Trotz zahlreicher Sichtungen: Wolf aus dem Wildpark weiter auf der Flucht

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Derzeit wird der Zaun des Wolfs- und Bärengeheges weiter verstärkt. Wie der Schwalm-Eder-Kreis mitteilt, sollen die Arbeiten am Zaun noch an diesem Wochenende abgeschlossen werden.

Der ausgebüxte Wolf aus dem Wildpark Knüll ist weiterhin in freier Wildbahn unterwegs. Die Maßnahmen, um den Wolf zu fangen, werden deshalb nach Angaben des Schwalm-Eder-Kreises noch einmal verstärkt. 

Schwalm-Eder. Der vor zwei Wochen ausgebüxte Wolf aus dem Wildpark bleibt weiterhin auf der Flucht. Das gibt der Schwalm-Eder-Kreis am Freitagmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Trotz zahlreicher gemeldeter Wolfssichtungen, konnte der aus dem Wildpark Knüll entflohene Wolf noch nicht gefangen werden.

Der Wolf befindet sich weiterhin in der freien Wildbahn. „Es ist ein sehr schwieriges Unterfangen und wir wissen leider nicht, ob wir letztlich auch Erfolg haben werden“, so Pressesprecher Stephan Bürger. Das Team um Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich geht weiterhin allen Sichtungsmeldungen nach. „Allerdings gibt es vereinzelt auch widersprüchliche Meldungen, die es uns schwierig machen einzuschätzen, ob es sich wirklich um den Wolf des Wildparks handelt oder um wolfsähnliche Tiere, also Hunde“, so der Pressesprecher weiter.

In den letzten Tagen sind in den Sozialen Medien Videoaufnahmen eines Wolfes aus dem südlichen Knüll aufgetaucht, die als authentisch eingestuft werden. Das Team um den Wildparkleiter hat sofort reagiert und die entsprechenden Orte aufgesucht.

Zusätzliche Luderplätze und Lebendfallen

Die bereits vor einigen Tagen angelegten Luderplätze (Einrichtung zum Anlocken von fleischfressenden Tieren) wurden nach Angaben des Kreises vom Wolf bisher nicht angenommen. Inzwischen wurden aufgrund des ausgewerteten Wolfsbewegungsprofils weitere Luderplätze angelegt. Zudem werden aktuell mehrere Lebendfallen an Luderplätzen, Wildwechseln und in der Nähe von Sichtungsorten aufgestellt. Die Fallen werden mit Lockmitteln präpariert und werden an für Menschen unzugänglichen Plätzen aufgestellt, heißt es weiter. 

„Das alles geschieht in enger Absprache mit den zuständigen Revierleitern und den Jagdpächtern. Alle Fallen werden täglich angefahren und kontrolliert, zudem sind die Plätze mit Sendern oder Fotofallen ausgestattet, die bei Bewegungen eine Alarmierung auf ein hinterlegtes Handy geben“, erklären die Verantwortlichen. 

Bei den Fallen handelt es sich laut Kreis um spezielle „Soft-Catch-Trap-Fallen“, die den Tieren keine Verletzungen zuführen sollen. „Der Schwalm-Eder-Kreis bittet auch weiterhin um Verständnis, dass zu den genauen Koordinaten der Luderplätze, sowie der Lebendfallen keine näheren Angaben gemacht werden. Sobald diese Plätze von Menschen aufgesucht würden, wäre der Wolf durch seinen empfindlichen Geruchssinn gewarnt und würde das Weite suchen“, so die Verantwortlichen.

Arbeiten am Zaun sollen noch an diesem Wochenende fertiggestellt werden

Die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen am Zaun des Wolfs- und Bärengeheges werden nach Angaben des Kreises voraussichtlich an diesem Wochenende abgeschlossen. Wie bereits berichtet, wird das innere Gehege mit Doppelstahlmatten verstärkt. Wann der Wildpark dann wieder für Besucher geöffnet wird, will die Wildparkleitung in der kommenden Woche in enger Abstimmung mit der Kreisverwaltung entscheiden. „Das Wolfsrudel ist wegen der Sicherungsarbeiten am Gehege weiterhin in seiner gewohnten Ruhe gestört und in Aufregung. Das wird bei der Entscheidung zur Öffnung weiterhin eine Rolle spielen“, so Pressesprecher Stephan Bürger.

Kreis bittet weiterhin um Mitteilung bei Wolfssichtung

Bei Wolfssichtungen bittet der Schwalm-Eder-Kreis weiterhin um Mitteilung. Diese werden sowohl per Telefon unter 05681-2815 oder unter der E-Mail info@wildpark-knuell.de im Wildpark angenommen und ausgewertet. Der Hinweis zur Vorsicht bei direkten Begegnungen mit dem Wolf und zum Anleinen von Hunden bleibt weiterhin bestehen. Da der Wolf in den letzten Tagen auch in Straßennähe gesichtet wurde, sollten Autofahrer besonders aufmerksam und vorsichtig sein.

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