Spätestens Montag in Betrieb: Schwalm-Eder-Kreis bekommt eigenes Corona-Testzentrum für Abstriche

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Nach Protesten des Schwalm-Eder-Kreises, wird es auch hier ein Corona-Testzentrum geben.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis wird in den kommenden Tagen ein Corona-Testzentrum eingerichtet. Der Betrieb soll spätestens am Montag aufgenommen werden.

Schwalm-Eder. Nachdem der hessische Gesundheitsminister zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung KV) angekündigt hat, dass in ganz Hessen flächendeckend zentrale Testcenter für Abstrichuntersuchungen im Zusammenhang mit Infektionen durch Corona eingerichtet werden, davon allerdings nur eines in Nordhessen, gab es hartnäckige Proteste aus den Landkreisen. Auch Vize-Landrat Jürgen Kaufmann hat sich für eine deutlich bessere Versorgung der Bevölkerung im Schwalm-Eder-Kreis eingesetzt. Inzwischen hat er bei der KV erreicht, dass im Schwalm-Eder-Kreis ein eigenes Testcenter der KV eingerichtet wird, gibt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung bekannt.

Die bundes- und landesweite Lage verschärft sich weiter. Nach der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgesprochenen Empfehlung vom vergangenen Sonntag, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern nicht stattfinden zu lassen, hatte sich der Schwalm-Eder-Kreis dieser Empfehlung bereits umfänglich seit dieser Woche angeschlossen. Erste Veranstaltungen, unter Regie des Landkreises, wurden bereits abgesagt. Darunter das Bärenfest im Wildpark Knüll sowie eine Vortragsveranstaltung für Eltern und Erzieherinnen in der Stadthalle Homberg wir berichteten). Mit weiteren Absagen von Veranstaltungen des Schwalm-Eder-Kreises ist zu rechnen, heißt es aus der Verwaltung.

„Bisher sprechen wir Empfehlungen aus. Verantwortlich sind die jeweiligen Organisatoren und Veranstalter. Wir sind allerdings mit einer rasanten Entwicklung konfrontiert, die tagesaktuelles Handeln erfordert. Wir wissen noch nicht, ob und wann wir Veranstaltungsabsagen anordnen müssen und nicht mehr nur empfehlen und appellieren“, so Jürgen Kaufmann.

Das Gesundheitsamt des Landkreises fordert zudem alle Organisatoren von Zusammenkünften auf, Teilnehmerlisten zu führen, sodass bei einer nachträglich positiv getesteten Person die vorhergehenden Kontakte zügig nachvollzogen werden können. In einem solchen Fall ordnet das Gesundheitsamt häusliche Quarantäne für alle Kontaktpersonen an.

„Wir bereiten uns weiter gut vor. Mit der Einrichtung eines durch die KV betriebenen Testcenters wird die Versorgungslage deutlich erhöht und lange Fahrzeiten werden vermieden.

„Wir gehen davon aus, dass die KV das von uns zur Verfügung gestellte Testcenter am Freitag, spätestens jedoch ab Montag in Betrieb nehmen wird“, so Kaufmann.

„Wir werden die Arztpraxen und Krankenhäuser umgehend informieren, wenn die KV das Testcenter hochgefahren hat und erste Abstrichtermine vereinbart werden können“, erklärt Dr. Ulrich Klinge, Leiter des Gesundheitsamtes Schwalm-Eder. Weiterhin weist Klinge darauf hin, dass Termine für Abstriche zwingend durch die niedergelassenen Hausärzte oder das Gesundheitsamt, nach telefonischer Beratung vereinbart werden müssen. Eigenständiges Anfahren des Testcenters ist ausdrücklich nicht möglich. Damit es dazu nicht kommt, vermeidet der Schwalm-Eder-Kreis die Nennung des genauen Standortes des Testzentrums.

Der Schwalm-Eder-Kreis meldet weiter, dass am Mittwoch in einem Spitzengespräch zwischen den Klinikleitungen der Kreis ansässigen Kliniken und der Kreisverwaltung weitere Vorbereitungsmaßnahmen besprochen wurden. Die Krankenhäuser wurden bereits gestern vom Robert-Koch-Institut RKI) aufgefordert, ihre Krisenpläne zu aktivieren und sich darauf vorzubereiten, dass mit dem Coronavirus infizierte Patienten stationär versorgt werden müssen. Das kann so weit gehen, dass die Krankenhäuser aufgefordert werden, planbare Behandlungen zu verschieben und dadurch weitere Kapazitäten vorzuhalten.

„Für diesen Fall erwarte ich sowohl vom Bund als auch dem Land Hessen, dass sie unseren Krankenhäusern einen finanziellen Ausgleich zahlen. Die aktuelle Situation zeigt uns ganz klar auf, dass es dringend notwendig ist, ausreichend Kapazitäten der stationären Versorgung flächendeckend, auch auf dem Land vorzuhalten. Diese Strukturen gilt es zu sichern. Daher fordere ich auch dem Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar die erforderliche Strukturbeihilfe nicht weiter zu verweigern. Ferner fordere ich vom hessischen Gesundheitsminister Klose ein umgehendes Bekenntnis zum unverzichtbaren Neubau des Krankenhauses in Melsungen sowie die Bereitstellung erforderlicher Fördermittel“, so Kaufmann weiter.

Seine Kritik richtet der Erste Kreisbeigeordnete besonders an Minister Kai Klose und sein Ministerium. Er erwartet, dass Klose „nicht drei lange Tage benötigt, um sich an die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Spahn anzuhängen, sondern zeitnah Entscheidungen trifft und klare Leitlinien sowie Empfehlungen, sachgerecht kommuniziert und damit die Landkreise unterstützt.“

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