Später Erfolg?

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Protest mit spätem Erfolg? Zwar konnte Otto Pirn die Kastanie nicht retten. Aufgrund seines Protests könnte es aber bald eine Baumschutzverordnung in Homberg geben. Foto: Göbel

Nach Homberger Kastanienbesetzung: Grüne wollen jetzt Baumschutzsatzung

Von HANNA VOGEL und CHARLOTTE RÄTZ

Homberg. Der 70-jährige Homberger Otto Pirn versuchte Anfang Januar durch eine waghalsige Aktion einen Baum zu retten, der für viele Homberger eine wichtige Kindheitserinnerung ist: Er setzte sich in eine über 100 Jahre alte Kastanie gegenüber seines Hauses im Schwenkenweg und wollte damit verhindern, dass der Baum gefällt wird. Allerdings ist der Versuch missglückt und der Baum wurde letztendlich doch gefällt (wir berichteten, klicken Sie HIERund HIER).

Anders als in den meisten Städten üblich, gibt es in Homberg keine Baumschutzverordnung. SPD und Grüne in Homberg haben von dieser Sache Wind bekommen und wollen sich nun für eine Baumschutzsatzung in der Homberger Stadtverordnetenversammlung am 29. Januar einsetzen. Hätte man schon früher solch eine Baumschutzsatzung beantragt und zugelassen, würden viele Bäume immer noch stehen, sagt Klaus Bölling, Fraktionsvorsitzender der Homberger Grünen.

Bölling setzt sich nun für die Baumschutzsatzung ein und erstellt einen entsprechenden  Antrag. Er begründet die Satzung damit, dass  das Landschaftsbild erhalten bleibt und es die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts fördert. "Ein Baum ist ein Lebensraum für viele Tiere und trägt zur Verbesserung des Kleinklimas bei", heißt es in dem Antrag.

Nach dem Antrag der Grünen sollen Bäume geschützt werden, die einen Stammumfang ab 80 cm haben, mehrstämmige Bäume, wenn ein Stamm mindestens 50 cm breit ist sowie Bäume mit Stammumfang ab 50 cm, wenn sie in einer Gruppe von mindestens fünf Bäumen stehen und sich die Baumkronen berühren. Den Umfang misst man bei einem Meter über dem Erdboden. Dies gilt auch für freiwachsende Hecken ab einer Höhe von drei Metern.

Zudem sehen die Grünen ein Verbot vor, geschützte Hecken und Bäume zu fällen oder zu beschädigen. Bei einer Fällung muss der Verantwortliche eine Geldstrafe von 500 Euro pro Baum zahlen. Jedoch verfällt die Strafe, wenn man zum Ausgleich neue Bäume pflanzt.

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