Reformationskirche St. Marien zum Ausschneiden und Bauen

Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Heidrun Englisch, Geschäftsführerin des Tourismusservice Rotkäppchenland präsentieren den neuen Homberger Bastelbogen „Reformationskirche St. Marien“. Foto: Uwe Dittmer
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Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Heidrun Englisch, Geschäftsführerin des Tourismusservice Rotkäppchenland präsentieren den neuen Homberger Bastelbogen „Reformationskirche St. Marien“.

In der Serie „Historische Gebäude im Rotkäppchenland zum Ausschneiden & Bauen“ bietet der Tourismusservice Rotkäppchenland nun ein Modell der Stadtkirche St. Marien in Homberg an. Die Bastelbögen sind ab sofort in der Touristinformation Homberg und der Geschäftsstelle Rotkäppchenland erhältlich.

Homberg. Monumental ragt sie in den Himmel und über den Marktplatz. Sie ist als Wahrzeichen Hombergs von weit her sichtbar. Ihre Größe könnte als Hinweis auf ihre Bedeutung für den hessischen Protestantismus verstanden werden. Sie ist nicht nur eine Kirche, sie ist die Reformationskirche Hessens: die Stadtkirche St. Marien.

In der Serie „Historische Gebäude im Rotkäppchenland zum Ausschneiden Bauen“ bietet der Tourismusservice Rotkäppchenland mit seiner Geschäftsführerin Heidrun Englisch nun als zweites Modell zuerst der Junker-Hansen-Turm aus Neustadt in Hessen) die Stadtkirche St. Marien in Homberg zum Kauf an.

„Mit dem Bastelbogen holen Sie sich ein imposantes Bauwerk nach Hause, welches die Bedeutung unserer Stadt mit der Reformation für ganz Hessen deutlich macht. Denn in der Stadtkirche St. Marien fand 1526 die Homberger Synode unter Landgraf Philipp dem Großmütigen statt. Hier bei uns wurde die Einführung der Reformation für ganz Hessen beschlossen“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Im Auftrag des Tourismusservice Rotkäppchenland hat der Fachwerkhaus-Kartonbauverlag die Bastelbo¨gen und entsprechende Postkarten mit einem vereinfachten Modell der Stadtkirche St. Marien hergestellt. Der Bastelbogen besteht aus zahlreichen detailgenauen Einzelteilen und genauen Erläuterungen zu Zusammenbau des Modells und der Geschichte des Kirchenbaus. Die Hauptarbeit des Verlags bestand darin, das große Gebäude zu kartographieren, Drohnenaufnahmen zu machen und dann im Computer die Einzelteile so entstehen zu lassen, dass daraus ein mo¨glichst originalgetreues Abbild der Stadtkirche entsteht.

Mit Schere und Klebstoff, etwas Geschick, Geduld und ein bisschen Zeit lässt sich das markante Gebäude nun aus 170g schwerem Karton nachbauen. Die 16-seitigen Bastelbo¨gen und die Postkarten im Format DIN lang sind ab sofort in der Touristinformation Homberg und der Geschäftsstelle Rotkäppchenland für 9,90 Euro bzw. 1,80 Euro erhältlich.

Heidrun Englisch vom Tourismusservice Rotkäppchenland und Bürgermeister Dr. Nico Ritz stellen in der Reformationsstadt Homberg die ersten Exemplare der Bastelbo¨gen vor.

EXTRA INFO

In der Stadtkirche St. Marien stand die Wiege der Reformation für die ganze Landgrafschaft Hessen. Hier fand 1526 eine Synode mit Landgraf Philipp dem Großmütigen statt. Den Wendepunkt für die Glaubenspraxis der hessischen Bevölkerung gegenüber dem Reich brachte der Reichstag in Speyer 1526. Er beschloss, angesichts der Türkengefahr, die Religionsfrage bis zu einem Konzil zu vertagen. Bis dahin sollte es jedem Fürsten erlaubt sein, nach seinem Gewissen zu handeln. Philipp der Großmütige ergriff diese Chance. Er rief vom 21. bis 23. Oktober 1526 in Homberg eine Landessynode ein.

Die Versammlung gilt als der Gründungstag der hessischen Landeskirche. Das Reformationsfenster in der Homberger Stadtkirche St. Marien zeigt noch heute die vier Reformatoren: Luther, Melanchthon, Zwingli und Calvin. Während der Synode stellte der südfranzösische Franziskanermönch Franz Lambert von Avignon Thesen zur Durchführung der Reformation in Hessen vor. Da er die deutsche Sprache nicht beherrschte, trug Adam Krafft den geladenen Ständen das neue Kirchenprogramm vor. Die Stände setzten sich aus der katholischen Geistlichkeit, dem Klerus, sowie aus der Ritterschaft und Vertretern der Städte zusammen. Die Anwesenden stimmten seinen Ausführungen mit Ausnahme zweier Kritiker zu.

Genannt wurde die Schrift zusammenfassend „Reformatio Ecclesiarum Hassiae“ Reformation der Kirche Hessens). Die Beschlüsse gingen im Anschluss an die Synode in diese „Homberger Kirchenordnung“ ein. Diese sah einen Kirchenaufbau auf der Grundlage selbstständiger Gemeinden vor. Das Werk orientierte sich an den Vorstellungen der Schweizer und Oberdeutschen Reformatoren. Revolutionär und fortschrittlich für die damalige Zeit: Klo¨ster wurden geschlossen, Schulen eingerichtet und damit Bildung für alle ermöglicht, Hospize und Krankenhäuser ero¨ffnet und die Universität in Marburg gegründet.

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