden direkt durch das Gesundheitsamt individuell übermittelt.

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