Thesenfest in Homberg: Hunderte Besucher feiern das Lutherjahr

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Eigens zum Lutherjahr gebraut: (v.li.) Prof. Dr. Jürgen Schulz-Grobert, Pfarrer Martin Simon, Stadtrat Bernd Herbold, Dr. Wilfried Rockensüß, Luisa und Martina Döls brachten ihr „Reformator“ Craft Bier unter die Leute.

100 Gemeinden aus dem Bereich der nordhessischen Landeskirche beteiligten sich am Wettbewerb "Alte Thesen neu gelesen". Die drei besten Projekte wurden mit einem großen Fest in Homberg präsentiert.

Homberg. Wie vielfältig Kirche sein kann, bewies das Fest zur Präsentation der Preisträger und deren Projekte des Wettbewerbs "Alte Thesen neu gelesen" vergangenen Samstag auf dem Homberger Marktplatz. Bei strahlendem Sonnenschein feierten jung und alt den Auftakt des Lutherjahres. Allen voran die rund 70 Thesenläufer, die Luthers Thesen statt Startnummern von Spieskappel nach Homberg brachten. Sie starteten um 10 Uhr und kamen knapp drei Stunden später am Marktplatz an. Mit dabei war auch der kleine Henri, der seine These zwar nicht allein vorlesen konnte, sie aber umso stolzer vor der Bühne anheftete. Direkt daneben stand die Bauwagenkirche der Gemeinde Spangenberg. Dort bauten vor allem Kinder begeistert kleine Wartburgen. „Das macht wirklich viel Spaß“, sagte Marie während sie konzentriert an ihrer Burg bastelte.

Thesenfest in Homberg: Hunderte Besucher und 10.000 Euro für Gewinner-Projekte

 © Lindner
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Zwischen den Gästen tummelten sich auch zahlreiche Verkleidete, die das Fest optisch zurück in Luthers Zeit versetzten. Zum Beispiel die Theatergruppe des Heimat- und Kulturverein Bottendorf/Wolkersdorf, die in der Pause zwischen ihren Aufführungen das Fest genossen. Im Gasthaus Krone spielten sie Auszüge aus ihrem Stück „Philipp der Großmütige und seine Rolle in der Reformation“. Pfarrer Andres Synofzik aus Kaufungen kleidete sich als Luther selbst und erweckte so den Reformator wieder zum Leben.

Nicht fehlen durfte natürlich das „Reformator“ Craft Bier des im Reformationsjahr gegründeten „Braukollektiv Homberg“. Das dunkle, malzig-süffige Bier mit Noten von Zitrone und Orange in den großen 0,75-Liter-Flaschen verkaufte sich unglaublich gut: „Wir haben bereits nachgebraut und jetzt haben wir auch nur noch wenige Flaschen“, sagt Dr. Wilfried Rockensüß zum Schluss der Veranstaltung. Wahrscheinlich werde noch mehr Bier gebraut.

Preise für die besten Projekte

Unter dem Motto „Alte Thesen neu gelesen“ hatten 100 Kirchengemeinden und Initiativen vielfältige Projekte ent- wickelt, die Ausdruck gelebter evangelischer Identität sind. Durch das bunte Festprogramm mit Musik, Poetry Slam und einer Festandacht führte Reformationsbotschafter Christopher Posch. Der Höhepunkt des Festes war die Prämierung der drei Siegerprojekte. Ausgelobt waren Preisgelder in einer Gesamthöhe von 10.000 Euro.

Der erste Preis (5.000 Euro) ging an die Evangelische Hoffnungskirchenge- meinde Kassel, die mit „Viva la Reformation“ ein „innovatives, integratives und internationales Musikprojekt“ verwirklicht hatte. Den zweiten Preis (3.000 Eu- ro) erhielt die Evangelische Kirchengemeinde Spangenberg (Kirchenkreis Melsungen), die mit drei Projekten – Musical, Bauwagen, Churchnight – ein Paket geschnürt hatte, „um das Evangelium nachhaltig zu den Menschen zu bringen“. Den dritten Preis konnte die Evangelische Kirchengemeinde Wall- roth-Breitenbach-Kressenbach (2.000 Euro) mit nach Hause nehmen. Deren Anliegen war es, in einem Dreiklang – drei Türme, drei Gemeinden, drei Akti-onsformen (digitaler Thesenanschlag, Bibel als analoge Sicherung der Aktion, Mitarbeiterfest) – die drei Gemeinden einander näher zu bringen.

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