Leserbrief zu Wahlplakaten von Schülern: „Gesellschaft ist wach und handlungsfähig“

Daniel Botmann ist Geschäftsführer vom Zentralrat der Juden und äußert sich zur Plakataktion einiger Schüler aus dem Landkreis während der Europawahl.

Homberg. Leserbrief von Daniel Botmann, Geschäftsführer vom Zentralrat der Juden, zu den Artikeln vor der Europawahl rund um das Auf- und Abhängen rechter Wahlplakate und die Gegenaktion einiger Schüler aus dem Schwalm-Eder-Kreis:

Sie können sich sicher vorstellen, dass uns die Plakataktionen rechtsextremer Parteien im Zuge der jüngsten Europawahlen außerordentlich beunruhigt haben. Nicht nur die jüdische Gemeinschaft in Deutschland hätte sich nicht träumen lassen, dass Plakate wie „Gas geben“, „Israel ist unser Unglück“, „Wir hängen nicht nur Plakate“ oder „Reserviert für Volksverräter – Wählt deutsch“ in diesem Lande wieder an Laternenmasten hängen würden.

Daniel Botmann.

Die Aktion der Schüler zeigt, dass eine engagierte Mehrheit in dieser Gesellschaft diese unfassbaren Entwicklungen nicht widerspruchslos hinnimmt. Sie haben mit ihrer Aktion gezeigt, dass die Zivilgesellschaft wach und handlungsfähig ist. Ich bin sicher, dass sich Schüler noch Jahre später an diese tolle Aktion erinnern werden.

Eines ist gewiss: Den Extremisten in diesem Land gehört nicht die Zukunft, nicht Deutschland, nicht Europa und nicht die Welt. Dass dies so bleibt, dafür trägt jeder Einzelne in diesem Land Verantwortung. Dass die Schüler bereit sind, diese Verantwortung zu tragen, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Ich hoffe, wir werden auch in Zukunft gemeinsam für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat eintreten. Für eine offene und vielfältige Gesellschaft!

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