Im Mai ist Schluss: Frielendorfs Bürgermeister Fey im Interview

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Am 6. März ist Bürgermeisterwahl in Frielendorf. Birger Fey tritt nach 18 Jahren nicht mehr an - stand uns aber noch einmal Rede und Antwort.

Frielendorf. Seit gut 18 Jahren ist er das Gesicht der Gemeinde Frielendorf. Nach drei Amtszeiten soll in diesem Jahr jedoch Schluss sein: Bürgermeister Birger Fey (SPD) kandidiert nicht mehr für das Amt des Gemeindeoberhaupts. Eine Entscheidung, die schon lange feststeht. Bereits nach seiner letzten Wiederwahl hatte der 60-Jährige angekündigt, dass er nach diesen sechs Jahren nicht mehr antreten werde.

Auch ein potenzieller Nachfolger aus der eigenen Partei stand früh fest. Im März 2014 wählten die Frielendorfer Sozialdemokraten einstimmig Thorsten Vaupel zum Bürgermeisterkandidaten. Wir haben mit Birger Fey über die vergangenen 18 Jahre als Gemeindeoberhaupt, seinen Nachfolger, Pläne in den letzten Amtsmonaten und seine persönlichen Highlights 2016 in Frielendorf gesprochen.

Homberger Anzeiger: Am 6. März ist nicht nur Kommunalwahl, sondern auch Bürgermeisterwahl in Frielendorf. Sie werden allerdings nicht mehr auf dem Zettel stehen. Wie fällt Ihr Fazit für die 18 Jahre als Bürgermeister aus?

Birger Fey: "Der 21. Mai ist mein erster Tag als Ruheständler, so viel steht fest. Die vergangenen 18 Jahre in Kürze zusammenzufassen ist allerdings sehr schwer. Besonders positiv ist die Entwicklung des Tourismus zu bewerten. Das einst verträumte Frielendorf, ist zum Erlebnisort geworden. Auch die Entscheidung für den Rettungsschirm war richtig. Sehr gut funktionieren auch Jugend- und Seniorenarbeit sowie die Kinderbetreuung. Bis auf eine Kita können wir überall Nachmittagsbetreuung anbieten.

Wir haben uns außerdem früh mit dem demografischen Wandel befasst. Momentan sind wir in einem Dorfentwicklungsprogramm zur Stärkung des Dorfkerns. Jüngstes Projekt ist der Bürgerbus. Darüber werden wir nach der Kommunalwahl informieren."

Die Entscheidung, nach der dritten Amtszeit aufzuhören, stand bei Ihnen sehr früh fest. Warum?

"Ich werde im Juli 61 Jahre alt. Nach einer vierten Amtszeit wäre ich 67 Jahre alt. Das ist mir zu lang. Ich bin seit 1977 in der Kommunalpolitik aktiv. Es wird Zeit, dass ein Jüngerer das Ruder übernimmt. Außerdem soll jetzt auch mal die Familie ein bisschen mehr von mir haben. Über die Jahre haben wir viel bewegt, das Verhältnis zu den Ortsteilen ist sehr gut und vor allem der Bezug zu den Bürgern ist gegeben. Das war auch immer mein Credo, um eine Gemeinde erfolgreich führen zu können."

Mit Thorsten Vaupel stand der Kandidat der SPD früh fest. Warum haben die anderen Parteien ihrer Meinung nach keinen Gegenkandidaten aufgestellt?

"Wir haben in der SPD rechtzeitig überlegt, wer geeignet wäre. Da fiel die Entscheidung schnell auf Thorsten Vaupel, der sich nicht nur im Gemeindeparlament engagiert, sondern auch in zahlreichen Vereinen vertreten ist. Unter anderem ist er Vorsitzender des größten Frielendorfer Sportvereins, dem TuSpo Germania. Durch diese frühe Festlegung, haben wir den Bürgern auch die Chance gegeben, Thorsten kennenzulernen.

Dass die anderen Parteien keinen Gegenkandidaten gestellt haben, hängt meiner Meinung nach mit der Qualtität von Thorsten zusammen. Er ist auf die anderen Parteien zugegangen und sie haben ihren Daumen gehoben. Das verdient allerhöchste Anerkennung. Als überzeugter Demokrat muss ich jedoch auch sagen, dass ein Gegenkandidat besser für die Demokratie gewesen wäre. Aber lieber so, als aus Zwang irgendjemanden ins Rennen zu schicken."

Was steht in den letzten Amtsmonaten noch auf der Agenda?

"Es ist noch viel zu tun. Unter anderem planen wir Patenschaften für Grünflächen in der Gemeinde. Auch das Thema Wohnraum für Asylbewerber beschäftigt uns weiterhin. Dann wollen wir natürlich die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen wie Homberg weiter forcieren.

Ich versuche die Weichen bis zum Antritt des neuen Bürgermeisters zu stellen. Danach stehe ich natürlich auch noch gerne beratend zur Verfügung. Generell werde ich mich nicht komplett zurückziehen. Ich werde weiterhin Politik machen, vielleicht auch ein Buch schreiben. Engagement für die Demokratie und gegen Einfluss aus der rechten Ecke, das liegt mir am Herzen."

Auf welche Highlights in Frielendorf freuen Sie sich besonders in diesem Jahr?

"Die Ehrung unserer besten Sportler ist noch einmal etwas Besonderes, da es meine letzte offizielle Veranstaltung, bis auf die Verabschiedung als Bürgermeister, ist. Weitere Highlights sind natürlich noch der Himmelfahrtsmarkt und das Gemeindefeuerwehrfest. Die kommenden Wochen sind auf jeden Fall eine Abschiedstour mit ganz viel Wehmut. Die Entscheidung war trotzdem richtig. Jetzt freue ich mich auf viel mehr gemeinsame Zeit mit meiner Familie."

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