"Mehr Demokratie wagen" - Zweiter Band zur Geschichte der Homberger THS

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Manchmal, aber selten, setzten die Schüler der THS auch illegale Mittel ein, hier zu sehen bei den nahezu zeitlosen Graffitis am Dachboden des Altbaus der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule.

Der Waberner Autor und Geschichtslehrer Thomas Schattner befasste sich im zweiten Band zur Schulgeschichte des Homberger Gymnasiums mit dessen Veränderungen, die auf die Forderungen der 68er Bewegung zurückzuführen kann. Außerdem brachte er die Schülerzeitungen der 60er Jahre der THS neu heraus.

Homberg. Die Homberger Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule (THS) stand als „Pornoschule“ bundesweit im Rampenlicht Homberg. Um ein Haar wäre sie in John-Lennon-Schule umbenannt worden. Zum 50ten Jubiläum des Jahres 1968 beschäftigt sich der Waberner Autor und Geschichtslehrer Thomas Schattner in seinem zweiten Band zur Schulgeschichte mit den Folgen der Chiffre 1968.

"Ich befasste mich vor allem mit den Fragen, wie und wann sich erste Veränderungen an den Schulen zeigten, die man auf die Forderungen der 68er zurückführen kann? Wann begannen Veränderungsprozesse, die das Homberger Gymnasiums liberalisierten und demokratisierten?", so Schattner über sein neues Buch "Mehr Demokratie wagen: Schülerzeitungen, SV, Graffiti, Streiks und Protest". Aus diesem Grund hat der Autor auch die Schülerzeitungen der 1960er Jahre der THS neu herausgegeben.

Hier zu sehen: eine Schülerzeichnung des schriftlichen Abiturs aus dem Jahr 1969.

Der Titel "Wir wollen mehr Demokratie wagen" war das Motto von Brandts Regierungserklärung. „Wir brauchen Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten“, so der erste SPD-Kanzler der Republik. Und das setzten in den Jahren 1969 bis 1973 viele Schüler der THS zum Teil gegen große Widerstände um. Das kritische Denken hielt Einzug in die altehrwürdigen Mauern des ehemals Königlich-Preußischen Lehrerseminars. Aus diesem Grund sind zu Anfang des Buches einige Publikationen von ehemaligen und damals aktuellen Schülern wiedergegeben.

Auszüge aus dem "Abriss" vom Mai 1969, den zwei Schülerzeitungen, "Kontakt" und "ici", biografische Notizen zu den Herausgebern beziehungsweise Chefredakteuren versuchen zu zeigen, wie sich Brandts "Mehr Demokratie wagen" Stück für Stück an der THS in Homberg niederschlug und letztendlich durchsetzte.

Das Titelbild der Schülerzeitung „Kontakt“ 2/Juni 1969. Die Abbildungen befinden sich im Bestand des Schulmuseums der THS.

Das 224 Seiten starke Buch "Mehr Demokratie wagen: Schülerzeitungen, SV, Graffiti, Streiks und Protest – Eine Dokumentation der Jahre 1969 bis 1973 an Hombergs Gymnasium" gibt’s hier für 11,04 Euro zu kaufen.

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