Mobilität im ländlichen Raum: Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ließ sich Projekt Homberger Bürgerbus vorstellen

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Bus-Besichtigung auf dem Homberger Marktplatz: (v. li.) Karl-Ernst Paul, Prof. Dr. Herbert Wissmann, Wolfgang Rausch (Geschäftsführer NVV), Minister Tarek Al-Wazir, Dr. Gerhard Grebe, Dirk Schumacher und Sascha Schmidt tauschten sich über das Thema „Bürgerbusse“ aus.

Der Verkehrsminister Tarek Al-Wazir war unterwegs in Nordhessen und machte Halt in Homberg. Zum Thema "Mobilität im ländlichen Raum" ließ sich der Minister über das Projekt Homberger Bürgerbus informieren.

Homberg. Was mit einem Bürgerdialog in der Homberger Stadthalle im Juli 2015 begann, rollt nun seit mittlerweile zehn Monaten durch die Kreisstadt und ihre insgesamt 22 Stadtteile. Der Bürgerbus in Homberg „d’Bus“ ist nicht bloß eine Idee geblieben, sondern ein Projekt, das mittlerweile sehr gut angenommen wird.

Davon wollte sich jetzt auch Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, bei seinem Besuch in Homberg überzeugen. Ein auswärtige Sitzung des gesamten Hessischen Kabinetts führte den Minister nach Nordhessen.

Von der Kabinettssitzung auf dem Bauernhof nach Homberg

„Die Kabinettssitzung fand auf einem Bauernhof in einem Korbacher Ortsteil statt“, sagte Al-Wazir bei seiner Ankunft auf dem Homberger Marktplatz. Anschließend seien alle Kabinettsmitglieder ausgeschwärmt. Auf der Agenda der Landespolitiker stand das Thema „Entwicklung des ländlichen Raumes“.

Als Hessischer Verkehrsminister habe es da für Al-Wazir nahe gelegen, sich über ein Mobilitäts-Projekt zu informieren. „Die Frage der Mobilität im ländlichen Raum treibt uns ganz besonders um“, betonte der Minister.

Wie man in Homberg dieses Thema in jüngster Vergangenheit angegangen ist, stellten die Mitglieder des Vereins „Bürger für Homberg“ – genauer die Lenkungsgruppe des Bürgerbus-Teams, das in den Verein eingegliedert wurde. „30 Ehrenamtliche engagieren sich rund um das Projekt Bürgerbus“, erklärt Dirk Schumacher, Leiter der Lenkungsgruppe Bürgerbus.

Knapp 1.000 Kilometer pro Monat

Davon seien 18 Fahrer, andere wiederum nehmen am Telefon die Fahrtanfragen entgegen. An zwei Tagen in der Woche sind die Fahrer in Homberg unterwegs – dienstags sind die nördlichen und donnerstags die südlichen Stadtteile an der Reihe. „Wir spulen pro Monat etwa 1.000 Kilometer mit dem Bus ab, bei 20 Fahrten pro Tag und 14 Fahrgästen im Durchschnitt“, unterstrich Dr. Gerhard Grebe, Vorsitzender des Vereins „Bürger für Homberg“, die positive Resonanz.

Der Minister überzeugte sich von der Arbeit der Bürgerbus-Gruppe: Im Touristik-Büro auf dem Marktplatz nehmen die Ehrenamtlichen Fahrtanfragen entgegen und erstellen Pläne für die Fahrer.

Die Fahrten seien kostenlos, die Spendenbereitschaft der Fahrgäste jedoch groß. „Wir sind ja kein Taxi-Unternehmen, sondern ein gemeinnütziger Verein. Die Leute spenden, weil wir es ihnen ermöglichen, ihren Alltag selbst zu organisieren. Das Echo bisher ist durchweg positiv und natürlich auch Motivationsschub für uns“, betonte Sascha Schmidt, Mitglied der Lenkungsgruppe Bürgerbus.

Der Verein braucht "frisches Blut"

Auch Bürgermeister Dr. Nico Ritz zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des Projekts und dass man es geschafft habe, die Bürgerbus-Gruppe erfolgreich in einen „starken Verein“ („Bürger für Homberg“; Anm. d. Red) zu integrieren. Die Klientel von „d’Bus“ sei größtenteils im Rentenalter – „aber auch unsere Helfer sind zu mehr als zwei Dritteln im Ruhestand“, so Dr. Gerhard Grebe.

Die Gruppe benötige, um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, „frisches Blut“. „Es ist wichtig, dass immer wieder Hilfe zu uns stößt, seien es aktive Ehrenämtler oder in finanzieller Form“, sagte Lenkungsgruppenmitglied Karl-Ernst Paul in Richtung des Verkehrsministers. Der zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Bürgerbusgruppe und bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für deren Engagement.

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