Seit 25 Jahren: Leimsfelder Motorradfreunde feiern Saisonabschluss mit Korso und Gedenkgottesdienst

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Mit dem Wintermotorrad unterwegs: Maximilian Grund aus Treysa fährt ein rustikales Gespann aus sowjetischer Produktion, eine Dnepr K-750 Baujahr 1960.

Motorradfahrer aus ganz Nordhessen waren am vergangenen Samstag wieder zu Gast in Leimsfeld. Hier hatten die ortsansässigen Motorradfreunde bereits zum 25. Mal zum Saisonabschluss-Korso mit anschließendem Gedenkgottesdienst eingeladen.

Frielendorf-Leimsfeld. 1992 gründeten Zweiradfans aus Leimsfeld und Umgebung die Motorradfreunde „Ghostdrivers“ und frönten fortan gemeinsam ihrem Hobby. Fünf Jahre später lud der damalige Ortspfarrer Wolfgang Maltzahn im Oktober erstmals zu einem Gedenkgottesdienst für tödlich verunglückte Fahrer ein. Den Motorradfreunden gefiel die Idee, deshalb organisierten sie dazu einen Korso durch das Schwälmer Land. Im darauffolgenden Frühjahr begannen sie die neue Saison ebenfalls mit einer Ausfahrt und anschließendem Gottesdienst, bis heute setzt sich diese Tradition fort.

Jedes Jahr kommen Biker aus ganz Nordhessen nach Leimsfeld, bei schönem Wetter sind es mehrere hundert, bei Schneeregen waren es auch schon mal nur 22. „Wir sind aber immer gefahren“, blickte Korso-Leiter Matthias „Matze“ Probst zurück. Zum Jubiläum meinte es Petrus leider nicht so gut mit den Ghostdrivern, am frühen Samstagmittag setzten Regenschauer ein. Dies hielt die Freiluftfahrer jedoch nicht ab, „bei schönem Wetter fährt doch jeder“, meinte Ute Groll, die mit drei Freunden aus Neustadt angereist war. Nach und nach füllte sich die Straße vor dem Vereinsheim und das „Familientreffen“ nahm seinen Lauf.

Bildergalerie vom 25. Saisonabschluss-Korso der Motorradfreunde Leimsfeld

„Ich habe zwar die Motorradkluft an, aber meine 600er Suzuki Bandit habe ich bei dem Wetter zuhause gelassen“, sagte Matzes Vater, Friedhelm Probst – so betätigte sich der 77-Jährige kurzerhand als „Schirmherr“. Neben zahlreichen modernen Maschinen mit Kunststoffverkleidung waren auch ältere Schätzchen zu sehen, „ich bin mit meinem Wintermotorrad hier“, erklärte Maximilian Grund aus Treysa. Der 23-Jährige saß auf einem rustikalen Gespann aus sowjetischer Produktion, eine Dnepr K-750 Baujahr 1960.

Pfarrer Reinhard Natt war mit seiner BMW aus Kassel gekommen, „ich bin schon auf der Herfahrt nass geworden“, berichtete er und verzichtete daher auf die Teilnahme am Korso.

Pünktlich zur Rundfahrt hörte der Regen auf, rund 100 Motorräder, Trikes und Quads reihten sich hinter Matze und seinem Sohn Karl ein, langsam setzte sich der Tross knüllwärts in Bewegung. Nach einer Stunde kehrten alle wieder zurück, im anschließenden Gottesdienst verlas Pfarrer Natt die Namen von vier tödlich verunglückten Bikern, Matthias Probst entzündete für jeden eine Kerze. Am Abend setzten die Motorradfreunde und ihre Gäste die Jubiläumsfeier im Festzelt fort.

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