Mehr Gleichbehandlung am Arbeitsmarkt zwischen Männern und Frauen

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Emergency doctor and nurse standing in front of ambulance

Die Vdk-Frauen fordern in einer Resolution mehr Gleichbehandlung zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

Fritzlar/Homberg. Anlässlich der Landesfrauenkonferenz der VdK-Frauen war das zentrale Thema die Ungleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. "Die Lohnkluft zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland so groß wie in fast keinem anderen Land Europas. Frauen verdienen hierzulande fast ein Viertel weniger als Männer", sagte Linda Hommel, Frauenvertreterin des VdK-Kreisverbandes Fritzlar-Homberg.

Das bedeute nicht nur einen geringeren Lebensstandard während der Erwerbstätigkeit. Auch das Armutsrisiko im Alter erhöhe sich dramatisch. "Auf dem deutschen Arbeitsmarkt arbeiteten 2010 insgesamt 65 Prozent aller Frauen im Niedriglohn-Sektor", erklärte Hommel. Die Gründe für die deutlich schlechtere Bezahlung von Arbeitnehmerinnen sehen die Vertreterinnen der Frauen unter anderem in den vielen Teilzeitbeschäftigungen. 85 Prozent der "Bis-zu-20-Wochenstunden-Beschäftigten" sind nach Angaben des Kreisverbandes Frauen.

Eine weitere Ungleichbehandlung von Frauen herrsche auch bei der Vergabe von Führungspositionen. "Rund 59 Prozent der Hochschulabsolventen sind Frauen. Sie weisen eine deutlich höhere Bildung auf als Männer. Ab 2016 sollen nach der ‘Charta der Vielfalt’ in Aufsichtsräten börsenorientierter Unternehmen mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein", betonte die VdK-Frauenvertreterin.

Im Rentenalter benötigten Frauen deutlich häufiger Unterstützung vom Staat als Männer. Im Dezember 2015 waren laut Statistischem Bundesamt rund 60 Prozent der fast 540.000 Personen in Deutschland, die Grundsicherung im Alter bezogen haben, Frauen. Ein Wert, der demnach auch für Hessen mit rund 28.000 und Thüringen mit 3.000 Empfängerinnen zutrifft. "Dass sich die Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter seit 2003 mehr als verdoppelt hat, ist eine bedenkliche Entwicklung", sagte Hommel und war für mehr Fairplay auf dem Arbeitsmarkt.

In einer Resolution fordern die VdK-Frauen unter anderem eine Anpassung der Löhne in allen Branchen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. (red)

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