Weil die Homberger Tafel geschlossen ist: Nachbarschaftshilfe versorgt Kunden mit Lebensmitteln

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Natürlich mit Handschuhen und Mundschutz: Kimberly Winkels und Pierre Frommann beim Sortieren der Lebensmittel im Lkw-Anhänger.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste auch die Tafel in Homberg schließen. Peter Kurt Wagner und seine Nachbarschaftshilfe springen jetzt ein und beliefern die Kunden.

Homberg. Die Corona-Krise macht auch vor den Tafeln nicht Halt. In ganz Deutschland mussten zahlreiche Tafeln schließen – auch in Homberg ist seit 15. März die Tür vorerst zu. Was bleibt, ist jedoch die Bedürftigkeit. Mehrere hundert Kunden sind dringend auf das Angebot der Tafel in Homberg angewiesen.

„Ein absolut unhaltbarer Zustand“, dachte sich Peter Kurt Wagner und riet kurzerhand die Nachbarschaftshilfe Schwalm-Eder ins Leben. Das Ziel des Mörshäusers: Die Kunden gerade in diesen schweren Zeiten weiter mit Lebensmitteln versorgen.

Dafür konnte „PKW“, wie er von den meisten nur genannt wird, zahlreiche Mitstreiter und Sponsoren gewinnen, mit denen er gemeinsam dieses Mammutprojekt stemmt. So sind nach Angaben von Wagner die Stadt Homberg, der Starthilfe Ausbildungsverbund, die Hütt-Brauerei, die Schwalm-Eder-Getränke GmbH sowie die Spedition Klinge mit im Boot.

„Wie die Tafel bekommen wir von den umliegenden Supermärkten die Lebensmittel, die wir vor Ort abholen und anschließend sortieren. Dafür haben wir einen großen Lkw-Anhänger, den wir für die Sortierung der Lebensmittel entsprechend coronagerecht eingerichtet haben“, erklärt der Initiator. Anders als bei der Tafel bringt die Nachbarschaftshilfe die Lebensmittel direkt zu den Kunden nach Hause.

Am Mittwoch wurden die ersten Kunden beliefert. Wie viel Emotionen dabei im Spiel waren erzählt Wagner: „Die Mensch, die beliefert wurden, haben sich sehr dankbar und vor allem glücklich gezeigt. Die Reaktionen der Kunden haben unsere Auslieferer stellenweise so mitgenommen, dass bei ihnen Tränen der Rührung flossen.“ 

Wagner macht jedoch deutlich, dass nur beliefert werden kann, wer sich auch registriert. Das ist am Montag, 30. März, wieder möglich. „Wir sind zwischen 10 und 13 Uhr auf dem Homberger Marktplatz. Hier können sich alle anmelden die auch tatsächlich Bedarf haben“, sagt der Mörshäuser. Vor Ort würden dann alle wichtigen Daten ausgetauscht und ein Lieferdatum festgelegt. „Die Kunden müssen auf jeden Fall die Ware zum vereinbarten Zeitpunkt entgegennehmen. Wir haben keine Möglichkeit noch ein zweites Mal zu kommen“, betont Wagner. Ein weiterer Termin, sich registrieren zu lassen ist am Freitag, 3. April.

Wie bei der Tafel: Die Lebensmittel bekommt die Nachbarschaftshilfe von umliegenden Lebensmittelläden.

Auch das Diakonische Werk Schwalm-Eder als Träger der Tafel Homberg verweist auf seiner Internetseite auf das Ersatzangebot der Nachbarschaftshilfe. Das Werk macht aber auch deutlich, dass es sich dabei nicht um ein Angebot der Tafel Homberg und des Diakonischen Werks handelt. „Wir machen das vollkommen eigenständig. Bei Fragen stehen uns jedoch Mitarbeiter der Tafel jederzeit zur Verfügung“, sagt Kurz.

Wer sich Peter Kurt Wagner und seinem Team anschließen möchte oder Fragen zur Registrierung hat, kann den Initiator unter der Telefonnummer 01520-2813548 erreichen.

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