Nach 163 Jahren: Wiskemann in Homberg schließt zum 31. Januar

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Hat das Familienbetrieb im Jahr 2007 übernehmen: Sandra Aguirre schließt das Homberger Traditionsunternehmen Wiskemann am 31. Januar 2017 für immer. Foto: Klagholz

Das Haushaltswarengeschäft Wiskemann in der Homberger Untergasse wird zum 31. Januar 2017 schließen - das teilte Inhaberin Sandra Aguirre lokalo24 mit

Homberg. Das ist ein Hammer für den Homberger Einzelhandel: Nach 163 Jahren schließt das Haushaltswarengeschäft Wiskemann in der Untergasse für immer seine Pforten. Am 31. Januar 2017 wird Inhaberin Sandra Aguirre das Fachgeschäft für Haushaltswaren, Geschenke und Grillgeräte zum letzten Mal aufschließen.

"Ja, es ist ein blödes Gefühl. Es ist Schade, ich hätte gerne weitergemacht", sagt Aguirre, die das Traditionsgeschäft seit 2007 in der sechsten Generation führt. Bis zur Schließung laufe das Geschäft jedoch ganz normal weiter.

So schwer Aguirre die Entscheidung zur Schließung gefallen sei, sei sie jedoch die einzig logische. "Im Handel ist immer Wandel und der ist in unserer Branche besonders groß", betont die Inhaberin. Dass die Gesellschaft immer weniger Wert auf Tischkultur lege, mache der Branche zu schaffen.

"Dazu kommen die Konkurrenz und der Preisdruck durch das Internet sowie die nachlassende Kundenfrequenz in der Innenstadt. Dabei haben wir so eine schöne Altstadt, das sagen Besucher immer wieder", so Aguirre.

Trotz des Wandels im Einzelhandel habe die Inhaberin immer daran geglaubt, bestehen zu können. "Wir haben gehofft, als Platzhirsch und einziger großer Fachhändler im Umkreis überleben zu können, aber das ist leider nicht so", zieht sie Bilanz. Wenn nicht im Netz geshoppt werde, ziehe es die Leute in Oberzentren.

"Gerade die bei uns angebotenen Sortimente sind in Mittelstädten wie Homberg nicht mehr rentabel zu führen", erklärt Aguirre und spart dabei nicht mit Kritik an den Herstellern. Die würden immer stärker auf Shopping-Clubs oder Treuepunkt-Aktionen des Lebensmittelhandels und reine Online-Händler setzen.

Dabei helfe es auch nicht, dass Aguirre zusätzlich Koch-, Back- und Grillkurse anbiete. "Die Nachfrage für diese Events ist groß, reicht aber nicht aus, um das Unternehmen profitabel am Markt zu halten", sagt sie und fügt hinzu, dass dies auch nie das Ziel gewesen sei.

"Im Gegenteil, es geht darum Menschen für die Themen und Marken zu begeistern und daraus die Produktnachfrage zu generieren. Vielleicht ergibt sich hieraus ein mögliches zukünftiges Betätigungsfeld", sagt Aguirre.

Hier geht es zum Kommentar von MB-Redakteur Julian Klagholz.

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