Nach 18 Jahren: Gerd Itzenhäuser gibt Schützenhaus Leimsfeld auf

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Zum Leben zu wenig: Leimsfelder Gastwirt Gerd "Itzi" Itzenhäuser kündigt nach 18 Jahren Pachtvertrag für das Schützenhaus.

Frielendorf-Leimsfeld. Wer auf der Bundesstraße durch Leimsfeld fährt, kennt die grünen Wegweiser mit den Gänsen und dem Hinweis "Schützenhaus Leimsfeld" – ab Februar haben sie allerdings ausgedient. Zwar wird das Schützenhaus weiterhin als Vereinsheim bestehen, doch den Gastronomiebetrieb stellt Wirt Gerd Itzenhäuser zum Monatsende ein. "Ich kann nicht mehr davon leben", sagt der 44-Jährige traurig. Deshalb habe er nach 18 Jahren die Konsequenzen ziehen müssen und den Pachtvertrag mit dem Schützenverein gekündigt."Die Arbeit ist allein nicht zu schaffen, es funktioniert daher nur als Familienbetrieb, aber meine Mutter kann nicht mehr und meine Kinder sind noch zu jung", benennt er die ausschlaggebenden Faktoren.

Weihnachtsgans und Kultur

In seiner Zeit als Wirt hatte er immer wieder Ideen, das Schützenhaus voranzubringen, so waren vor allem seine Weihnachtsgänse weit über die Kreisgrenzen bekannt. "Sogar aus Frankfurt und Göttingen hatten wir Gäste, die extra deswegen anreisten", blickt er zufrieden zurück. Vor etwa 15 Jahren begann er mit der Aufzucht von Gänsen. Anfangs ein gutes Dutzend, doch zu Spitzenzeiten wuchs die Herde auf etwa tausend Tiere an. Wenn "Itzi" den knusprigen Braten servierte, konnte man das leckere Adventsessen mit gutem Gewissen genießen, denn bis dato hatte es das weiße Federvieh gut bei ihm.

Auch kulturell wurde einiges geboten. Bekannte Künstler, wie beispielsweise Sänger Heinz Rudolf Kunze oder Comedian Jens Heinrich Claassen, holte der innovative Wirt nach Leimsfeld. In der warmen Jahreszeit zog es Maiwanderer, Vatertagstouristen oder die Teilnehmer des "Radspaß im Rotkäppchenland" in seinen Biergarten. "Das Rindertreiben mit Pferden auf der Wiese nebenan war eines der schönsten Erlebnisse", erinnert sich der engagierte Wirt gern zurück, der immer auf seine "vier H's" Wert legte – herzlich, höflich, humorvoll und hilfsbereit. Nicht alle Ideen hätten die gewünschte Resonanz gehabt, doch das habe ihn nicht abgehalten.

Schwierige Situation

"Leider habe ich es nicht geschafft, die große Weihnachtsgans-Fangemeinde auch für einen Besuch im Sommer zu begeistern", gibt er sich selbstkritisch. Das rückläufige Thekengeschäft, der neue Bahnradweg nach Oberaula, der sich sehr großer Beliebtheit erfreue und die Folgen eines Unfalls im vergangenen Jahr hätten ihr Übriges getan, lautet sein Resümee.

Für die letzten Tage stehen jetzt noch einige Gänseessen an. Am Freitag, 22. Januar gibt’s die große Abschiedsfete, zu der alle Freunde des Schützenhauses eingeladen sind. "Alles muss raus", heißt es zu guter Letzt beim Hausflohmarkt am Montag, 25. Januar. "Eine Tür geht zu, eine andere geht auf", schaut Itzenhäuser positiv nach vorn. Nun will er erst einmal wieder ins "normale Arbeitsleben" einsteigen, dabei jedoch die Gänsezucht nicht ganz aufgeben. Ein Ganter und vier Gänse sind sein Grundstock – in welcher Form sei noch nicht gewiss, doch er habe schon Ideen.

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