Nach 24 Jahren: Homberger Kultkneipe "City-Treff" zieht um

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An den bisherigen City-Treff erinnert nur noch der Name. Mit den neuen Räumen in der Westheimer Straße soll die Innenstadt wiederbelebt werden.

Seit 1994 führt Celal Erdem den City-Treff im Homberger Brandsgässchen. Aufgrund baulicher Mängel und einer bevorstehenden Mieterhöhung schließt er nun dort seine Tore und öffnet in der Westheimer Straße - mit neuen Räumen und Angebot will er die Innenstadt beleben.

Von STEVEN VORPHAL

Homberg. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge", so beschreibt der Inhaber und Betreiber des City-Treffs, Celal Erdem, die Schließung seiner Kneipe im Homberger Brandsgässchen. "24 Jahre gehen nicht einfach spurlos an einem vorbei", erklärt Erdem weiter. Seit den Jahren 1986/87 ist der 55-Jährige in Homberg – seit 1994 führt er die Kultkneipe City-Treff. Viele seiner Gäste habe er durch den Kneipenbetrieb auch privat kennen gelernt. Einige davon habe er sogar aufwachsen sehen.

Das Schild vom City Treff wird entfernt.

Schlechte Infrastruktur

"Die Innenstadt ist immer ruhiger geworden", erzählt der Gastronom. Seit 2006 seien immer weniger Gäste und Touristen unterwegs. Schuld sei besonders die schlechte Infrastruktur in Homberg, deren Auswirkungen auch der Gastronomie in der Innenstadt schaden. "Die Gäste kommen abends mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause." Selbst der Anruf bei verschiedenen Taxiunternehmen bringe nichts. Min-des­tens eine Stunde, oftmals sogar zwei Stunden müssten Gäste auf ein Taxi warten um heimzukommen.

Lange Zeit stand Celal Erdem im City-Treff hinter der Theke. Nach 24 Jahren ist damit jetzt Schluss.

Aufgrund baulicher Mängel und einer bevorstehenden Mieterhöhung sieht Erdem keine Zukunft mehr am Stand­­­ort im Brandsgässchen. Aus diesem Grund schließt der City-Treff dort seine Türen und öffnet neu in der Westheimer Straße. Die neuen Räume sind ganz anders als die bisherigen: Lichtdurchflutet, offen gestaltet und mit einer kleinen Terrasse vor dem Eingang.

Und auch im Angebot soll es einige Veränderungen geben. Neben dem bisherigen Schankbetrieb wird es eine Küche geben, in der kleine Gerichte und Snacks zubereitet werden. Dadurch erhofft sich Erdem einige neue Gäste und vielleicht sogar Touristen, die es sich bei ihm gut gehen lassen können.

"Aber besonders dankbar bin ich meinen Stammgäste, die mir und dem City-Treff seit 10, 15 oder 20 Jahren treu sind", erzählt der Homberger. Darunter fallen auch einige Dartmannschaften, die regelmäßig in den City-Treff kommen um zu trainieren und einige Runden zu spielen.

Streichen, Tapezieren und Verputzen: Celal Erdem und sein Team legen sich für die Neueröffnung ins Zeug.

"Seit Anfang Juni renovieren wir", schildert Erdem den derzeitigen Stand. "Im besten Fall können wir am 1. August eröffnen, aber bis dahin muss noch eine Menge gemacht werden." Außerdem erzählt Erdem weiter "würde ich mich darüber freuen, wenn der neue Standort die Innenstadt belebt. Das kann sich Homberg nur wünschen."

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