Tragisches Jahr mit drei verstorbenen Helfern: Tafel Homberg sucht händeringend neue Fahrer

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Die Kunden der Homberger Tafel verteilen sich auf die Kommunen Homberg, Borken und Knüllwald. Dieter Hoppe sucht nach engagierten Fahrern.

Derzeit müssen die Fahrer der Tafel Homberg Doppelschichten schieben. Die gemeinnützige Organisation hat es in diesem Jahr hart erwischt. Drei Fahrer sind plötzlich verstorben. Neben dem persönlichen Verlust, steht Fahrdienstleiter Dieter Hoppe auch vor der Aufgabe neue Fahrer zu finden.

Homberg. Nein, es war absolut kein gutes Jahr für Dieter Hoppe und seine ehrenamtlichen Mitstreiter. Tragisch trifft es sogar noch eher. Hoppe ist Fahrdienstleiter bei der Tafel Homberg. Seit 2009 sorgt der ehemalige Soldat dafür, dass die Lebensmittelspenden bei den Supermärkten der Region abgeholt werden – er koordiniert die Touren, teilt die Fahrer ein und sitzt selbst hinter dem Steuer. Doch was in den vergangenen Monaten passiert ist, hat Hoppe in all den Jahren noch nicht erlebt.

„In diesem Jahr sind drei Fahrer leider plötzlich gestorben“, erzählt der sichtlich betroffene 63-Jährige. Schlimme Schicksalsschläge, die die Tafel Homberg und Dieter Hoppe als Fahrdienstleiter zudem vor schwere Probleme stellen – zumal in 2017 zwei weitere Fahrer ihr ehrenamtliches Engagement aufgeben mussten.

Fahrer schieben Doppelschichten

„Die Situation ist sehr belastend. Unsere Fahrer leisten derzeit Doppelschichten. Das muss sich schnellstmöglich wieder ändern“, sagt Hoppe. Im Normalfall sei ein Team – bestehend aus Fahrer und Beifahrer – einmal alle 14 Tage für die Tafel im Einsatz. Lebensmittel würden jedoch fünfmal pro Woche geholt.

„Wir haben aber aktuell nur zehn Fahrer. Von denen auch einige schon über 70 sind“, beschreibt der Fahrdienstleiter die prekäre Lage. Ein weiteres Problem, das in naher Zukunft gelöst werden will. „Einige der verbliebenen Fahrer sind bzw. werden dann 75 Jahre alt und verabschieden sich demnächst in den Ruhestand“, so Hoppe.

Aus diesem Grund halte der 63-Jährige selbst permanent Ausschau nach potenziellen Fahrern – sei es im „EinLaden“ der Tafel in Homberg oder im Bekannten- und Freundeskreis. „Ideal wären 16 Fahrer“, sagt der Fahrdienstleiter.

Autoführerschein reicht aus

Meist seien es Pensionäre und Rentner, die für die Tafel unterwegs sind. „Es können sich aber auch gerne junge Leute bei uns melden“, betont Hoppe. Dabei ist das Stellenprofil überschaubar formuliert: „Der normale Autoführerschein reicht aus, um unseren Bus (Ford Transit mit Kühlzelle; Anm. d. Red.) fahren zu dürfen. Dazu sollte man körperliche Arbeit nicht scheuen und zuverlässig sein“, zählt Hoppe auf.

Die Touren werden immer zwischen 7.30 und 11.30 Uhr gefahren. Hoppes Hoffnung: „Ich hoffe, dass ich die Touren bald wieder auf mehr Schultern verteilen kann.“

Interessierte können sich mit der Tafel Homberg telefonisch in Verbindung setzen unter 05681-936569 oder 0160-2847532 (Tafel-Koordinator Peter Laukner).

EXTRA-INFO

Die Tafel Homberg

„Momentan sind 610 Menschen auf das Angebot der Tafel Homberg angewiesen, davon sind 250 Kinder und Jugendliche“, erklärte Tafel-Koordinator Peter Laukner erst Anfang November im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Kunden der Homberger Tafel verteilen sich auf die Kommunen Homberg, Borken und Knüllwald.

Die Lebensmittel werden im „EinLaden“ in Homberg, Obertorstraße 7, dienstags und donnerstags jeweils zwischen 14 und 17 Uhr ausgegeben.

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