Neuordnung der Holzvermarktung: FWG Schwalm-Eder sieht Land bei Strukturaufbau in der Pflicht

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Sache der Waldbesitzer: Hessen Forst wird sich künftig aus der Holzvermarktung für Waldbesitzer ab 100 Hektar aus kartellrechtlichen Gründen herausziehen.

Die heimischen Waldbesitzer müssen sich in Sachen Holzhandel neu organisieren. Jetzt meldet sich auch die Kreistagsfraktion der FWG zu Wort und fordert vom Land Hessen, die Waldbesitzer beim Aufbau forstwirtschaftlicher Vereinigungen zu unterstützen.

Schwalm-Eder. Die Holzvermarktung in Hessen wird umgekrempelt. Zukünftig darf Hessen Forst sich nicht mehr in der bisherigen Form um den Verkauf von Nutzholz privater und kommunaler Waldbesitzer ab 100 Hektar Waldfläche kümmern. Kartellrechtliche Gründe, die bereits in Baden-Württemberg dazu geführt haben, dass das Land kein Holz mehr für kommunale und private Besitzer verkaufen darf, sind der Grund für die Neuorganisation. Um den zukünftigen Verkauf weiter sicherzustellen, sollen sich Waldbesitzer nun in eigenen forstwirtschaftlichen Vereinigungen organisieren.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis forcieren unter anderem Karl Weiß von der Forstbetriebsgemeinschaft Homberg und Reinhold Trümner von der Forstbetriebsgemeinschaft Jesberg (wir berichteten) die Gründung einer forstwirtschaftlichen Vereinigung. „Wir müssen uns selbst organisieren, um weiter auf dem Markt bestehen zu können. Das Interesse ist da. Es müssen jedoch alle an einem Strang ziehen, auch die Waldbesitzer mit Flächen unter 100 Hektar“, hatten Weiß und Trümner im Gespräch mit unserer Zeitung im März betont.

Streben die Gründung einer forstwirtschaftlichen Vereinigung an: Reinhold Trümner (li., Forstbetriebsgemeinschaft Jesberg) und Karl Weiß (Forstbetriebsgemeinschaft Homberg).

Mit ihrem Vorhaben eine forstwirtschaftliche Vereinigung gründen zu wollen, stießen Weiß und Trümner bereits bei Vize-Landrat Jürgen Kaufmann auf Zustimmung. Der sagte auf Nachfrage im März: „Den Ansatz von Karl Weiß und Reinhold Trümner kann ich nur gutheißen, unter dem Dach einer forstwirtschaftlichen Vereinigung, in der alle Kommunen und Forstbetriebsgesellschaften organisiert sind, gemeinsam ihr Holz zu vermarkten. Jeder für sich allein macht keinen Sinn. Im Interesse aller kann ich somit nur dazu raten, nach einer Gemeinschaftslösung zu suchen.“

Fordert Unterstützung vom Land und Hessen Forst für die Waldbesitzer: FWG-Kreistagsfraktionsvorsitzender Willi Werner.

Und auch die Kreistagsfraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) tritt jetzt als Fürsprecher der heimischen Waldbesitzer auf und sieht die Landesregierung sowie Hessen Forst in der Pflicht. „Wir dürfen die privaten und kommunalen Besitzer, egal, ob sie über mehr oder weniger als 100 Hektar Wald verfügen, nicht mit dem Aufbau neuer Strukturen und dem Verkauf alleine lassen. Deswegen fordern wir von Landesregierung und Hessen Forst, dafür Sorge zu tragen, dass die nachhaltige Bewirtschaftung von Kommunal- und Privatwald sichergestellt wird“, so Fraktionsvorsitzender Willi Werner in einer Presseerklärung der FWG.

Solche, über viele Jahrzehnte aufgebaute Strukturen wie bei Hessen Forst, ließen sich nicht von jetzt auf gleich in einer neuen Forstvereinigung privater und kommunaler Besitzer nachbilden. „Wir dürfen jetzt nicht unseren Bürgerwald alleine lassen. Das schadet nicht nur dem regionalen Gewerbe, sondern auch dem Wald: „Eine nachhaltige Pflege der Baumstrukturen ist für einen gesunden Wald unabdingbar“, so Werner. Und die ziehe eben keine unsichtbare Grenze zwischen staatlichem, kommunalem und privatem Wald.

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