Ärger um Homberger Schwimmbadcafé: Stadt ist vorkaufsberechtigt – Eigentümerin Nadine de Zwaan wirft Bürgermeister Untätigkeit vor

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Steht derzeit leer: Das Schwimmbadcafé im Homberger Erlenbad. Die letzten Betreiber hatten nach Angaben der Eigentümerin die Pacht nicht mehr regelmäßig gezahlt.

Seit April hat das Schwimmbadcafé im Homberger Erlenbad zu. Kaufinteressenten gibt es einige, so die Eigentümerin, allerdings muss die Stadt erst entscheiden, ob sie vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen will. Bürgermeister Dr. Nico Ritz äußerte sich zu den Vorwürfen.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Eigentümerin Nadine de Zwaan

Homberg. Seit dem 5. Mai können sich die Wasserratten aus Homberg und Umgebung an den heißen Sommertagen wieder im Freibad am Erleborn abkühlen, schwimmen und Spaß haben. Wessen Magen allerdings nach ein paar Bahnen im kühlen Nass knurrt, sucht momentan Eis und Pommes vergebens. Denn das Schwimmbadcafé ist seit dem 14. April dieses Jahres geschlossen. „Der letzte Pächter ist seinen Zahlungen seit geraumer Zeit nicht vollständig und konstant nachgekommen und musste daher gekündigt werden“, erklärt Nadine de Zwaan, Eigentümerin des Objekts. Das Objekt stehe schon seit längerer Zeit zum Verkauf. Kaufinteressenten seien auch aktuell vorhanden, allerdings habe die Stadt Homberg das Vorkaufsrecht am Objekt, so die Eigentümerin.

De Zwaan wünscht sich deshalb, dass die Stadt aktiv wird. „Bürgermeister Dr. Nico Ritz äußert sich trotz mehrmaliger schriftlicher und telefonischer Kontaktaufnahme seit nunmehr einem Jahr nicht dazu, ob die Stadt das Vorkaufsrecht ausüben möchte. Noch nicht einmal die Frage des Zeitraums, wann eine Entscheidung fallen könnte wurde je beantwortet.“ Auch vor Öffnung des Freibads Erleborn in dieser Saison soll nach mehrmaliger Kontaktaufnahme mit dem Bürgermeister trotz Fristsetzung keine Aussage erfolgt sein. „Dies hat zur Folge, dass bereits potentielle Kaufinteressenten abgesprungen sind und noch aktuell wartende Interessenten in der Luft hängen bleiben“, so de Zwaan. Für die Eigentümer sei das Schwimmbadcafé mittlerweile eine finanzielle Belastung. „Die Kosten zur Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes und die Grundversorgung bleiben für unbekannte Zeit bestehten. Wie lange wird es noch dauern, bis wir in den finanziellen Ruin getrieben werden“, richtet de Zwaan deutliche Worte in Richtung Stadtverwaltung.

Bürgermeister Dr. Nico Ritz

Den Vorwürfen entgegnet Bürgermeister Ritz auf Anfrage unserer Zeitung: „Auch uns als Stadt ist natürlich in hohem Maße daran gelegen, dass das gastronomische Angebot im Freibad wieder aktiviert wird. Aus diesem Grund hat der Magistrat bereits beschlossen, das Erbbaurecht am Schwimmbad-Café zu erwerben. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet am kommenden Donnerstag darüber.“ Laut Ritz liegt der Kaufpreis bei 29.000 Euro für das Objekt sowie weitere 5.000 Euro für das Inventar.

Weiter erklärt er: „Dieses aktive Vorgehen der Stadt stellt ein durchaus erhebliches Entgegenkommen gegenüber der heutigen Erbbauberechtigten (de Zwaan; Anm.d.Red.) dar. Denn normalerweise müsste die Stadt über die Ausübung des Vorkaufsrechts erst dann entscheiden, wenn die Verkäufer wirklich einen Kaufvertrag mit einem Interessenten abgeschlossen und diesen der Stadt zugeleitet haben. Das ist bis heute nicht der Fall.“

Sofern die Stadtverordnetenversammlung dem Ankauf zustimmt, könnte die Gastronomie sehr kurzfristig – zunächst bis zum Ende der Freibadsaison befristet – wieder eröffnen. „In Anbetracht des baulichen Zustands des Objektes wird nach Saisonende allerdings eine bauliche Veränderung unumgänglich sein, die dann in die Gesamtentwicklung des Bades einzubinden ist“, sagt Ritz. Es soll im weiteren Zuge im Schwimmbad am Erleborn sowohl ein Sonnensegel im Kinderbereich aufgespannt als auch vom Eingang zum Becken ein direkter Zugang ermöglicht werden.

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