Vergessene Orte: Alte Kanonenbahn bei Frielendorf wird von Pflanzen überwuchert

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Das Gelände rund um das Stellwerk FW in Frielendorf ist sehr weitläufig und oft verwuchert.
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Die Natur holt sich alles zurück, auch bei der alten Kanonenbahn und dem Stellwerk FW in Frielendorf, die seit 2002 nicht mehr genutzt werden.

Frielendorf. Die Bahnstrecke Leinefelde–Treysa, ein Teilstück der umgangssprachlich genannten Kanonenbahn, führte über Homberg und Frielendorf nach Treysa. Sie war Teil einer militärischen Eisenbahnstrecke von Berlin nach Frankreich, die im Zweiten Weltkrieg aber nur noch als Nebenstrecke verwendet wurde. Die Gleisanlagen auf dem Abschnitt Treysa–Homberg sind noch vorhanden, jedoch wurde der Personenverkehr 1981 und der Güterverkehr 2002 eingestellt. Seitdem wuchern Pflanzen neben und auf der Bahnstrecke. Sogar ein Baum wächst nahe des „Stellwerks FW“ in Frielendorf mitten aus dem Gleisbett – mehrere Meter hoch.

Über Trampelpfade, die von den Straßen Am Bornberg und die Neue Bahnhofstraße über die Gleise führen, wäre auch das alte Stellwerk an der Neuen Bahnhofstraße zu erreichen, jedoch ist das Gelände im Besitz der Deutschen Bahn und damit gilt: Betreten verboten. Die ehemaligen Eingänge wurden dicht gemacht, wie von der Straße zu erkennen ist. Mittlerweile sind fast alle Zugangswege zum Gebäude verschlossen, die dritte Abriegelung wurde aber herausgebrochen.

Die Wände sind mit Grafitti und Schmierereien verziert. Einige farbige Handabdrücke wirken schon fast zu fröhlich für das alte Stellwerk. Durch Brände sind vom Dach nur noch einige Balken übrig. Durch den Wind, der durch die Zweige weht, wirkt das Rascheln fast so als würde sich ein einfahrender Zug anbahnen, doch dazu gibt es laut Aussage der Deutschen Bahn keinerlei Pläne, wie die Pressestelle auf Nachfrage mitteilte. Denn noch 2019 soll das Stellwerk abgerissen werden. Die Bahnstrecke führt noch über einige Viadukte durch Frielendorf.

Abseits des Stellwerks war die Natur aber noch effektiver, denn durch dorniges Gestrüpp sind die Schienen dort kaum zugänglich. An anderer Stelle, neben einem mit Blättern übersäumten Weg im Wald, deutet ein verwittertes Schild auf den Besitz des Geländes durch die Deutsche Bahn hin. Viel mehr ist auf dem Schild nicht mehr zu erkennen. Auffällig sind dabei aber die neuen Schrauben, mit denen das vermutlich einmal abgefallene Schild wieder befestigt wurde. Hinweis: Das Betreten des Bahngeländes ist verboten und gefährlich. Um Bilder anzufertigen hat unsere Zeitung von außerhalb des Geländes fotografiert. Eine Genehmigung des Besitzers gab es nicht. Widerrechtliches Betreten kann zu einer Anzeige führen.

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