Hübsche Frau aus Ton: Remsfelder „Bildkneter“ Prof. Dr. Ewald Rumpf erzeugt auf dem Homberger Marktplatz eine Tonfigur

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Prof. Dr. Ewald Rumpf modellierte seine Isolde aus Ton rund 24 Stunden lang. Das Bild entstand am Dienstag.

Täglich sechs Stunden werkelte der Remsfelder Künstler live auf dem Homberger Marktplatz an seiner Isolde.

Homberg. Eine junge, schöne Frau sitzt seit Montag auf einer Bank des Homberger Martplatzes – so die Vorstellung des Künstlers Prof. Dr. Ewald Rumpf aus Remsfeld, der täglich rund sechs Stunden an der Dame aus Ton, Isolde, werkelt. „Ich sprach mit dem Bürgermeister und wir kamen auf die Idee, dass es doch schön wäre, auch mal in der Öffentlichkeit zu modellieren“, erklärt Rumpf.

Dabei gehe Isolde auf eine Idee Rumpfs zurück, im Gegensatz zu den Figuren Landgraf Philipp, der Besenfrau sowie Brüderchen und Schwesterchen, die auch alle in Homberg stehen und nach Auftrag gefertigt wurden. Das Konzept hat auch Erfolg, denn immer wieder machen Menschen bei Isolde halt, um sie aus der Nähe zu betrachten und Fotos zu schießen.

Mit einem locker sommerlichen Tongewand ist die Figur am Donnerstagmittag schon fast fertig.

Dazu trug sicherlich auch das bis Dienstag gewählte Aussehen bei, denn erst Mittwoch bekam Isolde Kleidung modelliert. „Wenn ich mit Ton arbeite, erschaffe ich die Figuren immer erstmal nackt. Kleidung kommt dann später hinzu, um die Konturen des Körpers besser treffen zu können“, freut sich der Remsfelder, und witzelt, „die offizielle Bezeichnung meiner Tätigkeit wäre wohl Bildhauer, aber bei Tonarbeiten haut man nicht, sondern knetet. Bildkneter wäre daher korrekter.“

Bei seiner Arbeit liebt Rumpf die Details.

Isolde wird aus rund einer Tonne Ton gefertigt, die Rumpf von der Tongrube Krug aus Remsfeld bekommen hat und wiegt fertig rund hundert Kilo. Dabei sei die Arbeit sehr heikel und niemand dürfe die Figur anfassen, da ungebrannter Ton leicht breche. Dies zeigte sich etwa schon am Mittwoch, als das dünne Handgelenk der rechten Hand Risse aufwies. Die Hände waren da auch schon heller als der Rest, da der Ton dort schneller trockne.

Am Mittwochabend saß Isolde schon in einem lo­ckeren Sommerkleid auf der Bank und hatte eine Handtasche aus Ton an ihrer Seite. Donnerstag und Freitag dienten für die Feinarbeiten, nachdem der Ton getrocknet war.

Bei seiner Arbeit liebt Rumpf die Details.

Seit 40 Jahren lebt Rumpf in Remsfeld, betätigt sich seit 30 Jahren künstlerisch und hat damit seine Leidenschaft entdeckt: „Ich probierte mich auch am Malen, aber für das Dreidimensionale habe ich eher eine Begabung“, lacht Rumpf.

„Mein Wunsch wäre es, wenn die Tonfigur in Bronze übertragen wird und einen permanenten Platz auf dem Homberger Marktplatz findet. Mir gefällt die Atmosphäre hier“, erklärt er, doch dazu gab es noch keine Gespräche.

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