Ein schwarzes Jahr: Friseur-Innung Schwalm-Eder zieht Zwischenbilanz für 2020

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Der neue Vorstand der Friseur-Innung Schwalm-Eder: (v. li.) Kerstin Buddner, Tanja Seidel, Carsten Ciemer, Bianca Rehm-Aubel, Nina Eberwein und Jacqueline Niedzielski.

Als "eines der schwärzesten Jahre" für das Friseurhandwerk bezeichnet Obermeister Carsten Ciemer das Jahr 2020. Trotzdem blicken die Innungsmitglieder zuversichtlich in die Zukunft.

Schwalm-Eder. „Die Mitglieder der Friseur-Innung Schwalm-Eder sehen mit Hoffnung und Zuversicht nach vorn. Corona ist und bleibt unser größtes Problem“, beschrieb Obermeister Carsten Ciemer die aktuelle Situation auf der kürzlich stattfindenden Jahreshauptversammlung der Innung in Homberg. „Das erste halbe Jahr war für viele Betriebe eine Katastrophe: erst die Beschränkungen, dann die Schließung der Friseurbetriebe und nun die strengen Regelungen nach der Wiedereröffnung. Viele Betriebe und deren Mitarbeitende hat das hart getroffen“, sagte Ciemer. Trotz der Soforthilfen und Unterstützungsleistungen, für die die Friseurbetriebe sehr dankbar seien, halte der Druck weiter an.

In der Innungsversammlung wurde deutlich, dass die Auslastung der Betriebe weiterhin wesentlich geringer sei als zu normalen Zeiten. Auch die Veränderung der Öffnungs- und Arbeitszeiten helfe da nur bedingt. „Die Auflagen sind weiterhin hoch. Mund- und Gesichtsschutz sind Pflicht, auch das Haare waschen ist weiterhin zwingend vorgeschrieben. Es gibt keine Entwarnung und keine Lockerung“, erklärte Ciemer. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kunden dankten die Innungsfachbetriebe für den verantwortungsvollen Umgang mit den restriktiven Bestimmungen.

„Hier ist von allen Seiten Geduld und Disziplin gefordert. Wir wollen kein Risiko eingehen, weder für unsere Kunden noch für unsere Mitarbeitenden. Das Jahr 2020 wird als eines der schwärzesten Jahre in die Geschichte des Friseurhandwerks eingehen. 2021 kann nur besser werden“, sagte Ciemer.

Durch die Pandemie seien auch die Berufsorientierung und die Ausbildung fast zum Erliegen gekommen. Viele Praktikumsplätze und Ausbildungsstellen blieben unbesetzt oder seien zurückgezogen worden. Auch seien Angebote für ein Praktikum, oft sicherheitshalber, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Langsam fasse auch hier die „Normalität Fuß“. „Nach und nach werden neue Ausbildungsverträge abgeschlossen“, beschreibt Lehrlingswartin Bianca Rehm-Aubel die Situation.

Friseurmeister Hans-Joachim Friedrich (Mitte) legte vor 50 Jahren seine Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab. Links: Stv. Obermeisterin Tanja Seidel, rechts Obermeister Carsten Ciemer.

Aktuell sind nach Angaben der Innung sieben Auszubildende in den Beruf gestartet und noch immer besteht die Möglichkeit, eine Lehre zu beginnen. Bis Ende September können Ausbildungsverträge ohne Probleme abgeschlossen werden. Auch danach gibt es noch die Möglichkeit, mit einer Ausbildung zu starten.

Weiterhin standen auch Wahlen und eine Ehrung auf dem Programm der Versammlung. Mit dem goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Kassel wurde Friseurmeister Hans-Joachim Friedrich aus Borken ausgezeichnet. Obermeister Ciemer würdigte Friedrich, der vor einem halben Jahrhundert seine Meisterprüfung ablegte und den Friseursalon Friedrich in Borken vom Vater übernahm und ausbaute.

Große Einigkeit zeigte sich bei den Neuwahlen. Carsten Ciemer wurde ebenso einstimmig zum Obermeister wiedergewählt wie die anderen Vorstandsmitglieder. Stellvertretende Obermeisterinnen bleiben Tanja Seidel und Bianca Rehm-Aubel. Zur Schriftführerin wurde Jacqueline Niedzielski gewählt. Beisitzerinnen bleiben Nina Eberwein und Ina Jungermann. Neu in den Vorstand wurde Kerstin Buddner gewählt, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein wird.

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